Musikalische Zahlenakrobaten in der Stadthalle

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Mit Schlagern aus den 50er und 60er Jahren eröffnete der Männerchor Meinerzhagen die beiden Teile des Konzertes, zu dem er in die Stadthalle eingeladen hatte.

Meinerzhagen - Salonatmosphäre herrschte am Samstagabend in der Stadthalle. Der Männerchor Meinerzhagen hatte zum Konzert eingeladen und Musikfreunde hatten sich mit einem Getränk ihrer Wahl in kleinen Gruppen an den Tischen versammelt, als die Gastgeber das Konzert eröffneten.

Schlager aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts brachten die zwölf Sänger des traditionsreichen heimischen Chores unter der Leitung von Ralf Oßwald zu Gehör. Darunter der einstige Ohrwurm „Das hab´ ich in Paris gelernt“, den Chris Howland, auch bekannt als Mister Pumpernickel, seinerzeit erfolgreich interpretierte. Bezugnehmend auf die Anschläge in der französischen Hauptstadt verbanden die Sänger den Vortrag mit dem Wunsch: „Es lebe Paris!“

Die Faszination der Zahlen stand im Mittelpunkt des Konzertes und ihnen trug der Chor auch bei seiner Eröffnung des zweiten Konzertteils Rechnung. „Mit 17 hat man noch Träume“, einstmals von Peggy March gesungen, „Sieben Fässer Wein“, durch deren Genuss eine Hochzeit verhindert wird, und Udo Jürgens´ „Mit 66 Jahren“ brachten sie zu Gehör. Bei diesem Lied brachten die Sänger auch ihr Bedauern zum Ausdruck, dass ihre Aufforderung an so manchen Ruheständler, sich dem Chor, der seit mehr als 145 Jahren das kulturelle Leben der Stadt mitgestaltet, anzuschließen, meistens abschlägig beantwortet wird.

„90-60-90 – Bekenntnisse eines Nummerngirls“ hatte das Adonis Salonorchester, das jeweils nach dem Männerchor aufspielte, sein mittlerweile zehntes Programm überschrieben. Mit einer Fuge von Johann Sebastian Bach, der als einer der ersten Komponisten in seiner Musik Zahlenspiele widerspiegelte – jazzig dargeboten à la Jacques Loussier – eröffneten Hans Wanning (Klavier), der auch den Männerchor am Flügel begleitete, Thomas Wurth (Trompete, Posaune, Gesang), Stefan Weippert (Bass) und Klaus Sonnabend (Schlagzeug, Gitarre) ihren Vortrag.

Es folgten unter anderem Route 66, Take Five, das 007-Thema, Preludio para el año 3001 von Astor Piazzola und When I´m 64 von den Beatles. Bei nahezu allen Stücken spielten Zahlen eine Rolle, und das Publikum, das mitswingte und -klatschte, gelegentlich auch mitsang und die Füße wippen ließ, erhielt von Stefan Weippert eine Rechenaufgabe.

Wanja Weippert (Gesang) sorgte für weitere Höhepunkte und begeisterte mit Chandelier, 50 mila oder der Wolllust aus den Sieben Todsünden von Brecht/Weill und One note Samba von Antonio Carlos Jobim. Außerdem agierte sie mit High-Heels, Netzstrümpfen, Strapsen und kecken Hütchen als Nummerngirl und servierte Musikern und Zuhörern einen Seven-and-Seven-Cocktail, den John Travolta im Film „Saturday Night Fever“ orderte.

Vor den zwei Zugaben, die das Publikum verlangte, wurde mit der Rechenaufgabe auch die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet: „42“ ist des Rätsels Lösung, wie der Computer Deep Thought in Douglas Adams Sciene-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ herausfindet. Zu dumm nur, dass die richtige Frage nicht gestellt wurde – sie bleibt also für die meisten unbeantwortet. Nur die Musiker wissen: Der Sinn des Lebens ist die Musik!

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