Gottesdienst und Markt der guten Taten

„Shoppen“ für die gute Sache: Beim „Markt der guten Taten“ im Gemeindesaal St. Christophorus war jeder Euro gut angelegt.

Valbert - Klatschen und Mitgehen war am Sonntag in der Kirche St. Christophorus ausdrücklich erwünscht. „Wenn die Menschen in Afrika einen Gottesdienst feiern, dann geht die Post ab,“ so Pastor Ludwig Opahle. „Dort herrscht eine andere Mentalität.“

Bald darauf hallte der rauchige Klang eines Saxophons durch das Gotteshaus, begleitet von Gitarren- und Keyboardklängen. Die Band Valberta Musica ließ den Funken überspringen, da ließ sich niemand lange bitten.

Unter dem Motto „Mensch sein für andere“ wollte dieser etwas andere Gottesdienst – federführend gestaltet vom „Kreis junger Frauen“ der katholischen Gemeinde – aufmerksam machen auf die Not in manchem Gebiet des schwarzen Kontinents. Zugleich war er Auftakt für den „Markt der guten Taten“, der im Anschluss im Gemeindesaal Gelegenheit bot, ausgefallene Handarbeitskunst zu bewundern und mit dem Kauf eine Krankenstation in Kenia zu unterstützen.

Bereits zum fünften Mal organisierte der „Kreis junger Frauen“ diesen bunten Basar, der dazu einlud, bei dampfender Kartoffelsuppe (gekocht von Dirk und Iris Pies) mit Würstchen oder Kaffee und Kuchen Kontakte zu pflegen und das eine oder andere handgearbeitete Teil zu erwerben. Die kreativen Frauen hatten alles so geschmackvoll gestaltet, dass überall im Raum und vor der Tür besondere Hingucker zu bestaunen waren.

Seit sieben Jahren trägt die Unterstützung aus der Gemeinde in Valbert wesentlich dazu bei, die Arbeit von Schwester Therese Vogel zu unterstützen. Seit 1989 leitet sie drei Krankenstationen in Kenia, kümmert sich mit ihrem Team zudem um 25 Waisenkinder. Das Valberter Ehepaar Maria und Professor Erwin Schwab, das regelmäßig ins Projektgebiet fliegt, und dann auch Sachspenden mitnimmt, brachte von der letzten Reise im September erneut positive Nachrichten mit. „Einige der Waisen haben ihr Studium abgeschlossen und ihre Arbeit als Lehrer, Krankenschwester oder Elektroingenieur aufgenommen“, berichtete Maria Schwab.

Die Spenden aus Deutschland halfen 2013 die Krankenstation zu erweitern. Nun könnten mehr Menschen medizinisch betreut werden. „Alleine im August wurden 700 Patienten von Schwester Therese und ihren Helferinnen behandelt“, so Schwab. Weitere zukunftsweisende Projekte sind geplant. „Wir haben in der Region Bungoma im Westen Kenias zusammen mit dem von uns sehr geschätzten Bischof Norman den Bau einer Handwerkerschule für Mädchen geplant“, berichtet die Valberterin. Diese seien in Kenia immer noch sehr benachteiligt. Das grausame Sterben durch den Ebola-Erreger betrifft das ostafrikanische Land derzeit übrigens nicht unmittelbar. Es liegt Tausende Kilometer von Guinea, Sierra Leone oder Liberia entfernt, hat sämtliche Flüge dorthin eingestellt und weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

„Miteinander, füreinander – für den anderen“ lautet die Devise der Valberter Frauen. Die zwölf Aktiven wurden am vergangenen Sonntag für ihre monatelangen Vorbereitungen belohnt und freuten sich über die große Resonanz – eine Voraussetzung dafür, die Freunde in Kenia auch weiterhin tatkräftig unterstützen zu können. - ps

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