Das wird eine lange Wahlnacht

Gundula Klotz nimmt die Briefwahl-Unterlagen im Bürgerbüro des Rathauses entgegen.  

Meinerzhagen - Die Vorbereitungen auf den „Wahl-Marathon“ laufen im Rathaus auf Hochtouren: Wenn die Lokale am Sonntag um 18 Uhr schließen, gilt es für die Wahlvorstände, nicht weniger als fünf Stimmzettel zu prüfen und auszuzählen. „Das wird eine lange Nacht“, sagt Wolfgang Nagl, der im Rathaus mit den Vorbereitungen zur Wahl betraut ist.

Von Frank Zacharias

Bereits die Arbeit während der Wahl, also von 8 bis 18 Uhr, wird aufwändiger sein als zuletzt bei der Bundestagswahl. „Wir haben es mit unterschiedlichen Wahlberechtigungen zu tun. Da müssen die Wahlvorstände höllisch aufpassen, jedem die richtigen Zettel in die Hand zu drücken“, so Nagl. Während die Wähler für die Wahl des Europaparlaments mindestens 18 Jahre alt sein müssen, dürfen bei der Kommunalwahl schon 16-Jährige ihre Zettel in die Urne werfen.

Schließen die Wahllokale dann ihre Pforten, beginnt der nicht minder wichtige Teil der Arbeit: das Auszählen. Und hier gilt es erneut, gewisse Regeln zu beachten und eine Reihenfolge einzuhalten: „Es ist vorgeschrieben, dass wir als erstes die Europawahlzettel auswerten, dann die Landrats- und Kreistagswahl“, so Nagl. Und das bedeutet auch, dass die für die Meinerzhagener vermeintlich interessantesten Ergebnisse erst am späten Abend feststehen. „Ich rechne frühestens um 22.30 Uhr mit einem verlässlichen Ergebnis für den Stadtrat“, sagt Wolfgang Nagl. Denn: Erst wenn auch der letzte Wahlbezirk ausgezählt ist, stehen sämtliche direkt gewählten Ratsmitglieder fest – und erst dann kann auf die Reservelisten zurückgegriffen werden.

Den wohl größten Berg an Wahlzetteln werden einmal mehr die Wahlvorstände im Rathaus auswerten: Dort laufen seit Wochen die Briefwahlunterlagen solcher Bürger ein, die am Sonntag keine Zeit oder schlichtweg keine Lust haben, ihr Wahllokal zu besuchen, und doch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen wollen. Ein Blick auf die Zahlen verrät, dass der Trend zur Briefwahl anhält: Bis Mittwoch Vormittag hatte das Bürgerbüro 2700 Anträge auf Briefwahl bearbeitet – was einem Anteil von 18 Prozent der etwa 15 000 Wahlberechtigten in Meinerzhagen entspricht. Das waren bereits vier Tage vor der Wahl mehr Briefwähler als im Jahr 2009 insgesamt gezählt wurden: Damals gaben „nur“ 2230 Meinerzhagener ihre Stimme auf diese Weise ab.

„Es sind immer mehr Bürger, die die Briefwahl nutzen. Allerdings wird es nun knapp, den postalischen Weg zu gehen“, weist Wolfgang Nagl auf den engen Zeitrahmen hin, der für die Beantragung der Briefwahl und die Rücksendung der Wahlzettel bleibt. „Wer jetzt noch Briefwahl beantragen will, sollte dies am besten vor Ort im Bürgerbüro tun und dort auch gleich wählen.“ Zwar würden die Briefkästen im Stadtgebiet auch am Sonntag noch geleert, doch diese „knappe Kiste“ will Nagl lieber vermeiden.

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