„Zukunftsweisende Trends“ Thema beim Branchentag

Personaltrainer Sebastian Purps erklärte, warum manche Firmen motiviertere Mitarbeiter haben als andere.

MEINERZHAGEN - Die Firma Wittmann Battenfeld war in diesem Jahr Gastgeber beim zehnten Branchentag der Vereinigung „kunststoffland NRW“, der viele namhafte Unternehmen der Kunststoffindustrie angehören. Mit 170 Anmeldungen konnte eine Rekordbeteiligung verzeichnet werden.

Von Petra Schüller

Im Technikum des 2009 fertiggestellten Firmengebäudes im Gewerbegebiet Darmche stand jedoch ausreichend Platz zur Verfügung, um alle Gäste zu empfangen.

Hier erwartete die Teilnehmer am Montagnachmittag ein mehrstündiges Programm, bei dem zukunftsweisende Entwicklungen ebenso vorgestellt wurden wie Ideen für eine erfolgreiche Unternehmenskultur. Der Vorsitzende des Vereins „kunststoffland NRW“ Hartwig Meier erinnerte zu Beginn des Treffens an den Grundgedanken, der vor neun Jahren zur Gründung des Vereins führte. „Wir sind der Überzeugung, dass innerhalb der Branche einmal im Jahr die Gelegenheit zum Austausch bestehen sollte“, erklärte er. Dann stünden Themen und Vorträge auf dem Programm, „die über das normale operative Alltagsgeschäft hinausgehen und die Unternehmen nach vorne bringen können“, warb er für eine Mitgliedschaft. Zugleich biete sich die Gelegenheit, am Rande der Veranstaltung Kontakte zu knüpfen und Netzwerke zu pflegen. „Mittlerweile gehören unserem Verein mehr als 100 Unternehmen an“, erklärte er. „Das ist gar nicht schlecht.“ Da es in NRW aber mehr als 1000 Betriebe der Kunststoffbranche gebe, hoffe er auf eine weiterhin steigende Mitgliederzahl.

Als Gastgeber begrüßte Wittmann Battenfeld-Geschäftsführer Klaus Ehlig die Besucher und nutzte die Gelegenheit, das Profil des Unternehmens mit den Hauptstandorten in Wien und Kottingbrunn und Vertretungen in rund 60 Ländern vorzustellen. Im vergangenen Geschäftsjahr habe die Firma mit 1750 Mitarbeitern einen Umsatz von 275 Millionen Euro erzielt, informierte er.

Wie können Mitarbeiter motiviert werden? Auf diese Frage, die immer wieder für kontroverse Diskussionen sorgt, gab Personaltrainer Sebastian Purps im ersten Vortrag interessante Antworten. Der Referent arbeitet als Kooperationspartner des Neurobiologen Professor Gerald Hüther und faszinierte seine Zuhörer mit neuen Erkenntnissen aus der Wissenschaft, insbesondere der Gehirnforschung. Sobald ein Mensch emotional berührt oder begeistert sei, schütte das Gehirn neuroplastische Botenstoffe aus, erklärte er. Die seien dafür verantwortlich, dass der Teil des Gehirns, der Präfrontaler Kortex genannt wird und sich in der Entwicklungsgeschichte des Menschen erst spät herausgebildete, aktiviert werde. Wenn das der Fall sei, sprudelten die kreativen Ideen nur so, versprach der Referent. Dieses Areal finde mit Leichtigkeit innovative Lösungen und könne sich hervorragend an neue Rahmenbedingungen anpassen. Stress, Sorge oder Wut führe hingegen oft zu einer Übererregung im Gehirn, die verhindere, dass dieses Gehirnareal aktiviert werde. Stattdessen übernehme der wesentlich ältere Hirnstamm die Führung. „Er kennt vor allem drei Verhaltensweisen: Angriff, Flucht oder Starre“, so Purps. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass Unternehmen, die auf eine besonders zufriedene und motivierte Belegschaft bauen können, drei Kriterien erfüllten, erklärte er weiter. In diesen Firmen hätten die Mitarbeiter die Möglichkeit mitzugestalten. Zudem werde ein Gefühl der Verbundenheit geschaffen und– als dritte und letzte Gemeinsamkeit der Firmen mit erfolgreicher Unternehmenskultur – habe man „positive Erwartungshaltungen“ ausfindig gemacht.

Wer seinen Mitarbeitern gegenüber zum Ausdruck bringe, dass er ihr Potential erkennt und ihre Fähigkeiten schätzt, schaffe damit in ihrer Gedankenwelt ein positives Selbstbild, das sich auch durch bessere Arbeitsergebnisse bemerkbar mache. Die Studie habe allerdings gezeigt, dass auch das Gegenteil funktioniert: Besonders qualifizierte und fähige Leute, denen man über mehrere Monate hinweg das Gefühl vermittelte, sie seien nur mäßig begabt, lieferten nach dieser Zeit nur noch mittelmäßige Ergebnisse.

Nach der Pause gab Professor Christian Hopmann, Leiter des Instituts für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen, einen Überblick über zukunftsweisende Trends, die auf der Kunststoffmesse K 2013 zu sehen waren. Referent Dr. Hubert Jäger, Leiter der Konzernforschung der SGL Group, sprach zum Thema „Hochleistungsfaserverbundstoffe – wo geht die Reise hin?“ und auch die Fragestellung „Stärkung der Kunststoffindustrie – was müssen wir tun?“ wurde mit den Teilnehmern diskutiert. Nach dem Schlusswort von Manfred Rink, Leiter des Bereichs „New Business“ der Bayer Material Science AG, waren die Teilnehmer eingeladen, ihre Eindrücke und Ideen bei einem Imbiss zu diskutieren und mit ihren Branchenkollegen ins Gespräch zu kommen.

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