Erst das Loch in der Straße, dann im Portemonnaie?

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Die Tannenburgstraße gibt wahrlich kein gutes Bild ab. Eine Sanierung ist geplant – könnte die Anlieger aber teuer zu stehen kommen. Wie hoch die Beiträge sein werden, steht aber noch längst nicht fest.

Meinerzhagen - Straßenbaubeiträge beunruhigen derzeit manch einen Anwohner in Meinerzhagen: Wie teuer wird´s, wann muss ich zahlen? Fragen, die hinsichtlich der zu erwartenden Kosten häufig gestellt werden. Schließlich sind auch bis zu untere fünfstellige Beträge durchaus möglich. Jetzt treibt die Anlieger der Tannenburgstraße eine geplante Maßnahme um.

Die Verbindung zwischen Mühlenberg- und Talstraße ist ein ruhiges Fleckchen Erde in Meinerzhagen. Bungalows und Einfamilienhäuser wechseln sich ab. Die Lage: ein Traum für künftige Eigenheimbesitzer. Und so waren auch Sandy Schiefer und ihre Familie aus Marienheide recht schnell überzeugt vom Standort ihrer künftigen Immobilie. Bis die Frage nach einer Straßenerneuerung im Raum stand. 

Erst ein Bekannter habe sie auf die geplante Sanierung der Fahrbahn aufmerksam gemacht, erklärt Schiefer im Gespräch mit der MZ. „Nachdem der Makler zunächst nichts davon wissen wollte und nur von einer Kanalsanierung berichtete, berichtete man mir im Rathaus aber von solchen Plänen“, erinnert sich Schiefer. Ihre Sorge ist nun, dass nach der Investition ins Haus auch noch hohe Kosten infolge der sogenannten KAG-Beiträge (siehe Info-Kasten) auf die Familie zukommen. 

Auf MZ-Anfrage bestätigt der zuständige Fachbereich erste Planungen, die aber noch nicht so detailliert seien, dass die Höhe der Anwohnerbeiträge bereits jetzt geschätzt werden könnte. „Erst vor zwei Wochen gab es zur Tannenburgstraße einen ersten Termin mit dem Ingenieurbüro“, sagte Markus Schade, Mitarbeiter des Fachbereichs Technischer Service. 

Dass die Tannenburgstraße sanierungsbedürftig ist, steht auch für Außenstehende außer Frage. Tiefe Risse ziehen sich durch die gesamte Straßendecke, ein Warnschild weist auf Unebenheiten hin. Seit mehr als 40 Jahren sei die Straße nun nahezu unverändert, habe zwischenzeitlich lediglich einen neuen Deckenüberzug erhalten, so Schade. Insofern sei eine reine Instandsetzung – die für Anlieger nicht beitragspflichtig wäre – auch nahezu ausgeschlossen. Vorbehaltlich weiterer Untersuchungsergebnisse, versteht sich.

„Wir haben die Straße im Haushaltsplan 2019 stehen. Ob es dann aber auch schon zur Sanierung kommt, darüber muss der Rat entscheiden“, weist der Verwaltungsmitarbeiter auf das übliche Prozedere hin, das auch die betroffenen Anlieger wohl genau beobachten werden. 502.000 Euro sind laut Plan für Tiefbaumaßnahmen in der Tannenburgstraße bereitgestellt. Die genaue Höhe der Kosten steht freilich erst nach erfolgter Ausschreibung fest. 

Hoffnung auf Petition

Für Sandy Schiefer bleibt also Zeit, um mögliche Verbündete im Kampf gegen Anliegerbeiträge zu finden. „Wenn sich alle Anwohner zusammentun und sich für die reine Instandsetzung aussprechen, kann ein Beitrag ja vielleicht noch vermieden werden“, so ihre Hoffnung. Und am Ende hilft ihr eventuell auch eine Initiative der Freien Wähler NRW. Diese haben eine Petition gestartet, die die Abschaffung der Straßenbaubeiträge in Nordrhein-Westfalen zum Ziel hat. Bis Donnerstagnachmittag hatten sich mehr als 6500 von benötigten 20.000 Unterstützern dafür gefunden.

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