Konzeptentwurf für den Einzelhandel vorgestellt

Torben Döring (rechts) vom Planungsbüro „Stadt und Handel“ stellte im Ratssaal den Entwurf eines Einzelhandelskonzepts für Meinerzhagen und Valbert vor. - Fotos: Schüller

MEINERZHAGEN -   Mehr als die Hälfte der 108 in der Volmestadt ansässigen Einzelhändler ist im Zentrum zu finden, dennoch ist die Verkaufsfläche hier eher gering. Demgegenüber verfügen die Geschäfte an der Oststraße über rund 20 Prozent der Verkaufsfläche.

Von Petra Schüller

Viele Sortimente sind in der Vergangenheit aus dem Zentrum abgewandert. Ein erheblicher Teil der Kaufkraft der Volmestädter fließt in Städte wie Lüdenscheid, Gummersbach oder Hagen ab.

Einige Warengruppen sind in der Volmestadt gar nicht oder nicht in ausreichendem Maße vertreten. Das sind nur einige Ergebnisse der Analyse, die das Dortmunder Planungsbüro „Stadt und Handel“ durchführte, um gemäß dem Ratsbeschluss vom 11. Juni im Auftrag der Stadt Meinerzhagen ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept als städtebauliche Leitlinie zu erarbeiten.

Auf Basis der Bestandsaufnahme und der Ergebnisse einer telefonischen Haushaltsbefragung Ende des Jahres 2012 hat das Fachbüro nun eine städtebauliche Konzeption für die künftige Entwicklung des Einzelhandels entwickelt.

Am Montagabend wurde der Entwurf des Einzelhandelskonzepts im Ratssaal durch Torben Döring vom Planungsbüro der Öffentlichkeit vorgestellt. Allerdings folgten nur rund 25 Interessierte der Einladung, ein Umstand, den der Bürgermeister bedauerte: „Ich hätte mir eine größere Beteiligung der Öffentlichkeit gewünscht“, so Erhard Pierlings. Mit Kritik werde häufig nicht gespart, leider fehle es aber bei manch einem an der Bereitschaft, die Informationsangebote zu nutzen.

Döring gab detaillierte Informationen über die Analyse und die Zielsetzung, die Innenstadt und den Valberter Ortskern als Zentren zu stärken und hier eine Kundenbindung durch einen guten Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistern zu erreichen. „Leider sind Randlagen für Investoren häufig attraktiv, weil hier die Raummieten niedriger sind, größere Verkaufsflächen zur Verfügung stehen oder eine Durchfahrtsstraße direkt vor der Tür liegt“, gab er zu bedenken. Für die Zentren sei dies schädlich. Nur wenn die wichtigsten Sortimente in der Innenstadt zu finden seien, lade das die Kunden zum „Erlebniseinkauf“ und dem Besuche mehrerer Geschäfte und der Gastronomie ein. Die Empfehlung des Planungsbüros: Geschäftsansiedlungen an den beiden „Sonderstandorten“ Oststraße und Darmcher Weg sollten künftig nur noch für bestimmte Sortimente genehmigt werden.

Bevor der Entwurf dem Rat der Stadt Meinerzhagen zum Beschluss vorgelegt wird, haben alle Bürger im Rahmen eines „Offenlegungsverfahrens“ Gelegenheit, Stellung zu nehmen und Anregungen beizusteuern.

Der vollständige Konzeptentwurf ist unter www.meinerzhagen.de als PDF-Datei einsehbar. Wer als Stichwort „Einzelhandelskonzept“ in die Suchmaske eingibt, kann sich die Datei herunterladen. Zudem liegt der Entwurf noch bis zum 18. Oktober während der Dienststunden zur Ansicht im Rathaus aus (Rathausgebäude 4, 1. Obergeschoss, Zimmer 104/105, Fachbereich 4 „Stadtplanung“). Stellungnahmen können direkt vor Ort abgegeben oder per Mail an die Adresse stadtplanung@meinerzhagen.de versandt werden.

„Nach dem 18. Oktober werden alle Beiträge ausgewertet“, informierte Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar über das weitere Verfahren. Voraussichtlich Anfang 2014 könne das Konzept dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Erst dann sei er bindende Grundlage für die Bauleitplanung und eine wichtige Entscheidungshilfe bei Investorenvorhaben.

Geschäftsmann Uwe Schriever gab bei der anschließenden Diskussion zu bedenken, dass im Innenstadtbereich nur kleine Ladenlokale bis maximal 200 Quadratmeter vorhanden seien. „Investoren suchen aber in der Regel Standorte mit 400 oder sogar 600 Quadratmetern“, beschrieb er seine Erfahrung als Inhaber mehrerer Ladenlokale. Wenn man ihnen die Ansiedlung in Randlagen verbiete, würden sie in andere Städte abwandern, nannte er seine Sorge. „In diesem Punkt sollte das Konzept besonders konsequent umgesetzt werden“, hielt Döring dagegen. Schließlich gebe es auch in der Innenstadt die Möglichkeit, größere Verkaufsflächen zu erschließen. „Wenn ein Investor zwei oder drei Ladenlokale übernimmt und entsprechend umbaut, steht seinen Plänen nichts im Wege“, so der Sprecher des Planungsbüros.

Die Abwanderung in andere Städte sei in der Regel allerdings nicht zu befürchten. „Schließlich haben mittlerweile viele Städte ein Einzelhandelskonzept, das das Ansiedeln auf der grünen Wiese verbietet.“

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