Nordhelle: Jetzt sollen Messgeräte für Klarheit sorgen

+
Eines von zwei unscheinbaren Kästchen, die an der L 707 Art und Geschwindigkeit der Fahrzeuge registrieren.

Valbert/Herscheid - Sie sind grau und unscheinbar - doch sie könnten in Sachen Sperrung der L707 an der Nordhelle für Bewegung sorgen: Der Märkische Kreis hat Seitenradar-Messgeräte installiert.

Warum der 43 Jahre alte Niederländer auf der Landstraße 707 zwischen Valbert und der Nordhelle am Sonntag tödlich verunglückte, ist noch nicht geklärt. Inzwischen hat die Polizei das niederländische Generalkonsulat eingeschaltet und dessen Mitarbeiter über die bislang bekannten Details informiert. 

Ob die Nordhelle nach der Durchfahrtssperre für Motorräder und der folgenden Wiederfreigabe erneut für Motorräder dichtgemacht wird, darüber muss nun das Oberverwaltungsgericht entscheiden. Bis dahin bleibt der Märkische Kreis, der die zwischenzeitliche Sperrung einst verhängt hatte, aber nicht untätig. 

Wie Pressesprecher Hendrik Klein gestern auf MZ-Anfrage mitteilte, hat die Behörde inzwischen zwei Seitenradar-Messgeräte an der L 707 installiert. Die unscheinbaren grauen Kästen sollen in den kommenden zwei Monaten Messungen vornehmen. Dabei geht es darum, Daten zu erfassen. 

Konkret ist vorgesehen, aufzuzeichnen, welche Fahrzeuge in welchem Tempo die Strecke befahren. Nicht erfasst, so Hendrik Klein, werden die Kennzeichen. 

Geräte unterscheiden Art der Fahrzeuge

„Die Geräte können feststellen, ob Lastwagen, Autos, Motorräder oder sogar Fahrräder in dem Bereich unterwegs sind. Dabei sind sie so genau, dass sogar zwischen einem normalen Pkw und einem Van unterschieden wird“, erläutert Klein. 

Hintergrund ist die Informationsgewinnung angesichts der bevorstehenden Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht, in der über die Rechtmäßigkeit einer möglichen erneuten Sperrung für Motorräder entschieden wird. Die Polizei verfügt außerdem über Zahlen, die Aufschluss über die Unfallentwicklung mit Beteiligung von Zweirädern auf der L 707 im Bereich Nordhelle geben. 

In diesem Jahr wurden demnach vier solcher Unfälle registriert. Einer davon mit tödlichem Ausgang, zwei mit Leichtverletzten und einer, bei dem Sachschaden entstand. 

2016 ereigneten sich im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 15. Juli vier Motorrad-Unfälle auf dieser Strecke. Die Bilanz damals: Zwei Leichtverletzte, zweimal Sachschaden. 2017 weist die Statistik für denselben Zeitraum zehn Unfälle aus, an denen Zweiradfahrer beteiligt waren. Drei Schwerverletzte, drei Leichtverletzte und viermal Sachschaden – so das Fazit damals. 

BVDM appelliert an Motorradfahrer

Beim Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) wurden die Radargeräte bereits zur Kenntnis genommen. Dort reagiert man mit folgendem Appell auf der Homepage: „Von Vorteil wäre es, wenn auf diesen Datensätzen kaum zu schnelle Motorräder auftauchen werden. Wie wir es schon so oft gefordert haben, haltet euch an die Tempolimits und fahrt im Rahmen des Erlaubten! Sollten auf den Datensätzen extreme Geschwindigkeitsverstöße von Motorradfahrern erkennbar sein, wird das Urteil eventuell nicht zu unseren Gunsten ausfallen. Also helft mit, eine erneute Sperrung der Nordhelle zu vermeiden. Sagt es allen Freunden und Bekannten, die dort eventuell fahren wollen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare