Eine skrupellose Tat am Ehrenmal

An der Rückseite brachen die Täter die beiden Kupfertafeln mit Namen der Weltkriegsopfer heraus. - Fotos: Beil

Meinerzhagen - Sie nehmen keine Rücksicht. Ob Dachrinnen, Grablichter – oder wie im jüngsten Fall in Meinerzhagen Gedenktafeln. Dreiste Diebe machen gestohlenes Metall – in welcher Form auch immer – zu Geld. Irgendwann in den vergangenen Tagen war der kleine Park an der Hochstraße Ziel der Täter.

Von Jürgen Beil

In der Anlage steht das Denkmal, auf dem Namen von Opfern aus dem Ersten Weltkrieg verzeichnet sind. Soldaten und Zivilisten sind hier verewigt. Zwei der großen Kupferplatten wurden nun brachial aus dem Sockel des Denkmals gebrochen und mitgenommen. Die Täter scheinen sich bewusst für die Rückseite des Ehrenmals entschieden zu haben. Hier konnten sie, ohne dass der Diebstahl von der Hochstraße aus zu sehen war, offensichtlich mit schwerem Gerät die Bronzetafeln aus dem Beton brechen. Nur die mittlere Platte blieb übrig. „Vielleicht wurden die Diebe gestört“, vermutet der Erste Beigeordnete der Stadt Meinerzhagen, Frank Maatz.

Bei der Stadt herrscht Entsetzen angesichts der Skrupellosigkeit der Diebe: „Das ist eine verwerfliche Tat, die uns sehr betroffen macht – und das besonders im Zusammenhang mit dem Datum 8. Mai, dem Gedenktag zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Es gibt offensichtlich keinen Respekt vor Ehrenmalen“, nahmen Bürgermeister Erhard Pierlings und der Erste Beigeordnete Frank Maatz Stellung.

Ob die Tafeln neu angefertigt werden, steht noch nicht fest. „Wir haben auf jeden Fall Anzeige erstattet und werden nun schauen, wie wir die Anlage wieder herstellen können“, berichtete Frank Maatz. So viel ist jetzt schon sicher: Die Namen auf den gestohlenen Platten lassen sich anhand von Fotos rekonstruieren.

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