Kunst beeinflusst Leben der Wiens

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Der aus Kierspe stammende Künstler Sebastian Wien führt das Erbe seines Vaters Waldemar nach dessen Tod fort.

KIERSPE - Der Name Wien steht in Kierspe seit Jahren für Kunst. Waldemar Wien war maßgeblich künstlerisch an der Stadtgestaltung beteiligt.Nach seinem Tod, führte sein Sohn Sebastian das Erbe fort.

Mittlerweile hat sich der gebürtige Kiersper in der Szene einen Namen gemacht. Insbesondere seine Stahl-Skulpturen begeistern Kritiker. Kierspe hat er allerdings hinter sich gelassen und nun ein Atelier in Dortmund.

„Ich musste einfach in die Stadt und ins Ruhrgebiet. Hier kann ich besser arbeiten“, erklärt der Kiersper. Dennoch sei die Volmestadt maßgeblich an seinem persönlichen künstlerischen Werdegang beteiligt. „Viele prägende Elemente aus dieser Zeit sind noch heute in meinen Arbeiten zu finden, insbesondere was den naturellen Aspekt betrifft“, erzählt Wien. Kunst sei im Hause Wien immer etwas alltägliches gewesen: „Ich war als Kind immer völlig überrascht, wenn ich Freunde besuchte, in deren Häusern keine Kunst zu finden war.“ Kunst habe das Leben der Familie beeinflusst und den Alltag bestimmt. „Mein Vater hat früh angefangen mich zu fördern. Aber ich würde sagen, ich habe nicht mehr und nicht weniger gebastelt als andere Kinder. Das kam erst später“, erinnert sich Wien.

Erst während seines Industriedesign-Studium kristallisierte sich mehr und mehr heraus, dass in ihm eher der Künstler als der Designer steckte. Bestärkt durch seinen Professor stand der Entschluss bald fest: „Ich musste mich entscheiden, ob ich frei und unabhängig als Künstler arbeite, oder als Designer Klinken putze.“ Schnell war anschließend auch klar, dass er nicht in Kierspe bleiben wollte. „Wie meine Arbeit durch meine Heimatstadt geprägt wurde, lässt sich erst in der Retrospektive sagen. Sicherlich, das Umfeld spielt immer eine Rolle.“ Anfänglich arbeitet der 49-Jährige mit Holz, heute jedoch ausschließlich mit Stahl. „Stahl hat eine große Faszination. Ich kann es wie keinen anderen Werkstoff formen, sei es filigran, schwebend aber auch massiv und schwer.“ Die Grundlage bilde jedoch immer „eine Kugel in ihrer perfekten Form“. Am Anfang stünde zunächst eine wage Idee. „Meine Kunst ist stark prozessabhängig.“ Ein Schaffensprozess lasse sich nicht steuern und sei von vielen Faktoren abhängig. Im Mittelpunkt stehe stets die Verwandlung der Oberfläche: „Ich lasse es einfach entstehen. Rost, Säure und Hitze schaffen ihre ganz eigene Faszination.“ Dennoch müssten seine Objekte nicht das gleiche für ihn, wie für den Betrachter bedeuten. „Kunst entsteht immer im Dialog, gerade, wenn es sich um eher abstrakte beziehungsweise konkrete Kunst handelt.“ So müsse sich der Betrachter stets selbst mit der Frage auseinander setzen was das Objekt in ihm und im Raum auslöse. Auch wenn Sebastian Wien in Kierspe geboren wurde, zurück möchte er nicht. Dennoch kann er sich an vieles gut erinnern, insbesondere an seine eigenen Ausstellungen. „Über meine Ausstellungen im Galeriehaus Isenburg wurde auch stets gut berichtet.“ Überhaupt sei Kultur in der MZ groß geschrieben worden. „Kultur wurde gut und kritisch aufbereitet. Das war für eine solch kleine Zeitung schon beachtenswert.“ In drei Wochen, am 21. Oktober, eröffnet der Künstler eine Ausstellung im Lüdenscheider Museum.

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