Tagung der Kreissynode: Kirchenkreis schlägt Kooperationsräume vor

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Vertreter der einzelnen Gemeinden des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg kamen in Valbert zur Kreissynode zusammen.

Valbert - Sinkende Mitgliederzahlen und damit geringer werdende Steuereinnahmen und obendrein immer weniger Pfarrer: Auch in der Evangelischen Kirche wird in den kommenden Jahren der Druck nach Veränderungen größer. Im Rahmen der Kreissynode des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg am Samstag im Gemeindehaus in Valbert stellte Superintendent Klaus Majoress eine Vorlage des Kreissynodalvorstands (KSV) vor, die Gemeinden auffordert, Möglichkeiten für acht Kooperationsräume über Gemeindegrenzen hinaus auszuloten.

Als Grundlage dienten Zahlen, die die Entwicklung der nächsten Jahre prognostizieren: Dabei ging es um das Alter der Pfarrer im Kirchenkreis und ihren voraussichtlichen Eintritt in den Ruhestand, um die prognostizierten Zahlen der Gemeindeglieder sowie die Anzahl der Theologiestudenten. Bis in die Mitte der 2020er-Jahre werde es keine gravierenden Probleme in der Landeskirche von Westfalen geben. Die Kehrtwende, zu der der Bedarf an Pfarrern nicht mehr gedeckt werden kann, wird für 2029 erwartet. Für den Kirchenkreis erschwerend komme hinzu, dass junge Pfarrer oftmals nicht in die Region wollten.

Majoress stellte daher auch die Idee vor, neben den Pfarrern auch über andere Berufsgruppen im Verkündigungsauftrag nachzudenken. „Wir haben in unserem Kirchenkreis positive Erfahrungen gemacht, Gemeindepädagogen in den Verkündigungsdienst zu übernehmen.“ Die Kooperationsräume sollten so gebildet werden, dass Pfarrstelleninhaber nicht über Gebühr belastet werden.

Bei den Mitgliedern der Synode herrschte Einigkeit über den Handlungsbedarf. Lediglich über die Optionen sowie über den Zeitplan wurde diskutiert. Letzteres nicht zuletzt deshalb, weil innerhalb der Gemeinden der Druck unterschiedlich hoch ist – je nach derzeitiger Zahl der Gemeindeglieder und Alter des Pfarrstelleinhabers. Auch darüber, ob und wie das Gemeindeleben als Größenordnung neben der Zahl der Mitglieder berücksichtigt werden könnte, wurde gesprochen.

Der Kreissynodalvorstand, in der Mitte Superintendent Klaus Majoress, befasste sich auch mit der Zukunft von Haus Nordhelle.

Weiteres Thema der Synode war die Zukunft von Haus Nordhelle. Dazu teilte Majoress mit, dass die abschließenden Gespräche mit einem privaten Betreiber liefen. Dieser werde, so der Plan, zunächst Pächter des Hauses mit dem Ziel, es in acht Jahren endgültig zu übernehmen. In dieser Zeit werde der Kirchenkreis nur die noch laufenden Kreditzahlungen bedienen, die durch die Pachteinnahmen gedeckt werden sollen.

Eine Nutzung des Hauses durch kirchliche Gruppen soll weiterhin ermöglicht werden. Dafür soll auch die Kapelle erhalten bleiben. Weitere Details nannte er aus Rücksicht auf die noch laufenden Verhandlungen nicht. Für das Personal werde es im Rahmen der Übernahme einen einjährigen Kündigungsschutz geben.

Majoress stimmte dem Bedauern, das aus dem Kreis der Anwesenden geäußert wurde, zu, aber er betonte, dass es einem kirchlichen Träger nicht möglich sei, ein solches Haus wirtschaftlich zu betreiben – nicht zuletzt wegen der Personalkosten, für die andere Tarife zu Grunde liegen als im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Mit der nun gefundenen Lösung könne eine Schließung verhindert werden. Das Haus müsse „einen anderen Charakter bekommen“, sagte Majoress, damit ein neuer Betreiber die Chance habe, wirtschaftlich auf die Beine zu kommen.

Kooperationsräume

Folgende Kooperationsräume schlägt der KSV vor:

Nach Beschluss der Synode sollen die Presbyterien diese Vorschläge prüfen und bis Ende November mitteilen, ob sie den Möglichkeiten der Gemeinden entsprechen oder Änderungen vorschlagen.

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