Kurdisches Festival auf Flugplatz

Festival-Veranstalter wehrt sich gegen drohendes Aus

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Der Flugplatz in Meinerzhagen (hier ein Foto vom Scootermeeting 2012) soll Schauplatz des 23. Internationalen kurdischen Festivals werden.

Meinerzhagen - Der Verein Nav-Dem, Veranstalter des „Internationalen Kurdischen Festivals“, das am 5. September auf dem Flugplatz in Meinerzhagen stattfinden soll (wir berichteten), wehrt sich gegen das drohende Aus des Festes.

Kritik übt Nav-Dem sowohl am Kreis als auch an der Berichterstattung auf come-on.de: Bislang habe kein schriftlicher Bescheid des Märkischen Kreises vorgelegen, hieß es am Donnerstag. Viel mehr habe eine von Nav-Dem beauftragte Event-Firma infolge der Auflagen des Kreises einen organisatorischen Ablauf entwickelt und einen Umsetzungsplan erarbeitet. Auch Nachforderungen der Baubehörde würden dem Antrag angepasst.

"Gefährliche Polemik"

An einer öffentlichen Diskussion hätte man sich gerne beteiligt. „Da uns die Anliegen der Anwohner am Herzen liegen, hätten wir diese gerne angehört, um diese in der Veranstaltungsorganisation zu berücksichtigen“, heißt es vom Veranstalter.

Die im Zuge der Berichterstattung und öffentlichen Diskussion geäußerten Meinungen bezeichnet Nav-Dem als „gefährliche Polemik“, die kontraproduktiv sei. Hinter der Erklärung des Kreises wird eine „politisch motivierte Strategie“ vermutet. „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass die Kurden in diesem Zusammenhang als angebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit dargestellt werden.“

Im Rahmen des Festivals solle Kurden aus ganz Europa die Möglichkeit gegeben werden, sich zu begegnen, zu informieren und die Völkerverständigung zu stärken. Thematisiert werden solle auf dem Festival „die Repression gegen KurdInnen, die Zerstörung des ökologischen Systems und von Kulturgütern in Kurdistan sowie demokratische Entwicklungen im gesamten Mittleren Osten“. Es seien musikalische Darbietungen, internationale Redebeiträge und die Vorstellung verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen geplant. In ihrer Stellungnahme nimmt Nav-Dem auch Bezug auf die Rolle der Kurden im Kampf gegen den Islamischen Staat und die jüngsten Entwicklungen in der Türkei.

"Meinerzhagen kann ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen"

„Wir hoffen dennoch auf einen konstruktiven Dialog mit dem Kreis sowie allen Verantwortlichen. Meinerzhagen kann sicherlich für einen Tag 20 000 Kurden die Tore öffnen und ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung setzen. Wir sind sicher, dass wir gemeinsam insbesondere mit einer aktiven Beteiligung der Meinerzhagener Bevölkerung ein erfolgreiches Festival im Sinne der Völkerverständigung und des Friedens genießen können“, heißt es abschließend.

Im Kreishaus wollte man sich am Donnerstag mit Verweis auf das noch laufende Verfahren nicht weiter zum geplanten Festival äußern. Zunächst müsse auf eine erst in den kommenden Tagen endende Frist Rücksicht genommen werden.

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