Die Autos und das Virus

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Lena Bengelsträter, die Juniorchefin des gleichnamigen Autohauses in Rönsahl, freut sich, dass der Verkauf weitergeht – und auch das Kundeninteresse vorhanden ist.

Kierspe/Meinerzhagen – Klein aber nah am Kunden – so hat sich das Nissan-Autohaus Bengelsträter schon immer gesehen. Und diese Art, das eigene Geschäft zu führen, zahlt sich jetzt augenscheinlich aus.

„Während der Schließung hatten wir natürlich einen Rückgang im Verkauf, allerdings haben wir die Zeit auch für eine Komplettsanierung genutzt. Aber in dieser Woche haben die Zahlen wieder das Niveau erreicht, die für uns normal sind“, freut sich Junior-Chefin Lena Bengelsträter über die Entwicklung. Das Interesse der Kunden gelte sowohl Neuwagen als auch Gebrauchtwagen, wobei bei den Neuwagen die Beeinträchtigungen in den Werken, einige sind derzeit noch geschlossen, sich auch auf die Lieferzeiten auswirken könnten. „Aber das wissen wir derzeit noch nicht“, sagt die Rönsahlerin. 

Ein großes Thema sei natürlich nach wie vor der Abstand. In den Büros sei das kein Problem, aber auch bei der Besichtigung der Fahrzeuge bleibe man sich ferner als früher. Bengelsträter: „Wir achten darauf, dass wir gut zwei Meter auseinanderbleiben und sitzen nicht zusammen im Auto“, erklärt die Autofachfrau. Nissan gilt nach wie vor als erfolgreichster Elektro-Auto-Verkäufer in Europa. „Wobei das in den Städten ein viel größeres Thema ist als bei uns auf dem Land“, schränkt Bengelsträter ein. Doch das Interesse bestehe auch jetzt grundsätzlich an diesen Fahrzeugen, führt sie weiter aus. 

Sehr zufrieden zeigt sich Bengelsträter mit der Auslastung in der Werkstatt: „Durch Inspektionen, Reparaturen und TÜV-Abnahmen war die Werkstatt durchgängig ausgelastet. Dadurch, dass jetzt noch der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen dazukommt, ist mehr als genug zu tun.“ Ab Montag kommt dann noch ein neues Thema dazu, denn dann müssen Kunden und auch das Personal, das mit ihnen in Kontakt kommt, Masken tragen. „Wir haben die Masken bestellt, damit wir alle Verkäufer und Servicemitarbeiter ausrüsten können. Und es wird sicher auch noch ein paar Masken für die Kunden geben, die keine eigenen dabei haben“, so Bengelsträter abschließend. 

Sven Schmidt ist Betriebs- und Werkstattleiter bei der Firma Schmidt Kfz an der Kohlbergstraße 2. Er freut sich, dass es seit dem vergangenen Montag auch wieder möglich ist, Autos zu verkaufen. Das Geschäft laufe und selbstverständlich halte man sich an alle Vorgaben, was den Abstand und andere hygienische Maßnahmen angehe. Die Werkstatt sei durchgehend geöffnet gewesen, berichtet Schmidt weiter: „Dieser Bereich des Betriebes ist systemrelevant. Schließlich müssen die Fahrzeuge, auch jene, mit denen Krankenschwestern, Polizisten und Ärzte zum Dienst fahren, in Ordnung sein.“ Es herrsche reger Betrieb, lediglich in der ersten Woche nach Einführung der Kontaktbeschränkungen habe man die Unsicherheit bei den Kunden gespürt und etwas weniger zu tun gehabt. Das habe sich aber inzwischen längst wieder gelegt, berichtet Schmidt. 

Der Betriebsleiter hat für Werkstattbesuche ein zusätzliches Angebot entwickelt, bei dem direkter Kundenkontakt möglichst gering gehalten werden kann: „Wir haben deshalb auch eine kontaktlose Nachtannahme eingerichtet. Aus einem Briefkasten können Auftragsformulare genommen, ausgefüllt und unterschrieben und in den Briefkasten zurückgeworfen werden. Die Umschläge rutschen dann in einen Tresor im Inneren.“ 

Dass so viel Betrieb herrscht, schreibt Schmidt auch einer Maßnahme zu, welche die Firmenleitung ergriffen hat, um das Geschäft anzukurbeln: „Wir räumen den Kunden noch bis zum 30. April 19 Prozent Rabatt bei allen Wartungs- und Verschleißreparaturen ein. Das macht viel aus.“ Dass die Pandemie das Land fest im Griff hat, ist auch bei Schmidt Kfz zu spüren. 

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Welche, das macht Sven Schmidt an einigen Beispielen deutlich: „Nach der Reparatur desinfizieren wir Lenkrad, Schaltung und Schlüssel des Kundenfahrzeuges. Und wir selbst tragen Masken und Handschuhe, wenn wir Kontakt mit dem Fahrzeuginneren haben.“

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