Ansprechpartner im Notfall

Wohin, wenn der Hausarzt geschlossen hat? Diese Alternativen bietet der ärztliche Notdienst

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Dr. Holger Reimann und seine Kollegin Inna Mityuschkin.

Meinerzhagen - Inna Mityushkin ist Chirurgin. Zurzeit absolviert sie beim Meinerzhagener Arzt Dr. Holger Reimann eine Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin. Die 42-Jährige, geboren in der Ukraine, möchte nach erfolgreicher Prüfung eine Hausarzt-Praxis in Kierspe eröffnen.

Und sie ist sicher: „In diesem Land ist die medizinische Versorgung optimal. Besser geht es nicht.“ 

Inna Mityuschkin ist nicht nur in Dr. Reimanns Praxis im Dienste der Gesundheit tätig, sie ist als Notärztin auch im gesamten Märkischen Kreis unterwegs. Stichwort ärztliche Versorgung im Notfall. Sowohl Dr. Reimann als auch Inna Mityuschkin ist es ein Anliegen, in diesem Zusammenhang auf einige Punkte hinzuweisen, die für eine optimale Versorgung sehr wichtig sind. 

Verschiedene Möglichkeiten für Hilfe im Notfall

Der Mediziner aus Meinerzhagen zählt deshalb die Möglichkeiten auf, die sich den Bürgern bieten: „Da gibt es natürlich die Telefonnummer 112. Die ist für Notfälle reserviert. Beispielsweise bei kardiologischen Fällen und natürlich auch Unfällen. Im Zweifel gilt: 112 wählen. Ausdrücklich: Kleinigkeiten sollten hier auf keinen Fall gemeldet werden“, erläutert Dr. Reimann. 

Dieser Zusatz ist ihm auch deshalb sehr wichtig, weil die diensthabenden Notärzte für schwere und lebensbedrohliche Fälle zuständig sind und nicht mit Bagatellen „blockiert“ werden dürfen.

Alternative auch für nicht transportfähige Patienten

Wenn heimische Arztpraxen geschlossen haben, was dann? In einem solchen Fall, so Dr. Reimann und Inna Mityuschkin, gebe es mehrere Möglichkeiten: „Da ist zum einen der kassenärztliche Notdienst in den Krankenhäusern. Der ist auch in den Meinerzhagen am nächsten liegenden Einrichtungen in Lüdenscheid, Attendorn, Olpe und Gummersbach erreichbar. Wenn die örtliche Praxis geschlossen ist, kann er mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr aufgesucht werden, samstags und sonntags von 8 bis 22 Uhr. Der kassenärztliche Notdienst entscheidet dann, welche Therapie nötig ist oder ob der Patient stationär aufgenommen werden muss.“ 

Außerhalb dieser Zeiten und wenn der eigene Hausarzt geschlossen hat, kann dann – etwa in der Nacht – die Notfallambulanz der Krankenhäuser genutzt werden.“ Beispielsweise für nicht transportfähige Patienten gibt es noch eine weitere Alternative: „Den kassenärztlichen Hausbesuchsdienst. Er ist erreichbar unter der Rufnummer 116 117“, erläutert Dr. Reimann. 

Fachlich fundierte medizinische Telefonauskunft gebe es dort aber nur selten, weiß er. Wer diese Nummer wählt, kann auch kaum damit rechnen, innerhalb der nächsten Minuten Besuch vom Arzt zu bekommen. Denn: „Im gesamten Märkischen Kreis, zwischen Menden und Meinerzhagen, sind zwei Wagen im Einsatz“, erklärt Inna Mityuschkin. Wartezeit müsse also einkalkuliert werden. 

Die Ärztin betont, dass auch diese Telefonnummer nicht bei normalen „Befindlichkeitsstörungen“ gewählt werden sollte. Vieles habe Zeit, bis der eigene Hausarzt seine Praxis wieder öffne. Geschätzt seien 80 Prozent ihrer Einsätze keine Notfälle, hat die Medizinerin festgestellt. Auch die Notfallambulanzen in den Krankenhäusern, so Dr. Reimann, würden oft mit Bagatellen konfrontiert. Inna Mityuschkin erinnert sich an einen Einsatz im kassenärztlichen Besuchsdienst: „Da wurde ich angefordert, um nachts um 2 Uhr ein Rezept auszustellen.“

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