Sanierung der Landstraße 708 erst später

Noch berühren sich die Ampelmasten. Bei der Montage der Signallichter wird auch die Länge angepasst und der Schaltschrank auf das schon vorhandene Untergestell montiert.

Windebruch - Nicht nur das nasskalte Schauerwetter drückte in den vergangenen Tagen bereits auf die Gemüter der Benutzer der Landstraße 708 im Bereich der Listertalsperre. Auch der Straßenzustand der Fahrbahn trägt sein Teil dazu bei und rüttelt zudem recht heftig an Mensch und Maschine.

Während diejenigen, die am Schnütgenhof auf die L 708 abbiegen zumindest zunächst auf einer rund 700 Meter langen Strecke erfahren können, wie eine ordentliche Straße aussehen kann, werden sie ab der Zufahrt zur Listerspermauer von der Realität eingeholt.

Dort ist nahezu exemplarisch belegt, was der zuständige Abteilungsleiter bei Straßen.NRW in der Niederlassung Siegen mit Zahlen belegen kann. „Wir haben durch unsere Niederlassung rund 1150 Kilometer Landstraße zu unterhalten. 60 Prozent davon sind schlecht oder sogar sehr schlecht“, so Eberhard Zimmerschied auf Anfrage der MZ. Um diesen Zustand nachhaltig zu verbessern und nicht nur Schlaglochflickerei betreiben zu können, braucht es Geld – und dieses in ausreichender Menge.

Die Zahlen des aktuellen Bauprogramms sprechen allerdings eine deutlich andere Sprache. „Etwa 13 bis 14 Millionen Euro stehen uns in 2015 zur Verfügung. Angesicht der anstehenden Aufgaben erfüllt einen dieser Betrag nicht mit Freude“, so Eberhard Zimmerschied. Ein nachvollziehbarer Gemütszustand, wenn man bedenkt, dass somit etwa 12 000 Euro für die grundlegende Sanierung von einem Kilometer Landstraße zur Verfügung stehen. Tatsächlich gekostet hat der bereits fertiggestellte Abschnitt (700 Meter) aber rund 700 000 Euro. Hierin sind zwar auch die Kosten des kombinierten Rad- und Gehweges enthalten, dieser ist jedoch nicht nur für den weiteren Verlauf der L 708 vorgesehen, sondern angesichts der Nutzung der Strecke durch Wanderer, Läufer und Radfahrer unabdingbar.

Bei einer derartigen Differenz zwischen dem vorhandenen Budget und dem, was tatsächlich gebraucht wird, ist die nun verkündete Verschiebung der Sanierung der Strecke bis zur Ortslage Siepen zwar bitter, aber nicht wirklich überraschend. Schade nur, dass die Landstraße 708 bereits seit mehreren Jahren immer wieder auf dem „Verschiebebahnhof der Straßenunterhaltung“ auf einem der hinteren Plätze postiert wurde.

Der dadurch notwendige Aufwand zum Erhalt der Verkehrssicherheit und Befahrbarkeit der Straße um die Listertalsperre, ist mittlerweile nicht nur ein Dauerposten für die zuständige Straßenmeisterei, er verschlingt auch nicht unerhebliche Mittel.

„Wir kennen die Arbeiter schon fast alle mit ihren Namen“, so ein verärgerter Anwohner aus Windebruch. Zwar war der Bereich bis dort ohnehin in zwei weiteren Abschnitten frühestens für 2016/17 vorgesehen, die jetzige Verschiebung dürfte aber konsequenter Weise auch Auswirkungen auf diese geplanten Arbeiten mit sich bringen.

Neben den dringendsten Ausbesserungsarbeiten werden unter Umständen noch weitere Temporeduzierungen angeordnet und ebenso die schon jetzt beeindruckende Vielzahl von Warnschildern erhöht.

Zumindest für Fußgänger und Radfahrer hat Eberhard Zimmerschied dann doch noch einen Tipp parat: „Entlang der Listertalsperre führt auf der Uferseite Kalberschnacke ein gut ausgebauter Rad- und Gehweg, der entweder ab der Staumauer auf den fertigen Abschnitt der L 708 oder weiter bis an die Biggetalsperre führt.“ - jjh

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