Die Küche bleibt bis zum 20. September kalt

Lehrer Rolf Heiche (l.) verschafft sich einen Überblick, welche Fortschritte die Arbeiten an der Cafeteria machen.

MEINERZHAGEN ▪ Kartoffelpüree mit Spinat, Hühnerfrikassee und Linsensoße. Oder: Chili mit und ohne Fleisch.

Das waren zwei Hauptgerichte, die den Testessern aus Meinerzhagen vor einiger Zeit in der Mensa der Ahlener Ganztagsschule serviert wurden. Und weil es allen schmeckte und vor allen Dingen der organisatorische Ablauf rund um das Mittagsmahl überzeugte, beschlossen die Gäste aus der Volmestadt, es genau so auch am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen zu machen. Die Testesser kamen vom heimischen Bamberg und weil die Schule in Ahlen für ihr Mensa-System bereits ausgezeichnet wurde, hatten sich die Pädagogen aus der Volmestadt zu einem Besuch in Ahlen angekündigt, um Ideen zu sammeln und sich selbst ein Bild von der Mensa und dem „Drumherum“ zu machen. Schließlich geht der Mensa-Bau am Evangelischen Gymnasium dem Ende entgegen und wenn der Betrieb nach den Sommerferien aufgenommen wird, soll gleich von Anfang an alles perfekt „laufen“.

Dass es im Gymnasium gleich am ersten Tag des Schuljahres 2010/2011 ein warmes Mittagesgericht geben wird, ist allerdings ausgeschlossen. Die künftige Mensa befindet sich noch im Umbau-Stadium. „Wir hoffen, bis zum 20. September alles fertig zu haben“, berichtete Rektor Heinz-Hermann Haar am Donnerstag. Gedacht ist die Mittagsverpflegung für die Schüler, deren Stundenplan einen oder mehrere „Langtage“ aufweist. Von 12.10 bis 13.10 Uhr ist dann im Gymnasium eine Mittagspause vorgesehen, die zum Essen in der Mensa genutzt werden kann. Die Anzahl der „Langtage“ variiert dabei je nach Klasse. Die jüngeren Jahrgänge müssen möglicherweise nur einmal über Mittag bleiben, Mittel- und Oberstufenschüler werden öfter in den Genuss eines schuleigenen Mittagessens kommen. Eine Befragung von Eltern und Schülern ergab vor den Ferien, dass etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen das Angebot auf dem Bamberg nutzen wollen. Gerechnet wird also mit ungefähr 700 regelmäßigen „Essensgästen“ – die allerdings nicht täglich kommen werden.

Fliesen fehlen noch

Im Moment gleicht der Mensabereich unmittelbar hinter dem Haupteingang noch einer großen Baustelle. In der Küche fehlen noch die Fliesen, der Fußboden des Speisebereiches ist ebenfalls noch nicht aufgebracht. In der hauptsächlich für die älteren Jahrgänge gedachten angrenzenden Cafeteria werden zurzeit Fenster eingebaut. Küchen-Einrichtung und Bestuhlung stehen auf Abruf bereit, müssen allerdings noch angeliefert werden.

Etwa 130 Plätze wird die Mensa einmal bieten, wann jeder Schüler in der Mittagspause essen geht, entscheidet er selbst. Die Speisen werden in der Küche von Haus Nordhelle zubereitet. „Es wird keine Currywurst mit Pommes geben. Wir setzen ein anspruchsvolles Essenskonzept um, das regional, ökologisch und saisonal ist. Es wird in Valbert zusammengestellt, fast gar gekocht und sofort heruntergekühlt. Wir garen es in Vektomaten dann zu Ende. Dadurch ist ein Qualitätsverlust nahezu auszuschließen“, glauben Haar und seine Kollegen, eine optimale Lösung gefunden zu haben.

Bei der Zusammenstellung der Menüs sollen auch Wünsche von Schülern und Lehrern berücksichtigt werden.

Täglich wird es ein Hauptgericht geben, das von freiwilligen Helfern ausgegeben wird. An zwei Selbstbedienungs-Ständen mitten in der Mensa haben die Schüler außerdem die Möglichkeit, sich nach Lust und Laune zu bedienen. Hier gibt es täglich Salate und ein Nudelbüfett – bestehend aus Pasta und Soßen.

Schüler müssen helfen

Bezahlt wird die Verpflegung von den Eltern per Überweisung. Ist das Geld eingegangen, wird das elektronisch auf dem Schülerausweis des jeweiligen Kindes oder Jugendlichen „vermerkt“, also gespeichert. Dieser Eintrag wird beim Betreten der Mensa ausgelesen – der Weg zum Mittagessen ist frei. Ein Essen kostet 3,50 Euro, im Abo-System wird jeweils für ein halbes Schuljahr gezahlt.

Da die Arbeit nicht ausschließlich von fest angestellten Kräften erledigt werden kann, setzt man am Bamberg auch auf Helfer aus den eigenen Reihen. Jeder Schüler wird mit anpacken müssen – ob beim Einräumen der Spülmaschine oder bei der Einlasskontrolle. Ein Plan dazu wird von den Lehrkräften erarbeitet. Eine erste grobe Schätzung ergab, das es jeden Schüler etwa drei bis vier Mal pro Halbjahr „erwischen“ wird. „Doch das bekommen wir hin, unsere Schüler sind sehr sozial eingestellt“, ist Haar zuversichtlich. Bis zur geplanten „Inbetriebnahme“ der Mensa am 20. September gibt es noch keine warme Mittagsverpflegung. So lange soll auf freiwilliger Basis ein größeres Angebot an „kalter Küche“ die Schülergaumen verwöhnen. ▪ beil

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