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Ansturm auf das Testzentrum

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Von: Jürgen Beil

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Im Testzentrum in der Stadthalle wurde das Personal nach Wiedereinführung der kostenlosen Tests verdoppelt.
Im Testzentrum in der Stadthalle wurde das Personal nach Wiedereinführung der kostenlosen Tests verdoppelt. © Zacharias, Frank

Bin ich mit dem Corona-Virus infiziert? Antwort auf diese bange Frage gibt ein Test.

Meinerzhagen – Jeder Bürger hat seit Samstag wieder Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Antigen-Schnelltest (PoC-Test) pro Woche – und dies gilt unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus.

„Wir haben enorm viel zu tun. Die Nachfrage nach Tests ist in der Stadthalle drastisch gestiegen, der Ansturm ist spürbar“, berichtete Sabrina Subat am Montag. Sie betreibt für das Gummersbacher Unternehmen medi-co consulting das heimische Testzentrum. Und sie hat, dem ersten Eindruck nach, festgestellt, dass derzeit relativ viele Menschen positiv auf das Virus getestet werden: „Der Anstieg ist deutlich – und das auch bei doppelt Geimpften. Wir führen keine Listen über positive Testergebnisse, aber es sind schon viele“, hat Subat festgestellt.

Personal verdoppelt

Um dem Andrang gerecht zu werden, hat medi-co das Personal in der Stadthalle gleich nach Wiedereinführung der kostenlosen Tests verdoppelt. „Jetzt sind acht Mitarbeiter in der Stadthalle beschäftigt. Aber es war mir schon vorher klar, dass es so weit kommen würde. Es war wieder vieles möglich, es wurde beispielsweise Karneval gefeiert. Es ist wirklich Wahnsinn, dass die Situation nun so eskaliert, wo man eigentlich schon vorher hätte reagieren können“, stellt Sabrina Subat fest. Sie weist nun darauf hin, dass jeder Bürger auch mehr als einen kostenlosen Test pro Woche durchführen lassen kann: „In der Verordnung ist von mindestens einem Test die Rede.“

Das Rote Kreuz betreibt Teststellen in der Valberter Ebbehalle und an der Kölner Straße in Kierspe. Eigentlich sollten die Ende des Monats geschlossen werden. „Wir befinden uns aktuell in weiteren Sondierungsgesprächen – auch mit unseren Mitarbeitern im Testzentrum – und diskutieren intern den Fortbestand des Testzentrums. Eine finale Aussage wird noch diese Woche erwartet“, erläutert Pascal Hülle, Vorstand des DRK-Kreisverbandes, zum Zentrum in Valbert. Sollte es eine Entscheidung geben, auch über das Kiersper Zentrum, werden wir berichten.

Selbsttests verfügbar

Wer bereits in den eigenen vier Wänden einen Test durchführen möchte, kann das ebenfalls tun. Selbsttests sind beispielsweise in den heimischen Apotheken zu haben. Werden diese Tests nun in Zeiten explodierender Infektionszahlen vielleicht sogar ein knappes Gut, wie einst Toilettenpapier, Mehl oder Seife?

„Die Nachfrage ist tatsächlich ein wenig angestiegen. Einen Run auf Selbsttests gibt es bei mir aber nicht“, erläutert Markus Blumenthal, Inhaber der Ihne-Apotheke in Valbert.

Dass die Kunden bei ihm nicht Schlange stehen, um Tests zu erwerben, führt der Valberter auch darauf zurück, dass ein Zertifikat über ein negatives Ergebnis benötigt wird, um mehr Freiheiten im öffentlichen Leben genießen zu können. Und diese offizielle Bescheinigung gibt es nach einem Selbsttest natürlich nicht. Markus Blumenthal hat auch noch genügend Restbestände auf Lager. „Wir mussten noch nicht nachbestellen, denn lange Zeit waren die Selbsttests überhaupt nicht mehr gefragt. Ich hatte schon Angst, darauf sitzen zu bleiben“, erläutert er. Dass die Versorgungslage gut ist, zeigt sich schon am Preis: Mussten in der Ihne-Apotheke – auch durch die hohen Einkaufspreise, die der Apotheker selbst bezahlen musste – einst bis zu 8 Euro für einen Selbsttest berappt werden, sind es heute nur noch 2 Euro.

Änderungen in Seniorenheimen

Überhaupt ist die Lage auf dem Arzneimittelmarkt laut Markus Blumenthal zurzeit recht gut. Engpässe gebe es im Großen und Ganzen nicht. Aber das könnte auch die Ruhe vor dem Sturm sein, meint der heimische Apotheker. „Die Grippe-Saison hat noch gar nicht begonnen. Das passiert eigentlich immer erst im Januar beziehungsweise Februar. Mal sehen, ob das diesmal auch so ist“, blickt der Valberter voraus.

In Sachen Tests wird es in naher Zukunft in Senioreneinrichtungen Änderungen geben. Das betrifft auch das Wilhelm-Langemann-Haus an der Mühlenbergstraße. Sowohl die Testpflicht für Mitarbeiter als auch die für Bewohner und Besucher soll verschärft werden. Wurde die zweite Impfung bei einem Bewohner vor mehr als sechs Monaten durchgeführt, sieht eine neue Allgemeinverfügung des Kreises zum Beispiel bald vor, dreimal pro Woche einen Test verpflichtend durchzuführen. Bisher wurde alle zwei Wochen einmal getestet. Der Krisenstab der Perthes-Stiftung werde die nötigen Maßnahmen planen. Umgesetzt werden sie dann vor Ort, erläuterte Einrichtungsleiterin Ingrid Papst.

Im Langemann-Haus sind Tests nicht knapp. Die Perthes-Stiftung kauft sie zentral ein. Angst, dass es bald nicht mehr genügend Tests gibt, hat Ingrid Papst nicht: „Die Zentrale wird sich auf die Änderungen einstellen“, ist sie sicher.

Öffnungszeiten

Die Teststelle Stadthalle ist an folgenden Tagen und zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag 7.45 bis 15.30 Uhr, Dienstag 7.45 bis 12 und 14.45 bis 19 Uhr, Mittwoch 7.45 bis 12 und 14.45 bis 17 Uhr, Donnerstag 7.45 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, Freitag 7.45 bis 13 und 17 bis 19 Uhr, Samstag von 8.45 bis 15 Uhr. Auch PSR-Labortests werden durchgeführt. Sie müssen selbst bezahlt werden und kosten 79 Euro.

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