Stadion: Granulat raus und Sand rein

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Das Granulat wird entfernt, anschließend bekommt der Kunstrasen eine „Sand-Füllung“.

Meinerzhagen – Altes Granulat raus, neuer Sand rein. Der Kunstrasen im Stadion an der Oststraße bekommt in der Corona-bedingten Zwangspause in den Fußball-Ligen eine „Frischzellenkur“.

Seit wenigen Tagen ist ein von der Firma Polytan beauftragtes Subunternehmen damit beschäftigt, ein großes Ärgernis zu beseitigen. Wie bereits mehrfach berichtet, neigte das Gummigranulat auf der Spielfläche bei höheren Temperaturen dazu, im Spiel- oder Trainingsbetrieb zu verklumpen.

Im vergangenen Jahr wurde die Plastikwiese an heißen Spieltagen sogar mittels eines Feuerwehrschlauches bewässert. Damit sollte verhindert werden, dass sich unter den Fußballschuhen der Kicker eine zähe und kaum zu entfernende Masse aus verklumptem Granulat bildet. Das funktionierte nur bedingt. Das Ärgernis ganz zu beseitigen, gelang auf diese Weise nicht.

Jetzt scheint es allerdings eine dauerhafte Lösung zu geben: „Wir haben angesichts der Probleme entschieden, dass wir das Granulat herausholen, jedenfalls so weit das möglich ist. Als Ersatz wird dann Quarzsand aufgebracht, der maschinell eingebürstet wird“, erläutert Valko Gerber von der Stadt Meinerzhagen.

Diese Maßnahme kostet allerdings Geld. Kalkuliert wird mit Gesamtkosten in Höhe von 36 000 Euro. Diese Summe, so wurde vereinbart, zahlen Stadt und Polytan jeweils zur Hälfte. Der Grund für die Übereinkunft: Polytan brachte das Problem-Granulat im Jahr 2015 auf. Damals war der Kunstrasen etwa acht Jahre alt, das Granulat musste ausgetauscht werden. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste: Die kleinen „Gummikügelchen“, die Polytan verwendete, sollten in den Folgejahren massive Probleme durch Verklumpung bei hohen Temperaturen bereiten. Mit dem nun ausgehandelte Anteil in Höhe von 18 000 Euro erfüllt das Unternehmen quasi die Gewährleistungsansprüche.

„Rundkörniger Quarzsand“ sei nun das Mittel der Wahl, um das Kapitel „Verklumpung“ ein für alle Mal ad acta zu legen, erläutert Valko Gerber. Dabei, so Gerber weiter, habe man sich vorher bei Polytan versichert, dass der Platz an der Oststraße auch nach der Sanierung alle Bedingungen für einen regulären Spielbetrieb erfülle. „Das gilt auch für die Regionalliga, hat uns die Firma versichert“, erläutert Gerber. Eine Lösung für die Ewigkeit ist der Granulat/Sand-Austausch ohnehin nicht. Im Jahr 2023, so die Planungen der Stadt, soll ein ganz neuer Kunstrasen im Stadion verlegt werden.

Noch in dieser Woche soll das 2015 aufgebrachte alte Granulat übrigens entfernt sein – jedenfalls der überwiegende Teil. Anschließend wird der Quarzsand zwischen den Plastikhalmen verteilt. Zeitdruck haben die Mitarbeiter der Fachfirma aber ohnehin nicht. Wann an der Oststraße wieder trainiert oder gar um Meisterschaftspunkte gespielt werden kann, steht wegen der Pandemie weiter in den Sternen.

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