Krippentiere an der Volme: Zu Besuch bei Ochs und Esel

+
„Die Ochsen haben bei uns Familienanschluss“, erklärt Marlene Latsch und krault Roy am Kinn. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Sie gehören zur Grundausstattung jeder Krippe: Ochs und Esel. Als Arbeitstiere in biblischer Zeit weit verbreitet, sind die kräftigen Vierbeiner heute nur selten zu finden. Auch im Volmetal dauert die Suche länger.

Sie endet erfolgreich bei Lisa, Samson und Roy – ein Weihnachtsbesuch im Stall.

Arbeiten müssen die Ochsen nicht

„Die Ochsen haben bei uns Familienanschluss“, berichtet Marlene Latsch und krault den gutmütigen Roy am Kinn. Etwas gelangweilt steht er neben Samson und sechs weiteren Ochsen in seinem Stall in Genkel. „Den ganzen Sommer sind sie auf der Weide. Jetzt ist es zu kalt“, klärt die Rentnerin auf. Seit zehn Jahren halten Marlene Latsch und ihr Mann Horst Ochsen. Acht bis zehn Tiere, jeweils bis zum Alter von zwei Jahren. Arbeiten müssen sie nicht. Sie werden aufgrund ihres hochwertigen Fleisches aufgezogen. „Der Viehhändler schlug uns vor, Ochsen zu halten, als sich Milchvieh für unseren kleinen Betrieb nicht mehr lohnte“, erinnert sich Horst Latsch.

Das Paar hatte auch Bullen im Stall. „Die wurden aber aggressiv. Ochsen sind friedlicher“, stellt die Landwirtin im Nebenerwerb fest. Im Alter von drei Monaten kastriere ein Tierarzt die Jungbullen. Bis dahin bekämen die Kälber Milch.

Eseldame Lisa genießt ein ruhiges Leben

„Die Tiere wachsen zwar langsamer“, erklärt Marlene Latsch weiter. Insgesamt mache die Haltung von Ochsen jedoch wenig Arbeit. „Das Fleisch müssen wir bloß selbst vermarkten, sonst zahlen wir drauf“, schildert Latsch. Ochsen als Arbeitstiere – das kennt die Rentnerin nur von ihren Großeltern: „Damals wurden die Tiere vor den Pflug gespannt.“

Auch Lisa genießt in Kierspe ein ruhiges Leben. Die Eseldame trägt höchstens mal einen Picknickkorb. Im Sommer nimmt Besitzerin Bärbel Vogt sie mit zu Ausflügen. Bei Kindergeburtstagen ist sie ein beliebtes Schmusetier.

„Geritten wird Lisa nicht, nur geputzt und gestreichelt“, berichtet die Betreiberin des Ponyhofs Isenburg. Ihr gefielen die Langohren schon immer. Vor zehn Jahren holte sie sich die schwarze Eseldame auf den Hof.

„Die Vier sind ein Gespann“

„Lisa hat ihren eigenen Kopf. Sie ist neugierig, schlau und absolut kein dummer Esel“, stellt Bärbel Vogt fest. Auf der Suche nach Leckerchen öffne sie mit Engelsgeduld so manchen Schrank.

Auf dem Ponyhof teilt sich die 23-jährige Lisa einen geräumigen Stall mit Pony Mäxchen und zwei Schafen, dem Duo Toffi und Fee. „Die Vier sind ein Gespann“, klärt Lisas Besitzerin Vogt auf. Auch auf der Weide sei das Quartett stets zusammen anzutreffen. Sollte Lisa doch einmal allein sein, mache sie sich lautstark bemerkbar. ▪ Pia Käfer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare