Lärmschutz: Stadt bündelt Unterlagen für Landesbehörde

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Sie sollen den Verkehrslärm der Südumgehung fernhalten. Die Lärmschutzwände wurden bereits bei der Genehmigung vorgeschrieben.

Meinerzhagen - Jetzt ist es soweit: Die Daten von rund 100 Gebäuden werden an den Landesbetrieb Straßen.NRW übergeben. Die Behörde prüft dann die möglichen Ansprüche der Eigentümer für Maßnahmen des Lärmschutzes.

Vor gut einem Jahr hatte die Stadt Meinerzhagen die Bürgerinnen und Bürger in den Ratssaal eingeladen, um sie über die Fortschreibung des Lärmaktionsplanes (Stufe 2) zu informieren. Bereits seit Juni 2002 regelt die „EU-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm”, die so genannte Umgebungslärmrichtlinie, das Verfahren, mit welchem schädliche Auswirkungen und Belästigungen durch Umgebungslärm verhindert und gemindert werden können oder wie gegen diese vorbeugend etwas getan werden kann.

Nach der Umsetzung in deutsches Recht im Juni 2005, mussten die Kommunen handeln und anhand der Lärmkarten (erstellt vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) einen so genannten Lärm-Aktionsplan aufstellen.

Für Meinerzhagen geschah dieses im Jahr 2009 mit der ersten Stufe. Zu diesem Zeitpunkt galt als entscheidendes Kriterium die Verkehrsbelastung von Straßen im Stadtgebiet mit mehr als sechs Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Lediglich ein kleines Teilstück der Bundesstraße 54 fiel darunter.

Mit der zweiten Stufe wurden im Jahr 2016 auch die Bereiche erfasst, in denen nur halb so viele Fahrzeuge bei der letzten Verkehrszählung im Jahr 2015 erfasst wurden. Das führte dazu, dass im Bereich der B 54 noch weitere Gebäude hinzukamen – aber auch gänzlich neue Bereiche, wie zum Beispiel die Landstraße 528 an der Bahnhof- und Weststraße.

Letztendlich werden die Grenzwerte von 70 dB (A) (tags) oder 60 dB (A) (nachts) an 124 Wohngebäuden mit rund 260 Wohnungen und etwa 600 Bewohnern überschritten. Um zu klären, welche Möglichkeiten zur Lärmminderung und welche Zuschüsse es gibt, hätten sich die Eigentümer direkt an den Landesbetrieb Straßen.NRW als zuständige Behörde wenden können. Quasi als Serviceleistung hatte die Stadt den Betroffenen angeboten, die notwendigen Daten zusammenzustellen und „gebündelt“ zu übermitteln. Kein leichtes Unterfangen: Denn selbst nach Abzug der Gebäude, die nach dem 1. April 1974 gebaut wurden – diese sind von der Regelung nicht betroffen –, blieben noch rund 100 übrig.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Achim Stockhecke kümmerte sich Achim Neubert vom Fachbereich Technischer Service zwischenzeitlich um die Sammlung der Fakten. „Wir haben einige Stunden im Aktenkeller verbracht und so manche Kopie aus den Bauakten angefertigt“, so Achim Neubert im Gespräch mit der MZ. Bei rund sechs bis sieben Kopien pro Gebäude ist daraus ein beachtlicher Stapel entstanden. Etwa 10 000 Bauakten, der rund 4000 Gebäude in Meinerzhagen lagern an der Bahnhofstraße.

In den kommenden Tagen werden die Unterlagen an den Landesbetrieb geschickt, der dann in die Einzelfallprüfung einsteigen wird.

Wer unabhängig davon im Einzelfall Auskünfte über seine Lärmsituation im Zusammenhang mit dem Umgebungslärm durch den Straßenverkehr erhalten möchte, kann sich direkt an den Landesbetrieb Straßen.NRW wenden. Die Lärmkarte mit den grundlegenden Informationen kann im Internet unter www.umgebungslaerm.nrw.de eingesehen werden.

Die Südumgehung, an der an einigen Stellen zur Lärmbekämpfung Schutzwände errichtet wurden, ist noch nicht Bestandteil der Betrachtung. Das wird erst nach der Bewertung der Erkenntnisse aus der jüngsten Verkehrszählung, in der dann dritten Stufe des Lärmaktionsplans, der Fall sein.

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