Krugmann investiert in den Standort Krim

Die alten Eichenfässer fassen bis zu 25 000 Liter. Sie müssen für den Umbau weichen. - Foto: Zacharias

MEINERZHAGEN - Während am Original die feindliche Übernahme droht, bleibt die Meinerzhagener Krim fest in heimischer Hand: Nachdem der Spirituosen-Hersteller Krugmann bereits im vergangenen Jahr seinen Wunsch auf den Verbleib in der Volmestadt geäußert hatte, lässt er seit Montag Taten sprechen.

Von Frank Zacharias

Den Autofahrern, die auf der Gerichtstraße in Richtung Heerstraße unterwegs sind, fällt die klaffende Lücke in der Fassade des alten Eichenfasslagers ins Auge: Handwerker waren in den vergangenen Tagen damit beschäftigt, die Vorbereitungen für die umfangreichen Sanierungsarbeiten an dem alten Gebäude zu treffen. Durch das Loch sollen die gigantischen Metalltanks und Eichenfässer gehoben werden, um eine Entkernung zu ermöglichen.

„Als wir uns über die Zukunft von Krugmann unterhalten haben, stand natürlich auch die Grundsatzfrage zum Standort im Raum“, räumt der geschäftsführende Gesellschafter Patrick Fayner ein. Denn dass etwas geändert werden musste, stand fest. „Es ,zwickte‘ latent, wir platzten aus allen Nähten“, so Fayner. Im Zuge der breiteren Produktpalette mussten im Laufe der Jahre immer neue Abfüllmaschinen angeschafft werden. Zudem stieg der Lagerbedarf für Roh- und Fertigwaren – ein Grund, im Jahr 2011 kurzzeitig eine Halle in Kierspe anzumieten, ehe Ende 2012 zusätzliche Flächen am Eisenweg bezogen werden konnten. Auf 800 Quadratmetern werden seit eineinhalb Jahren Rohwaren wie die Ingredienzien für die Liköre gelagert. „Dort haben wir genug Fläche gekauft, um noch zwei weitere Hallen dieser Größe zu bauen“, sagt Peter Krugmann, Nachkomme des Gründers Peter Friedrich Krugmann, der mittlerweile Inhaber der Firma Pet. Fr. Krugmann ist: Diese konzentriert sich auf das Immobiliengeschäft des altgewachsenen Unternehmens – und fungiert auch als Vermieter der Krugmann Markenspirituosen GmbH & Co. KG. Womit Peter Krugmann zugleich „Bauherr“ der nun begonnenen Maßnahme ist, die für den Spirituosen-Hersteller ein neues Zeitalter auf der Krim einläuten soll und ein Volumen von etwa 800 000 Euro hat.

„Als das noch ein Bauernhof war, konnten die Tiere ja ohne Probleme ein, zwei Stufen steigen. Mit Gabelstaplern ist das ein Problem“, sagt Patrick Fayner, der um den Investitionsstau im Bereich des alten Eichenfasslagers weiß. Die Waren können nicht bequem transportiert werden, das verschachtelte Gebäude, dessen Fassade ebenfalls einer dringenden Renovierung bedarf, lässt sich kaum wirtschaftlich nutzen. „Die Infrastruktur innerhalb der Gemäuer ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt Patrick Fayner.

Die Abfüllanlage soll vom Lager künftig ebenerdig erreichbar sein, zudem will das Unternehmen den ständig steigenden Qualitätsanforderungen auch im Bereich der Hygiene Rechnung tragen. „Was wir in der Praxis erfüllen, wollen wir auch auf dem Papier nachweisen können“, erklärt Peter Krugmann.

Vorbehaltlich noch ausstehender Gespräche mit der Denkmalbehörde, soll das Gebäude komplett entkernt werden. Die alten Eichenfässer, die dort lagern und bis zu 25 000 Liter fassen, müssen für den Umbau weichen – viele von ihnen für immer. „Wir wollen und können unsere Eichenfasslagerung nicht vollständig aufgeben. Aber der Bedarf ist ein anderer als etwa in den 1960er Jahren, als wir einen Großteil der Kapazität von 300 000 Litern noch mit Korn und Wacholder gefüllt hatten“, erinnert sich Krugmann. Einige Eichenfässer wird es für diese traditionellen Produkte weiter geben, den Großteil des 360 Quadratmeter großen Lagers werden künftig jedoch Edelstahltanks belegen. Denn: „Ein Erdbeerlikör soll nach Erdbeeren schmecken – und nicht nach Holz.“

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