L707 ab April für Motorradfahrer gesperrt

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In der zurückliegenden Motorradsaison war sie immer wieder ein Thema: die L707 zwischen Herscheid und Valbert – und dabei insbesondere die sogenannte Applauskurve. Der von vielen Anwohnern beklagte Zweirradlärm hat nun aber vorerst ein Ende: Vom 1. April bis Ende Oktober wird die Strecke für Motorradfahrer gesperrt.

Die Kreisverwaltung bereitet die Sperrung der Landstraße 707 für Motorradfahrer zwischen der Zufahrt zum Robert-Kolb-Turm und der Einmündung L 696 bei Herscheid-Reblin vor. Dies teilte die Kreisverwaltung den Teilnehmern des sogenannten „Runden Tisches Motorradlärm“ bei deren jüngster Sitzung im Lüdenscheider Kreishaus mit. 

Für den Ausschluss der Motorradfahrer auf der Nordhelle wurden mehrere Gründe angeführt: Unter anderem die steigende Zahl von Unfällen, die zunehmende Lärmbelästigung für Anwohner sowie die Lage der Strecke im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. 

Diese Maßnahmen brachten keinen Erfolg

Wie die zuständige Fachbereichsleiterin Jutta Heedfeld mitteilte, seien bisher alle Versuche, die Straße für auswärtige Motorradfahrer als Rennstrecke unattraktiv zu machen, gescheitert. „Wir haben den Parkplatz gesperrt, Rüttelstreifen in die Fahrbahn einbauen lassen, Haltverbotsschilder aufgestellt und zuletzt die sogenannten Mittelschwellen in der Fahrbahnmitte der Applauskurve angebracht. Das alles hat nicht zum gewünschten Erfolg geführt.“ 

Auch die zusätzlichen Einsätze der Polizei, verstärkte Geschwindigkeitskontrollen und Informationsveranstaltungen vor Ort, wie etwa „Kaffee statt Knöllchen“, hätten die undisziplinierten Motorradfahrer nicht abschrecken können. „Die Nordhelle ist eine der bestbeobachteten Strecken im Märkischen Kreis“, so die Vertreter der Polizei. Bei insgesamt 15 Unfällen, dabei 14 mit Krädern, seien neun Motorradfahrer in der Zeit vom 20. Mai bis 1. Oktober auf der L 707 verletzt geworden. 

Steigende Unfallzahlen

„Zwar habe es nach dem Anbringen der Mittelschwelle nur einen Unfall gegeben, die Gesamt-Unfallzahlen hätten sich aber stetig erhöht“, gab Joachim Pieper von der Straßenverkehrsbehörde zu Protokoll. Von acht im Jahr 2014 über zwölf im Jahr 2015 und 13 im Jahr 2016 auf 15 im vergangenen Jahr. 

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Die Nordhelle ist an schönen Wochenenden Ziel von Bikern aus Soest, Gummersbach, Hamm, Essen, Unna und anderen Ruhrgebietsstädten. Die Belastung durch die Motorradfahrer aus dem Ruhrgebiet sei um 50 Prozent gewachsen. In der Gemeinde Herscheid sowie in Valbert sei der Ärger über die Motorradfahrer gestiegen, machten die anwesenden Vertreter der Kommunen deutlich. Auch die Bürgermeister hatten die Sperrung gefordert.

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer, dass es sich in der Tat um eine Minderheit der Motorradfahrer handelt, die sich nicht ordentlich benehmen. Darunter müsse bei der Streckensperrung leider der überwiegende Teil derjenigen, die gesittet über Ebbe-Nordhang oder zu ihrem Ausflug ins Sauerland fahren, leiden. Für diejenigen Anwohner, die mit dem Zweirad zur Arbeit müssen, soll es auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung geben.

Verbände prüfen Klage

Verständnis für die verärgerten Anwohner äußerten auch die Vertreter des Bundesverbandes der Motorradfahrer sowie der Biker Union. Sie verwiesen auf die bei den Motorrädern zugelassenen Dezibel-Grenzwerte, sprachen sich für die konsequente Verfolgung der „schwarzen Schafe“ unter den Zweiradfahrern aus, machten aber ihren Protest gegen die generelle Streckensperrung deutlich. „Wir werden das prüfen und ggf. juristisch dagegen vorgehen“, kündigten sie an. Die Sperrung der Nordhelle sei die 166. Straßensperrung in Deutschland. Die Erfahrung habe gezeigt, dass es lediglich eine „Verdrängung“ der Motorradfahrer auf andere Strecken gebe. Viele Sperrungen hätten einer juristischen Überprüfung nicht Stand gehalten.

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