Kommunalwahl 2020

Wahlbilanz: Technik-Panne und Mandatsverzicht in Meinerzhagen

Die Wähler hielten sich an das Maskengebot – Maskenverweigerer habe es am Sonntag nicht gegeben, berichtet Helmut Klose. Die Wahlhelfer indes mussten wegen der installierten Spuckschutzwände keine Masken tragen.
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So war´s richtig: Die Wähler hielten sich an das Maskengebot – Maskenverweigerer habe es am Sonntag nicht gegeben, berichtet Helmut Klose. Die Wahlhelfer indes mussten wegen der installierten Spuckschutzwände keine Masken tragen.

69,1 zu 30,9 Prozent – auf den ersten Blick hätte Jan Nesselrath am Sonntag bereits um kurz vor 20 Uhr jubeln dürfen. Schließlich war er auf dem Portal des Online-Zahlenlieferanten Citkomm bereits als gewählter Bürgermeister aufgeführt. Aber: das war ein Irrtum.

19 von 19 Wahllokale seien demnach ausgezählt – allein der Blick auf die Wahlbeteiligung hätte stutzig machen können. Unter 14 Prozent? Das konnte nicht sein. Doch dieses technische Malheur sollte zum Glück das einzige bleiben, auf das die Verantwortlichen gestern zurückblicken mussten. „Ein Datenbankfehler hat dafür gesorgt, dass Ergebnisse nicht mehr ohne Weiteres eingespielt werden konnten“, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter Helmut Klose am Montag.

Das Ergebnis: Aus bis zu elf Wahllokalen wurden 0 Stimmen gemeldet und als Ergebnis veröffentlicht. Klose: „Mit Admin-Rechten konnten wir das zum Glück reparieren, es hat am Ende deshalb nur länger als gewöhnlich gedauert.“ Man sei weiterhin auf der Suche nach dem Fehler.

Letztlich durfte der Amtsinhaber gegen 20.30 Uhr tatsächlich jubeln, wenngleich sich sein Wahlsieg bereits früh angedeutet hatte. Und auch die Ergebnisse der Ratswahl trudelten nach und nach ein und zeigten, dass die Kandidatur für die CDU in einem der Wahlbezirke gleichbedeutend mit einem Ratsmandat ist: In ausnahmslos jedem Wahlbezirk hatte ein CDU-Kandidat am Ende die Nase vorn.

Auch die letzte SPD-Bastion fiel am Sonntag

Und auch die letzte SPD-Bastion fiel: Hatte sich Petra Gossen vor sechs Jahren noch mit 37,3 Prozent und damit fünf Prozentpunkten Vorsprung gegen Wilfried Turk von der CDU durchgesetzt, kam sie in diesem Jahr nur auf 32 Prozent, Turck auf 38,3 Prozent der Stimmen. Allen Wahlbezirken gemein ist jedoch eine geringe Wahlbeteiligung, die sogar noch den schwachen Wert von 2014 unterbot. Nur 6 974 von 15 545 wahlberechtigten Bürgern haben ihr Kreuzchen für eine der Ratsparteien gemacht. Damit lag die Beteiligung mit 44,9 Prozent um 0,8 Prozentpunkte unter dem Wert der letzten Kommunalwahl.

Unter diesen Voraussetzungen war es für Helmut Klose denn auch wenig überraschend, dass die Corona-Abstandsregelungen in den 19 Wahllokalen leicht eingehalten werden konnten. „Die Wahlvorstände haben das super organisiert und darauf geachtet, dass sich nicht zu viele Wähler gleichzeitig in den Räume aufhalten.“ Allerdings gab die geringe Beteiligung auch nur selten Anlass dazu, einzugreifen.

Nesselrath dürfte auf Ratsmandat verzichten

Und wie geht es nun weiter? „Die gewählten Ratskandidaten erhalten nach Tagung des Wahlausschusses am Donnerstag Schreiben, in denen sie auf ihre Wahl hingewiesen werden. Sollten sie nicht widersprechen, werden sie als Ratsmitglieder an der konstituierenden Sitzung teilnehmen“, erklärt Helmut Klose. Mit einem Verzicht ist dabei bereits zu rechnen: Jan Nesselrath (CDU), der sein Direktmandat im Wahlbezirk 1 gewonnen hat, dürfte auf das Mandat verzichten, um weiterhin als Bürgermeister arbeiten zu können. Für ihn würde Lennart Wüst von der Reserveliste nachrücken.

Die konstituierende Ratssitzung findet übrigens erst im November statt, da die aktuelle Legislaturperiode erst am 31. Oktober 2020 ausläuft. Bis dahin bleiben Rat und Ausschüsse in ihren bisherigen Zusammensetzungen bestehen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Helmut Klose, Fachbereichsleiter

Doch ganz abschließen dürfen die Bürger im Märkischen Kreis mit dem Thema Wahl für dieses Jahr ohnehin noch nicht: Die Vorbereitungen für die Stichwahl für das Amt des Landrats laufen auch im Meinerzhagener Rathaus bereits. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“, sagt Helmut Klose in Anlehnung an das Zitat des legendären Fußballnationaltrainers Sepp Herberger. Am 27. September können sich die Bürger dann zwischen Marco Voge (CDU) und Volker Schmidt (SPD) entscheiden. An den bekannten Wahllokalen ändere sich nichts, betont Helmut Klose.

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