Hygiene und Schutz haben Priorität

+
Bettina Meise-Gräve, Inhaberin des Kosmetik- und Fußpflegeinstituts Bettys Beautyworld, in voller "Corona-Montur".

Valbert/Kierspe – Die Corona-Krise dauert an. Wie lange, weiß niemand. Diverse Lockerungen der Corona-Vorschriften seitens der Landesregierung erlauben jedenfalls erste vorsichtige Schritte zurück in Richtung einer „Normalität“ des gesellschaftlichen Alltags.

So ist nun auch der Besuch von Kosmetikstudios wieder möglich. Ob Maniküre, Pediküre, Gesichtspflege – eine Zwischenbilanz nach den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung zeigt, dass auch bei den heimischen Instituten Termine gefragt sind. 

Auch wenn sich wohl so mancher Kunde erst noch an die nun eher kühle statt gemütliche Atmosphäre im Behandlungsraum gewöhnen muss. Denn die ohnehin schon sehr hohen Hygiene-Standards für kosmetische Einrichtungen wurden durch die Corona-Auflagen nochmal verschärft. Bettina Meise-Gräve, die in Valbert das Kosmetik- und Fußpflegestudio Bettys Beautyworld betreibt, fasst die erweiterten Maßnahmen im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen: „Abgesehen von den üblichen Hygienemaßnahmen sind zum Beispiel die nur sonst werktäglich nach Arbeitsende nötigen Arbeiten nun nach jedem einzelnen Kunden erforderlich, damit alles, mit dem eventuell Kontakt bestand, wieder desinfiziert wird. Außerdem wird nun neben der üblichen Arbeitskleidung bei jeder Behandlung am Kunden entsprechende Schutzkleidung getragen – bestehend aus Kittel oder Schürze, Einmalhandschuhen, Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske und zusätzlich Visier, wenn der Kunde im Rahmen der Behandlung seine Maske ablegen darf.“ 

Darüber hinaus müsse eine Dokumentation geführt werden. „Damit das Gesundheitsamt im Fall einer Erkrankung eine Infektionskette nachverfolgen kann“, erklärt Bettina Meise-Gräve. Dass dies viele Veränderungen der gewohnten Arbeitsabläufe mit sich bringt, liegt auf der Hand. „Die Rüstzeiten und Desinfektionsmaßnahmen dauern länger“, nennt die Solo-Selbstständige ein Beispiel. „Dadurch schafft man weniger Termine.“

Und auch die Atmosphäre bei der Behandlung sei nun anders. „Vorher stand das Wohlfühlen im Mittelpunkt, jetzt ist es gefühlsmäßig steriler“, sagt Bettina Meise-Gräve. Nichtsdestotrotz hält sie die strengen Vorgaben der Regierung für vernünftig und notwendig. „Schließlich wollen wir andere und uns so gut es geht schützen, damit wir möglichst gut durch die Corona-Krise kommen“, betont die Valberterin.

Das sieht Carmen Rappensteiner ebenfalls so. „Der Gesundheitsschutz hat natürlich höchste Priorität“, sagt die Solo-Selbstständige, die am Felderhof in Kierspe, gegenüber dem Eingang zur Fußballgolf-Anlage, das Kosmetik- und Fußpflegestudio Mona Lisa betreibt. Doch auch die veränderte Atmosphäre im Behandlungsraum erlebt Carmen Rappensteiner ähnlich. „Die Gemütlichkeit fehlt – gerade was die Kosmetikbehandlungen angeht“, findet sie.

„Zudem zeigt sich, dass einige Kunden wegen der Corona-Krise verständlicherweise noch verunsichert sind und daher noch etwas abwarten, bis sie einen Termin vereinbaren“, erklärt die Kiersperin. Insgesamt sei der Kundenzuspruch jedoch da und Termine seien gefragt. Aber auch für Carmen Rappensteiner machen sich die verschärften Hygiene-Vorschriften durch einen entsprechend deutlich höheren zeitlichen Aufwand bemerkbar: „Im Vergleich dazu, wie es vor der Corona-Krise war, schafft man jetzt im selben Zeitraum ungefähr ein Drittel weniger Termine.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare