Bürgermeisterwahl 2020: SPD geht mit eigenem Kandidaten ins Rennen

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Rolf Puschkarsky kündigte für die SPD eine(n) eigenen Bürgermeisterkandidaten bzw. -kandidatin an.

Meinerzhagen - Die SPD Meinerzhagen wendet sich vom CDU-Bürgermeister, dem sie einst selbst ins Amt verhalf, ab. Die Sozialdemokraten wollen für die Kommunalwahl 2020 einen eigenen Kandidaten für das höchste Amt in der Stadtverwaltung aufstellen.

Rolf Puschkarsky, Vorsitzender der Meinerzhagener SPD, bestätigte am Dienstag auf MZ-Anfrage, dass man sich um einen Kandidaten bemüht. Dass der Name des- oder derjenigen bereits feststeht, dazu wollte er sich allerdings noch nicht äußern. 

Verschiedene Namen sind im Umlauf, die Aufstellung einer weiblichen Kandidatin als Widersacherin Jan Nesselraths gilt als wahrscheinlich. „Wir werden den- oder diejenige erst nach den Sommerferien im Rahmen einer Mitgliederversammlung wählen“, erklärte Puschkarsky. Bis dahin wolle man sich zu potenziellen Kandidaten nicht äußern. Wohl aber zu den Hintergründen dieser Entscheidung.

„Wir sind mit der Art der Amtsführung des jetzigen Bürgermeisters nicht zufrieden“, sagte der SPD-Vorsitzende. Von einem Kandidaten, der sowohl von der CDU als auch von der SPD gemeinsam unterstützt wurde, habe man sich mehr erwartet. Puschkarsky: „Er hat die SPD in den vergangenen Jahren schlichtweg links liegen gelassen. Eine bessere Zusammenarbeit wäre wünschenswert gewesen.“ 

Bei der Kommunalwahl 2014 setzte sich Jan Nesselrath als gemeinsamer Kandidat von CDU und SPD deutlich im ersten Wahlgang durch.

Die SPD Meinerzhagen wolle nun mit einem eigenen Kandidaten – oder einer Kandidatin – antreten, um „diesen Fehler nicht noch einmal zu machen“, so Puschkarsky. 

In den zurückliegenden Jahren trat der Konflikt zwischen dem Bürgermeister und der SPD-Fraktion immer wieder zutage. Etwa bei der Diskussion um die Gebühr für Abfallbeseitigung, als sich Jan Nesselrath einem Antrag „seiner“ CDU-Fraktion zum Griff in die Rücklage anschloss und damit „de facto gegen die Vorlage seiner Verwaltung gestimmt hat“, wie Rainer Schmidt in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im November erklärte. 

Dafür schienen die Wogen nach einem gemeinsamen Antrag zur Streichung abgabepflichtiger Straßenbaumaßnahmen kurz darauf wieder geglättet. Offenbar nicht nachhaltig genug, um die SPD langfristig wieder auf die Seite des Bürgermeisters zu ziehen.

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