Kriminalstatistik für Meinerzhagen und Kierspe

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Die aktuelle Kriminalstatistik stellte nun der Kriminalhauptkommissar Andreas Schmutzler (l.) und der Polizeihauptkommissar Michael Stumpe vor. ▪

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ Die Angst ist groß – das reale Risiko relativ klein. „Die gefühlte Bedrohung ist wesentlich höher als die reale“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Stumpe bei der Vorstellung der aktuellen Kriminalstatistik.

Die Zahl der Straftaten sei in Meinerzhagen insgesamt um 47 auf 1335 und in Kierspe um vier auf 765 gesunken. „Meinerzhagen und Kierspe sind damit eine der sichersten Regionen in NRW“, verdeutlichte Stumpe.

Anders als viele Bürger vermuteten, sei die Anzahl der Rohheitsdelikte (wie Körperverletzung oder Raub), sexuelle Straftaten und Rauschgiftdelikte rückläufig, betonte der Meinerzhagener Wachleiter. „Die im Jahr 2009 begonnenen Maßnahmen zeigen Wirkungen. Die Straßen- und Gewaltkriminalität ist rückläufig. Wir sind zuversichtlich unser Ziel – Reduzierung der Fallzahlen bis Ende des Jahres um 30 Prozent – zu erreichen“, erklärte Stumpe.

Maßnahmen seien beispielsweise: Der gezielte Einsatz von Bereitschaftspolizei, die gebündelte Bekämpfung von Intensivstraftätern sowie die „Warnschusstage“.

„Dies ist eine Präventionsmaßnahme“, erklärte Andreas Schmutzler, „bei der wir sogenannten Schwellentätern unmissverständlich klar machen, dass sie ihr Verhalten ändern müssen.“ Der Kriminalhauptkommissar präsentierte zusammen mit Stumpe die Statistik. An den „Warnschusstagen“ wird die Jugendvollzuganstalt Iserlohn besucht – dort erzählen Häftlinge von ihrem Alltag hinter Schloss und Riegel. Durch diese abschreckende Wirkung soll eine Laufbahn als Kleinkrimineller verhindert werden.

Außerdem zeige die hohe Aufklärungsquote der Straftaten Wirkung. In Meinerzhagen sind im vergangenen Jahr 55,59 Prozent und in Kierspe 57,35 Prozent der angezeigten Verbrechen aufgeklärt worden. Diese Zahlen lägen deutlich über dem des Landesdurchschnitts – dieser lag bei 49,9 Prozent.

Zu den aufgeklärten Fällen gehörten auch die Einbruchsserie in Fahrzeuge im Raum Meinerzhagen-Kierspe-Halver. In Meinerzhagen stieg die Zahl der Diebstähle aus Fahrzeugen von 46 auf 106 (Anstieg um 130 Prozent) und in Kierspe von 39 auf 108 (Anstieg um 176 Prozent). „Wir können nur an die Besitzer appellieren nichts offen im Fahrzeug liegen zu lassen. Notebooks, Handys und Handtaschen sind eine leichte Beute. Innerhalb kürzester Zeit ist die Scheibe der Beifahrertür eingeschlagen und die Dinge entwendet“, erklärte Schmutzler. Um Diebesgut nach einem Einbruch dem Besitzer zuordnen zu können, sollten die Individualnummern der jeweiligen Geräte Zuhause notiert werden. Dann bestehe nach der Anzeige eine größere Chance, das Eigentum zurückzubekommen.

Während die Kriminalitätszahlen rückläufig sind, bestätigten die Polizeibeamten eine andere weit verbreitet Annahme: „Ja, die Qualität der Gewalt ist eine andere als früher“, so Stumpe. Die Gewaltbereitschaft sei zum Beispiel unter Alkoholeinfluss höher als früher. Zudem sei die Hemmschwelle nicht mehr so hoch, auf ein am Boden liegendes Opfer einzutreten. „Dazu kommt eine Bewaffnung. Immer mehr Baseballschläger tauchen zum Beispiel bei Verkehrskontrollen auf“, berichtet der Wachleiter. Ebenso stiege die Gewalt gegen Polizisten, verdeutlichte Andreas Schmutzler. ▪ mc

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