Musik voller Charme und Esprit

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Die Philharmonie Südwestfalen begeisterte das Publikum am Samstagabend in der Stadthalle Meinerzhagen.

Meinerzhagen - Mit beschwingten Melodien voller Charme und Esprit versetzte die Philharmonie Südwestfalen am Samstagabend beim Neujahrskonzert in der Stadthalle in unbeschwerte, prickelnde Champagnerstimmung.

Trotz Schnee und Eis ließen sich rund 500 Besucher von den brillanten Klängen des Orchesters, das unter Leitung seines Dirigenten Charles Olivieri-Munroe ein musikalisches Feuerwerk entfachte, verzaubern.

„Auf die Sauerländer ist Verlass“, lobte Karl-Heinz Kraus, 1. Vorsitzender des Vereins für Kommunikation und Kultur (KuK), der zum Konzert begrüßte und allen Sponsoren dankte. Die Verbindung Meinerzhagen und Philharmonie Südwestfalen bezeichnete er mit Blick auf langjährige enge Beziehungen trefflich als „gelebte Regionale“. Strahlenden Glanz verlieh Sopranistin Jeanette Wernecke, die dem Abend durch ihre charmante Moderation einen heiteren Anstrich gab, dem Konzert. 

Als Sängerin begeisterte die Kölnerin mit ihrer glockenklaren, ausdrucksstarken Stimme, die mühelos schwindelerregende Höhen erklomm, und bemerkenswertem schauspielerischem Talent. Die Gefühle und Emotionen, die sie mit ihrer Stimme heraufbeschwor, untermalte sie effektvoll mit Gesten und beredter Mimik. Als Moderation gab sie verschmitzt manch humorvolle Anekdote über große Komponisten zum Besten und verwickelte Chefdirigent Charles Olivieri-Munroe immer wieder in witziges Geplänkel. Sogar ein Tänzchen in Ehren gestatteten sich die beiden. Mit der „Fledermaus“-Ouvertüre von Johann Strauss – spritzig und mitreißend umgesetzt – gelang dem Orchester ein Funken sprühender Einstieg ins Konzert. 

In feinsten Nuancen brachte die Philharmonie den Farbenreichtum der glänzend orchestrierten Komposition zur Geltung. Mit der kecken Arie der Kammerzofe Adele „Spiel ich die Unschuld vom Lande“ setzte Jeanette Wernecke in hinreißender Robe dem Strauss’schen Feuerwerk noch ein Sahnehäubchen obenauf. Melancholie und Temperament vereinten die ungarischen Melodien, die auf die Walzerseligkeit der „Fledermaus“ folgten. Bei Brahms und Nico Dostal machte die Philharmonie Anleihen, um in die Puszta zu entführen. Nach einer galanten „Aufforderung zum Tanz“ (v. Weber/Berlioz) schwirrten bei Rimsky-Korsakovs „Hummelflug“ förmlich die Hummeln im Raum. Mit fliegenden Fingern meisterten die Musiker, die herausragende Solisten in eigenen Reihen hatten, das bekannte, hoch virtuose Stück. 

Zwischen Triumphmarsch („Einzug der Gladiatoren“) und zartestem Adagietto (Bizet) spielte die Philharmonie im zweiten Teil des Konzerts auf einer vielfarbigen Farbpalette. Leidenschaft pur brachte der berühmte „Tango Jalousie“ von Jacob Gade. Küsse warf der Kusswalzer dem begeisterten Publikum, das die Philharmonie und seine Solistin mit Standing Ovations feierte, zu. Zu Glanznummern gerieten die Auszüge aus Bernsteins (wenig bekannter) musikalischer Komödie „Candide“. Mit der anspruchsvollen Arie „Glitter and be Gay“ setzte Koloratursopranistin Jeanette Wernecke dabei unter ihre Darbietungen ein dickes Ausrufezeichen. Musikalisch fasste das Orchester, das sich zugabenfreudig zeigte und seinen Zuhörern noch zwei Ohrwürmer für den Nachhauseweg – darunter den unverwüstlichen Radetzky-Marsch – gönnte, abschließend mit der „Ohne Sorgen Polka“ von Josef Strauss alle guten Wünsche an das neue Jahr im Sturmschritt zusammen.

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