Cantamus begeistert Zuhörer in Jesus-Christus-Kirche

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Mit seinem Konzert unter dem Titel „Musik zur Passion“ begeisterte der Chor Cantamus unter der Leitung von Frank Bisterfeld am Samstag in der Jesus-Christus-Kirche.

MEINERZHAGEN - Mit „Dona nobis pacem – Verleih’ uns Frieden gnädiglich“, a capella gesungen, zog der Chor Cantamus am Samstagabend gemessenen Schrittes in die Jesus-Christus-Kirche ein und gab den zahlreichen Zuhörern damit bereits einen Vorgeschmack auf den Ohrenschmaus, den sie bei freiem Eintritt in den nächsten eineinhalb Stunden erwarten durften.

„Musik zur Passion“ war das Konzert der 55 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Frank Bisterfeld überschrieben. Passion – das meint sowohl die Leidensgeschichte Jesu, derer Christen vor allem während der Fasten-, der Passionszeit gedenken, als auch Leidenschaft, der es bedarf, um ein Leben für Menschlichkeit und Liebe zu führen, diesem eingeschlagenen Weg trotz aller Widerstände zu folgen. Bibelzitate, eingebettet in eine Reihe von Chorälen aus der Matthäus-Passion machten die Intention deutlich, die der Auswahl der Musikstücke für dieses Konzert zugrunde lag: „Kämpfe für das Leben, auch wenn es das Leben kostet.“

Vorgetragen wurden Motetten und Lieder von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy, Stücke aus dem Paulus-Oratorium und der Matthäus- und Johannes-Passion, „Locus iste“ von Anton Bruckner und das „Kyrie“ aus dem Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. Musik, die nicht im Leiden verharrt, sondern zustimmend lobpreist und jauchzt, die sich der Hoffnung, dem Leben zuwendet, so wie das Osterfest und damit die Auferstehung der Passionszeit folgt: „...ins Leben hinein sterben.“

Zwei Orgel-Solobeiträge von Gerlinde Rentrop

Einstimmig oder mehrstimmig gelang es den Sängerinnen und Sängern unter der Choreographie von Frank Bisterfeld in Ausdruck, Lautstärke und Modulation die Emotionalität der Musikstücke erfahrbar zu machen. Voluminös, gewaltig in den lauten Passagen, gefühlvoll und inniglich in den leisen. Die Akustik des Gotteshauses beförderte außerdem den Musikgenuss.

Bei vielen Liedern wurde der Chor von Gerlinde Rentrop an der Orgel feinfühlig begleitet, die auch mit zwei Solobeiträgen zu hören war: „Fiat lux – Es werde Licht“ aus den zwölf neuen Stücken für Orgel von Théodore Dubois und dem ersten Satz der Orgelsonate in f-moll, ebenfalls von Mendelssohn-Bartholdy.

Um die Andacht während des Vortrages nicht zu stören, waren die Zuhörer gebeten worden, erst nach dem Ende des Konzertes zu applaudieren. Und das taten sie dann auch ausgiebig. „Man kann sich wohlfühlen in dieser Kirche“, zog Frank Bisterfeld ein Resümee, und versprach, einer weiteren Einladung mit dem Chor gern zu folgen. Die Zuhörer des Konzertes werden es sich wünschen.

Wem die Zeit bis dahin zu lang ist, kann am Wochenende, 25. und 26. Oktober, Konzerte von Cantamus in Kierspe und Attendorn besuchen. Dann steht das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart und der 42. Psalm (Wie der Hirsch schreit) von Mendelssohn-Bartholdy auf dem Programm – ein Versprechen also für erneuten Musikgenuss.

Luitgard Müller

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