Briefwahl diesmal sehr beliebt

TV-Präsentation statt Wahlparty

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Im Außenbereich der Villa im Park wird am Sonntag ein Fernseher aufgestellt. Die Villa selbst bleibt verschlossen.

Meinerzhagen – Spuckschutz, Maskenpflicht, Einwegkugelschreiber, Desinfektionsmittel allerorten und kein Treffen von Politik und Bürgerschaft im Ratssaal nach Schließung der Wahllokale. Die Kommunalwahlen 2020 finden am 13. September unter Umständen statt, die es so noch nie gegeben hat.

Traditionell treffen sich Vertreter der Ratsfraktionen, Mitarbeiter der Verwaltung und interessierte Bürger an Wahl-Sonntagen ab 18 Uhr im Ratssaal. Dort werden gemeinsam zunächst die Bekanntgabe der Prognosen und dann das „Einlaufen“ der Ergebnisse aus den Bezirken verfolgt. Angesichts der Pandemie wird diese Zusammenkunft diesmal ausfallen, allerdings nicht ersatzlos. 

Laut Wahlleiter Helmut Klose wird es am Wahlabend eine abgespeckte Veranstaltung geben. Die findet an der Villa im Park statt, die Villa selbst bleibt komplett verschlossen. „Im Außenbereich der Villa gibt es eine überdachte Fläche. Wir stellen dort einen Fernseher nach draußen, der dann eine Wahlpräsentation ermöglicht. Zu der sind grundsätzlich auch Bürger eingeladen“, schilderte Wahlleiter Helmut Klose. Er weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass bei dem Treffen keine Speisen und Getränke angeboten werden. Außerdem seien die bekannten Hygienemaßnahmen unbedingt zu beachten, fügt Klose hinzu. Er betont, dass es sich dabei um ein „niederschwelliges Angebot“ handele. 

Auch bei Regen soll die Wahlpräsentation am Abend des 13. September übrigens stattfinden. Da an der Villa allerdings nur etwa 30 Quadratmeter überdacht sind und damit einen Wetterschutz bieten, könnte es bei entsprechend hoher Besucherzahl schwierig werden, die Mindestabstände einzuhalten. Um die Wahlergebnisse zeitnah zu erfahren, ist es allerdings nicht unbedingt nötig, die Wahlpräsentation an der Villa zu besuchen und sich damit möglicherweise einer gewissen Infektionsgefahr auszusetzen. „Wir werden auf der städtischen Homepage auch einen Link veröffentlichen. Dort kann verfolgt werden, wie die Landrats-, Bürgermeister-, Kreistags- und Kommunalwahlen ausgehen“, erläutert Klose.

Beliebter als üblich ist bei diesem Urnengang übrigens die Briefwahl. Wie Helmut Klose mit Stand Freitagmittag bilanzierte, wurden bis zu diesem Zeitpunkt bereits 3152 Briefwahl-Anträge im Rathaus registriert. Bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2014 gab es in Meinerzhagen insgesamt 2835 Briefwähler. Eine Beantragung der Briefwahl ist grundsätzlich noch bis Freitag, 11. September, möglich. Im Rathaus können die Stimmzettel auch gleich ausgefüllt und eingeworfen werden. „Dazu stehen vor dem Bürgerbüro zwei Wahlkabinen zur Verfügung. Wer mag, kann seine Unterlagen allerdings auch per Post an die Stadt zurückschicken“, informiert Klose. 

Und so wird in den Meinerzhagener Wahllokalen auf die Corona-Pandemie reagiert: Alle 20 Wahllokale werden mit Acrylglasscheiben, einem so genannten Spuckschutz, ausgerüstet. Diese Maßnahme dient dem Infektionsschutz. Für die Wähler gibt es eine Maskenpflicht, sobald sie das Wahllokal betreten. Den durch die Scheiben ohnehin geschützten Wahlhelfern bleibt es selbst überlassen, ob sie zusätzlich noch einen Mund-/Nasenschutz oder ein Gesichtsschild anlegen. Beides wird bei Bedarf gestellt. Wähler, die ihre Maske vergessen haben, bekommen übrigens nur in absoluten Ausnahmefällen einen Mund-/Nasenschutz ausgehändigt.

Zusätzlich gilt: Sicherheitsabstand beachten. In den Wahllokalen stehen laut Wahlleiter Desinfektionsmittel zur Verfügung. Jeder Wähler sollte sich zunächst die Hände desinfizieren. Außerdem ist es Sache der Wahlhelfer, dafür zu sorgen, dass auch Kontaktflächen virenfrei gehalten werden. Die Stadt jedenfalls hat ihr Möglichstes getan und an alles gedacht: „Wir haben zum Beispiel 12 000 Einweg-Kugelschreiber geordert“, erläutert Helmut Klose. Die sollen allerdings nach einmaligem Gebrauch nicht etwa weggeworfen werden, sie werden stattdessen desinfiziert. Grundsätzlich, so Helmut Klose, sollte jeder Wähler nach Möglichkeit sein eigenes Schreibgerät von Zuhause mit in die Wahlkabine nehmen.

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