Die Zukunft des Kirchenamts

Das Haus Nordhelle wird bei der Kreissynode am 10. Juni in Valbert ebenfalls Thema sein. Nach wie vor ist es ein heißes Eisen für die beiden Träger. - Archivfoto: Wirth

Valbert - Die Festtage der Evangelischen Kirche in Deutschland sind vorbei. Nach dem Kirchentag in Berlin und seinem großen Finale in Wittenberg wartet auf die heimischen Gemeinden viel Arbeit. Deren Vertreter werden sich am 10. Juni in Valbert treffen, um nicht nur über die Zukunft des Kreiskirchenamtes, sondern auch über die des Hauses Nordhelle zu diskutieren.

Auf die Gäste der Evangelischen Kirchengemeinde Valbert wartet eine lange Tagesordnung. Ein fast sechsstündiges Programm sollten die Pfarrer, Presbyter und sonstigen berufenen und beratenden Mitglieder der Kreissynode einplanen, wenn sie am Samstag, 10. Juni, im Gemeindehaus In den Bäumen zusammenkommen. Und dabei dürfte es nicht immer so entspannt zugehen, wie bereits zu Beginn, wenn Prof. Dr. Martin Jung über „500 Jahre Reformation – Impulse für ein freies und engagiertes Christsein“ referieren wird. Denn nach der Mittagspause steht nicht weniger als eine Fusion mit dem Kreiskirchenamt Soest/Arnsberg auf dem Programm.

Nachdem die Kreiskirchenämter der Kirchenkreise Lüdenscheid-Plettenberg und Iserlohn bereits im Jahr 2008 fusionierten, könnte nun eine weitere Vergrößerung anstehen. Und diese Vergrößerung ist es auch, die noch im vergangenen Jahr bei vielen Gemeinden auf Skepsis stieß. Bereits jetzt ist das Kreiskirchenamt Iserlohn-Lüdenscheid das zweitgrößte Amt auf mittlerer Ebene der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die Sorge: Die Nähe zu den Gemeinden könne verloren gehen, die Wege könnten zu weit sein. Ein 67-seitiges Gutachten, das am 10. Juni in Valbert vorgestellt wird, soll den Skeptikern diese Befürchtungen nun nehmen.

Dabei betonen die Verfasser gleich zu Beginn, dass nicht etwa Einsparungen, sondern der Bau einer „zukunftsfähigen“ Verwaltung das Ziel solch einer Fusion sei. So scheidet in den nächsten 15 Jahren rund die Hälfte der Mitarbeiter sowohl im Amt Lüdenscheid-Iserlohn als auch im Amt Soest/Arnsberg altersbedingt aus. Zudem unterschreite der Stellenplan in Lüdenscheid und Iserlohn in einigen Aufgabenbereichen eine „kritische Größe“, wie etwa bei IT-Angelegenheiten sowie im Bau- und Liegenschaftsbereich.

Die Pläne sehen vor, weiterhin an drei Standorten (Lüdenscheid, Iserlohn, Soest) vertreten zu sein, wenngleich Iserlohn mit 60 Mitarbeitern weiterhin die „Keimzelle“ des neuen Kirchenamtes sein soll. Die übrigen Standorte beschäftigen jeweils 15 Mitarbeiter. Damit soll sogar eine „größere örtliche Nähe zu den Gremien“ gelingen, wie es in dem Gutachten heißt. Als weitere positive Effekte werden unter anderem außerdem die Nutzung von Synergieeffekten, eine höhere Spezialisierung durch mehr Personal, Arbeitsplatzssicherheit und bessere Karrieremöglichkeiten für die Mitarbeiter genannt.

Realisiert werden soll die Fusion bereits im Januar 2018 – ein positives Votum der Kreissynode vorausgesetzt. Auch für die Gemeinden im Kreiskirchenamt Soest/Arnsberg wäre dies übrigens keine Premiere: Dieses Konstrukt geht auf eine Fusion aus dem Jahr 1998 zurück, in deren Folge 2011 der Standort Arnsberg komplett aufgelöst wurde.

Ein weiteres Thema befindet sich am 10. Juni in direkter Nachbarschaft zur Kreissynode: Nach seiner Umstrukturierung bleibt das Tagungszentrum Haus Nordhelle ein heißes Eisen für die beiden Träger des Hauses, die Kirchenkreise Lüdenscheid-Plettenberg und Iserlohn. Und so soll nicht nur über die aktuelle Entwicklung des Tagungszentrums berichtet, sondern auch über einen Antrag der Lüdenscheider Christus-Kirchen-Gemeinde beraten werden. Diese will erreichen, dass für Gruppen aus dem Kirchenkreis keine Raummiete mehr erhoben wird. „Es wird befürchtet, dass sonst Buchungen storniert oder erst gar nicht vorgenommen werden“, heißt es in dem Antrag.

Seit der Modernisierung des Hauses ist die neue Preisstruktur insbesondere von Kirchengemeinden immer wieder diskutiert worden.

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