Zweckverband Naturpark Ebbegebirge tagt

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Verbandsversammlung des Zweckverbandes Naturpark Ebbegebirge: Teilnehmer Rainer Schmidt (Zweiter von rechts) vertrat Erhard Pierlings. ▪

MEINERZHAGEN ▪ In einen Dornröschenschlaf gefallen seien die Naturparke und in der öffentlichen Wahrnehmung kaum präsent.

In der Zustandsbeschreibung im Rückblick waren sich die Kreisdirektoren Theo Melcher (OE) und Barbara Dienstel-Kümper (MK) bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Naturpark Ebbegebirge einig. Konsens bestand in der Elferrunde, die unter Beteiligung der jeweiligen Unteren Landschaftsbehörden sowie Politiker im Möllsiepener „Haus Eckern“ tagte, aber auch darin, die Kulturlandschaft durch Bündelung der Kräfte aufzuwerten. Daher sollen der hiesige und zwei weitere Naturparke im Rahmen der Regionale zu einem grenzübergreifenden Landschaftsraum zusammengefasst werden.

Dessen Bezeichnung ist noch nicht gefunden, und der „Kunstbegriff Südwestfalen“ scheint als Identitätsmerkmal ungeeignet. Eine passende, das Zugehörigkeitsgefühl der hier lebenden Menschen ansprechende, müsse dafür gefunden werden, so Theo Melcher, der den Verbandsvorsitzenden Frank Beckehoff vertrat. Zudem seien solche Vorhaben zur Aufwertung Naturräume inzwischen durch etliche Institutionen regional abgedeckt. „Wir können nur hoffen, dass die Förderzusagen des Landes auch eingehalten werden“, so Melcher. „Es wäre eine Tragödie, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Die gesamten Projekte der Regionale hängen von den Zusagen der Landesregierung ab.“

Geschäftsführer Karl-Josef Luke stellte die Frage, was in der Naturparkarbeit noch geleistet und wie sie weiterentwickelt werden soll. Bei einem „weiter so wie bisher“ könne man diese auch gleich einstellen. In seinen Erläuterungen zur Finanzwirtschaft legte er den geprüften Jahresabschluss 2011 und die Haushaltssatzung des kommenden Jahres vor. Dem Verbandsvorsteher wurde Entlastung erteilt. Jetzt gehe man unter Einbeziehung der verschiedenen Gruppen und Zuständigkeiten - etwa des Sauerland-Tourismus - entscheidende Veränderungen an. Eine bessere Finanzausstattung sei nötig, „damit wir als Lenkungskreis den Gesamtprozess steuern“. Es gelte, die Menschen dafür zu begeistern, private Initiativen zu generieren, Unternehmer mit „ins Boot“ zu nehmen und so eine Teilhabe für alle, auch die Randkommunen, zu ermöglichen. Unter dem neuen Begriff „Virus-Marketing“ müssten die Naturparke agieren und sich Trends stellen, Leitbilder konstruieren und in der Außendarstellung Regionalität, Authentizität und Qualität als Merkmale vermarkten. „Kleine, aber feine Projekte inszenieren und die Dinge gemeinsam öffentlichkeitswirksam angehen.“ Ein Vermarktungs- und Infrastrukturverein sei zu etablieren, denn mit einer „schlichten Zusammenlegung“ sei es nicht getan.

Erste Vereinfachungen habe es schon gegeben, indem man die „Möblierung des Waldes erheblich geschleift“ habe. Schutzhütten, Bänke, Sitzgruppen und Papierkörbe soll es nur noch an zentralen Punkten - beispielhaft wurde die „Spinne“ genannt - geben. Beim Thema Verkehrssicherungspflicht müssten vor allem dem privaten Waldbesitzer faire Lösungen angeboten werden. Im Staatswald erfolge alle 18 Monate eine Kontrolle der an solche Einrichtungen angrenzenden Waldgebiete samt Dokumentation, erklärte Forstdirektor Klaus Lomnitz für den Landesbetrieb Wald und Holz. „Wir sind mit unseren Förstern permanent in der Fläche und können diese Dienstleistung plus Handlungsempfehlungen auch anderen Auftraggebern anbieten.“ Nach wie vor gelte aber der Grundsatz: „Wer den Wald betritt, muss mit den waldtypischen Gefahren leben“.

Einen wichtigen Termin hatte Kreisdirektorin Dienstel-Kümper parat: Märkische Waldtage, vom 5. bis 7. Juli.

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