Anwohner klagt über Geräuschbelästigung

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Gemütlichkeit sieht anders aus. Die Lärmminderung der Wand schätzt Günther Metz auf ungefähr 20 Prozent ein. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Günther Metz wohnt an der Ecke Ahornweg/Eichenweg und damit eigentlich in einer ruhigen Wohnsiedlung. In seinem großen Garten sitzen mag der 82-Jährige aber nicht. Und das hat einen Grund: Die Südumgehung, die direkt an seinem Haus und Grund vorbeiführt.

Das Grundstück zwischen dem Bungalow der Familie Metz und der vor etwa einem Jahr eröffneten Umgehungsstraße ist vor allen Dingen an Wochenenden kein Ort zum Erholen.

„Sie glauben gar nicht, was das hier für ein Lärm ist.“ Den verursachen samstags und sonntags nach den Erfahrungen des Ehepaares vor allen Dingen die Motorradfahrer. Von denen ist einer schlimmer als drei Lastwagen zusammen“, ärgert sich Günther Metz. Ändern kann er daran nichts, nur staunen: „Manchmal kommen die mit 15 Maschinen hintereinander. Nach einer Stunde im Garten haben Sie hier Kopfschmerzen.“

Motorräder sind das Eine – Lastwagen das Andere. Wenn nach Metz’ Erfahrungen werktags zwischen vier und fünf Uhr in der Früh der Verkehr zunimmt, sei an Schlaf kaum noch zu denken. „Man ist gerade wieder eingeschlummert, dann kommt schon der nächste“, weiß Metz aus beinahe einjähriger Erfahrung. „Und die Fahrer beschleunigen auf unserer Höhe, wenn sie wegen des vorausgegangenen Kreisverkehres wieder Tempo aufnehmen. Das verursacht noch mehr Lärm.“

Eigentlich soll die Schallschutzwand, die das Metz- Grundstück von der Südumgehung abtrennt, die Fahrzeuggeräusche so weit abmindern, dass sie im erträglichen Rahmen bleiben. Für Günther Metz ist das aber nicht der Fall: „Das ist eigentlich keine Lärmschutz-, sondern eine Sichtschutzwand.“ Die Lärmminderung durch das Bauwerk aus Beton schätzt der Rentner lediglich auf ungefähr 20 Prozent ein. Hilfreich könnte hier eine Lärmschutzverglasung der Fenster sein. Die hat Metz aber nicht. „Unser Haus ragt in Fensterhöhe nicht über die Wand hinaus. Deshalb wurden uns solche Fenster bisher noch nicht bezahlt, anders als bei unseren Nachbarn, die etwas weiter oben Häuser besitzen, die deutlich über die Wand hinausragen. Aber ich hoffe, dass der Landesbetrieb Straßen diese Maßnahmen auch bei uns noch durchführt.“

Wie belastend der Lärm für die Anwohner überhaupt ist, das sei – so Günther Metz – auch noch nie nachgemessen worden seit die Südumgehung in Betrieb gegangen ist. Außerdem sei man einst von einem Lastwagen-Anteil ausgegangen, der bei etwa acht Prozent liegen sollte. „Ich habe selbst nachgezählt und gerechnet – heute komme ich auf einen Lkw-Anteil von ungefähr 20 Prozent.“

Wie es sich an der Südumgehung lebt, davon konnte sich auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel von den Grünen/Bündnis 90 bereits ein Bild machen. „Bei einem Termin in Meinerzhagen war er einmal bei uns im Garten“, erinnert sich Günther Metz. Und was hat der prominente Gast gesagt? „Schön ist das hier aber nicht“, erinnert sich der Volmestädter.

Gegen die Bezeichnung „Umgehungsstraße“ hat Günther Metz übrigens auch etwas einzuwenden: „Das ist keine Umgehung, weil sie tatsächlich ein ganzes Wohngebiet trennt.“

In dieser Beziehung pflichtet im ein Nachbar von „schräg gegenüber“ bei: „Das wurde alles schöngeredet. In Wirklichkeit ist das in der Tat keine Umgehungsstraße“, meint Ekkehard Mesch, Anwohner der Breslauer Straße. Auch er beklagt übrigens Probleme mit Motorradfahrern, die nach seinen Erfahrungen sehr viel Lärm verursachen. Und außerdem missfällt ihm nach wie vor die Gestaltung der Lärmschutzwände: „Ich kenne niemanden, der die schön findet.“ ▪ beil

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