Konzert zu Ehren von Chopin und Schumann

MEINERZHAGEN – Frédéric Chopin und Robert Schumann hätten das erlesene „Geburtstags-Ständchen“ ganz sicher zu schätzen gewusst. Das Konzert zu Ehren der beiden großen Komponisten der Romantik, die beide vor 200 Jahren das Licht der Welt erblickten, verzauberte am Samstagabend auch die zahlreichen Besucher in der Stadthalle.

Immer wieder waren vereinzelt Bravo-Rufe zu hören. Lange anhaltender Applaus und viele bewundernde Kommentare der Zuhörer ließen erkennen, dass die Musikliebhaber auf ihre Kosten kamen. Von Petra Schüller

Drei hochkarätige Musiker hatten sich nach einer Anfrage von KuK Klassik eigens für dieses Konzert zusammengefunden. Zunächst wandten sich die Organisatoren des Kulturvereins an den gebürtigen Meinerzhagener Frank Zabel, der sich mittlerweile einen Namen als Pianist und Komponist gemacht hat und in Düsseldorf Komposition und Gehörbildung lehrt. Zabel sagte sofort zu und konnte auch die Konzertmeisterin der Bochumer Symphoniker, Cordula Merks, und Manuel Fischer-Dieskau, Professor für Cello an der Musikhochschule Mainz, für die Idee gewinnen.

Moderne Komposition von Frank Zabel

Neben Werken von Schumann und Chopin kamen die Besucher auch in den Genuss einer modernen Komposition von Frank Zabel.

Den Auftakt machte aber Schumanns Violinsonate in a-Moll, die der Komponist 1853 bereits am Rande der geistigen Umnachtung schrieb. Es heißt, Clara Schumann habe die Sonate oft nur unter Tränen zu Ende spielen können. Das Werk galt lange Zeit als Ausdruck seines geistigen Verfalls und so hielt sie es unter Verschluss. Erst 1956 konnte das Stück veröffentlicht werden.

Frank Zabels Klaviertrio Nr. 1 wurde 2008 in Dortmund uraufgeführt. Der Komponist erlebte am Samstag jedoch erneut eine Premiere: Erstmals spielte er selber sein Werk auf einer Bühne. Seine moderne Komposition bildete einen interessanten Kontrapunkt zu den Werken von Chopin und Schumann. Geige und Cello kamen zeitweise auf sehr ungewöhnliche Weise zum Einsatz: Der Bogen wurde nicht nur zum Streichen, sondern auch zum „Hämmern“ benutzt. Rasante Passagen wechselten sich mit eingängigen Melodien ab. Die mit Kraft, Leidenschaft, Zartheit, mit sichtlicher Spielfreude und Humor vorgetragene Interpretation des Werks brachte den Zuhörern die Komposition näher und weckte bei vielen sicherlich die Neugierde auf zeitgenössische Kompositionen.

Weitere Glanzpunkte waren nach der Pause Chopins einzige Cellosonate und Schumanns 3. Klaviertrio in g-Moll. Stürmischer Applaus belohnte die virtuosen Musiker nach dem Konzert. Mit einer bezaubernden Zugabe, dem langsamen Satz aus Mendelssohns 1. Klaviertrio in d-Moll, verabschiedeten sie sich von ihren Zuhörern.

Rubriklistenbild: © Schüller

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