Wahlkampf: Erst verhalten, dann intensiver

Großplakate: Laut Ingolf Becker setzen die Bündnis 90/Grünen auch im Bundestagswahlkampf wieder auf diese Art der Werbung – und das an drei Standorten in der Stadt. - Archivfoto: F. Zacharias

Meinerzhagen - Von Bundestags-Wahlkampf ist in Meinerzhagen noch nichts zu sehen – kein Wunder: Erst ab Montag, und damit knapp sechs Wochen vor dem Urnengang, wird in Meinerzhagen plakatiert.

Diese Möglichkeit werden die meisten der im Stadtrat vertretenen Parteien nutzen – wenn auch (zumindest teilweise) noch nicht sofort.

So auch die CDU. Deren örtlicher Fraktionsvorsitzende Thorsten Stracke kündigte an, mit seinen Parteikollegen wieder aktiv zu werden. Dabei wollen die Christdemokraten ihren Fokus besonders auf das persönliche Gespräch mit dem Bürger legen. „Hausbesuche bei den Meinerzhagenern“ kündigte Stracke im Gespräch mit der MZ deshalb an. Ein weiteres wichtiges „Standbein“ im Wahlkampf seien die Info-Stände. „Auf jeden Fall suchen wir das unmittelbare Gespräch mit den Menschen, das halten wir für absolut notwendig“, gibt Stracke dieser Art des Wahlkampfes den Vorzug. Natürlich würden auch CDU-Plakate aufgehängt. Das sei, so Stracke weiter, aber eher eine untergeordnete Aktion. Für den 25. August jedenfalls kündigt die CDU bereits jetzt einen Stand in der Innenstadt an, bei dem auch der heimische Abgeordnete Dr. Matthias Heider anwesend sei. „Wir setzen in Meinerzhagen auf einen eher kurzen, knackigen Wahlkampf in den letzten vier Wochen vor der Wahl. Deshalb werden wir wohl noch nicht in der kommenden Woche beginnen. In den Sommerferien sind außerdem auch viele noch im Urlaub.“

Grundsätzlich wird sich der Wahlkampf der SPD in Meinerzhagen – bezogen auf das Konzept und natürlich nicht auf den Inhalt – wenig von dem der CDU unterscheiden. Denn: Auch die Genossen setzen auf den unmittelbaren Kontakt zum Bürger. „Stände und Hausbesuche“ kündigt auch deren Fraktionsvorsitzender Rolf Puschkarsky an. Die SPD will bereits Anfang kommender Woche damit beginnen, Plakate aufzuhängen. Rolf Puschkarsky glaubt allerdings nicht, dass die den Kontakt zu den Wählern ersetzen können. Ab 1. September werde die SPD insgesamt viermal einen Stand aufbauen. „Die Ratsmitglieder sind in ihren Bezirken zudem von Haus zu Haus unterwegs und es werden auch Postwurfsendungen verteilt“, erläutert er die Planungen. Mit einbezogen werde auch Nezahat Baradari, die Kandidatin für den heimischen Bezirk.

Kai Krause von der FDP freut sich, dass Kandidat Johannes Vogel im Wahlkampf zugesagt habe, Meinerzhagen zu besuchen: „Am 15. September wird er an unserem Info-Stand Rede und Antwort stehen“, kündigt Krause an. Der Stand werde insgesamt mindestens viermal aufgebaut. Darüber hinaus setze man in der Volmestadt auf die klassischen Wahlkampf-Methoden: „Große und kleinere Plakate, Flyer und eventuell auch Hausbesuche.“ Letzteres stehe aber noch nicht ganz fest. „Und auch im Bereich Social-Media werden wir aktiv“, kündigt der heimische Fraktionsvorsitzende an.

Eine Podiumsdiskussion am Samstag, 26. August, ab 11 Uhr in der Meinerzhagener Stadthalle, an der auch der heimische Bundestagskandidat Christian Hohn teilnimmt, Plakate – davon an drei Standorten im Großformat – und Stände. Darauf setzen die Bündnis 90/Grünen. Auch sie starten allerdings zunächst verhalten in den Wahlkampf. Fraktionsvorsitzender Ingolf Becker jedenfalls teilte mit an, dass der Grünen-Stand jeweils dreimal aufgebaut werde und zwar erst in den letzten drei Wochen vor der Wahl.

Rudolf Hantschel von den Piraten glaubt nicht, dass seine Partei in Meinerzhagen überhaupt Wahlkampf betreiben wird. Auf Plakate werde man vor Ort jedenfalls verzichten. „Wenn überhaupt, könnte ich mir Stände vorstellen. Aber auch nur dann, wenn wir Unterstützung aus dem Raum Olpe bekommen“, erläutert er. In Meinerzhagen fehle es schlicht an Helfern für den Wahlkampf. „Wir hatten hier einmal 12 bis 15 Aktive, aber das hat sich geändert. Viele davon sind entweder weggezogen oder ein wenig frustriert angesichts der letzten Wahlergebnisse“, nennt er Gründe.

Für Die Linke kündigte Georg Follert an, ebenfalls in den Wahlkampf einzusteigen. „Allerdings erst in den letzten vier Wochen vor der Bundestagswahl.“ Dabei setzen Follert und seine Mitstreiter auf die klassische Methode: „Wir werden Plakate im Stadtgebiet aufhängen, mehrmals einen Info-Stand einrichten und auch Flyer verteilen“, kündigte der heimische Ratsherr an.

Die UWG, ebenfalls im Meinerzhagener Stadtrat vertreten, tritt bei den Bundestagswahlen bekanntlich nicht an.

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