Neujahrskonzert mit der Philharmonie Südwestfalen

Ein eingespieltes Team: Die Konzertmeister der Philharmonie Südwestfalen Evgenia Gelen und Sohei Takahata. - Foto: Schüller

MEINERZHAGEN - „Sie können heute Abend noch einmal richtig Schwung aufnehmen fürs neue Jahr“ prophezeite Dirigent David Marlow den rund 400 Besuchern des beliebten KuK-Neujahrskonzerts am Freitag in der Meinerzhagener Stadthalle.

Von petra Schüller

Dieses Versprechen lösten die Musiker der Philharmonie Südwestfalen umgehend ein: Eine furiose feurige Polka – der „Tanz der Komödianten“ aus der Oper „Die verkaufte Braut“ – gab einen Vorgeschmack auf das, was die Musikfreunde an diesem Abend erwartete. Das Konzert war eine Liebeserklärung an den Tanz. Mal sanft und leise, dann fulminant und mitreißend – die Musiker spielten von spätromantischen Melodien über slawische und ungarische Tänze bis zum Strauß-Walzer Musik, die Lust auf mehr machte.

Tanz in Perfektion zeigte Stepptänzer Andreas Dänel, der sich mit beinahe schwerelos wirkender Leichtigkeit bewegte und mit Spitze und Absatz seiner Schuhe rasend schnelle Rhythmen beisteuerte. Er gab unter anderem beim „Konzert für Step-Dancer und Orchester“ des Komponisten Morton Gould den Takt vor. Dirigent David Marlow hatte ihn mit den Worten Fred Astaires angekündigt, der einmal sagte: „Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft“.

Nach den Auftritten des Tänzers war klar, was gemeint war. Der Dirigent führte mit Charme und Humor durch den Abend und stellte die Kompositionen vor. Mit Antonin Dvorak und Johannes Brahms seien zwei der ganz großen Komponisten des 19. Jahrhundert im Programm vertreten, kündigte er an. „Beide haben häufig Stücke für Klavier zu vier Händen geschrieben.“ Dass dabei auch über Kreuz gespielt werde, habe eine Annäherung an die weiblichen Musikerinnen sehr erleichtert.

Mit einer der bekannten Enigma-Variationen von Edward Elgar, in denen der britische Komponist viele seiner Freunde charakterisierte, wurde das Tanz-Thema für kurze Zeit aufgehoben. Das Orchester spielte mit „Nimrod“ eine Variation, die einem engen Freund, August Jaeger, gewidmet ist. Die Musik beziehe sich auf einen Spaziergang, bei dem sie die langsamen Sätze in Beethovens Klaviersonaten besprachen, so der Dirigent. So erinnert die Variation an eine Sonate des Komponisten. Nach einem facettenreichen Programm verabschiedete sich das Orchester mit Zugaben: Strauß „Frühlingsstimmen-Walzer“ passte besonders gut zum milden Januar-Wetter und auch der „Spanische Marsch“ sorgte für beschwingte Atmosphäre. Wer nun dachte, das Konzert ende ohne das musikalische „i-Tüpfelchen“, das seit Jahren die Veranstaltung beschließt, der irrte. Natürlich durfte der Radetzky-Marsch nicht fehlen, mit dem traditionell auch das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker endet. Sofort klatschten alle im Saal kräftig mit.

Seit vielen Jahren bildet das Neujahrskonzert den schwungvollen Auftakt für das Kulturprogramm des KuK-Vereins. Der Vorsitzende Fritz Schmid nutzte die Gelegenheit, allen Sponsoren und Förderern zu danken, ohne deren Unterstützung das niveauvolle und facettenreiche Angebot nicht organisiert werden könnte.

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