Ein atemberaubendes Konzert

Die Passion für ihr Instrument, virtuoses einfühlsames Spiel und technisches Können zeichneten den Vortrag von Mladen Miloradovic (links) und Filip Tomic aus. - Foto: Müller

Valbert - Die „Liebeserklärungen für Violoncello“ der beiden serbischen Musiker Mladen Miloradovic und Filip Tomic verfehlten ihr Ziel nicht. Punktgenau wie Amors Pfeil trafen sie die rund 100 Zuhörer, die sich am Sonntagabend in der Halle der Begegnung im Haus Nordhelle eingefunden hatten, mitten ins Herz.

Von Luitgard Müller

Es war das erste KuK-Konzert nach der Renovierung des Tagungszentrums. Der Vereinsvorsitzende Fritz Schmid hatte die Musiker spontan dazu eingeladen, nachdem er sie bei einem Auftritt im Rahmen einer Kunstausstellung in Belgrad gehört hatte. Mladen Miloradovic hat sein Musikstudium an der Hochschule in Detmold bereits abgeschlossen, besucht aber weiterhin Meisterkurse. Filip Tomic studiert an der Musikhochschule in Köln und steht kurz vor seinem Examen.

Die Liebe ist ja bekanntlich ein Gefühl mit vielen Facetten, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Zuweilen auch ein wenig melancholisch, wie es ein Stück von Jean-Baptiste Barrière vermittelte, das die beiden Künstler zum Auftakt spielten. Ein Duo in e-Moll von Bernhard Romberg schloss sich an, das wie ein musikalischer Dialog daherkam, in dem sich die Instrumente gegenseitig befeuerten mit Widerspruch und Zustimmung. „Sieht nicht schwer aus, ist aber schwer“, erklärte Mladen Miloradovic, der humorvoll durch das Programm führte. Schwierig nur für einen Spieler, leicht für den anderen sei die Sonate Nr. 6 in C-Dur von Luigi Boccherini merkte er an.

Ein kurzes Ausschütteln der linken Hand und weiter ging der atemberaubende Parforceritt der schnellen Finger über das Griffbrett, flog der Bogen über die Saiten.

Hatte schon dieser erste Konzertteil die Zuhörer begeistert – der zweite Teil wusste diese noch zu steigern. Zunächst mit einem Stück des „Teufelsgeigers“ Niccolò Paganini, das eigentlich für eine Violine und nicht für die mittlere Tonlage des Violoncello geschrieben wurde und deshalb eine besondere Herausforderung darstellte. Dann mit den fünf Sätzen des Stückes eines ungarischen Komponisten mit dramatischen Passagen, leidenschaftlich, temperamentvoll, voll bittersüßer Sehnsucht und „sehr kompliziert, deshalb kaum gespielt“, wie Miloradovic anmerkte.

Mit minutenlangem Beifall, der stehend gespendet wurde, honorierten die Zuhörer den Vortrag, die Passion der Musiker für ihr Instrument, ihr einfühlsames virtuoses Spiel und technisches Können. Ohne Zugabe wollten sie sie nach diesem Ohrenschmaus nicht entlassen, und so servierten Mladen Miloradovic und Filip Tomic mit einem Augenzwinkern noch ein besonders Bonbon: ihre Version des James-Bond-Themas.

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