„Sondergebiet Tagungsstätte“

Neues vom Landhaus Nordhelle: Warten auf Planänderung

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Meinerzhagen - Am 1. Januar wurde aus dem Haus das Landhaus Nordhelle. Doch außer einer neuen Hinweistafel hat sich seither zumindest offiziell nicht viel getan am Koppenkopf. Ein Grund dafür ist in der Bauordnung zu finden.

Am 4. Oktober 2018 herrschte Aufbruchstimmung im Haus Nordhelle. Es war jener Tag, als die Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid/Plettenberg den Verkauf des Tagungszentrums Haus Nordhelle an die Grundstücksgesellschaft Landhaus Nordhelle bekanntgaben. 

Damals stellten sich Tobias Kogge, Gunnar Schlicht und Uwe Martens als neues Führungstrio an der Nordhelle vor und versprachen im Rahmen einer Pressekonferenz, dass sie schnellstmöglich mehr über ihr Konzept verraten würden: „Wenn wir eines können, dann ist das Marketing“, hieß es damals. Doch seitdem ist es ruhig geworden um Meinerzhagens größten Beherbergungsbetrieb. 

"Nicht planbare" Entwicklungen

Mehrere Anfragen der MZ-Redaktion zur Zukunft des Landhauses verhallten bislang. Unter der Hand ist von überraschenden Entwicklungen die Rede, die für die neuen Eigentümer „so nicht planbar“ gewesen seien. 

Dabei handelt es sich nach Recherchen unserer Zeitung um Anforderungen des Baurechts, wie auch Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar bestätigte. Demnach ist für die Nutzung des einstigen Hauses Nordhelle als Hotel eine Bebauungs- und Flächennutzungsplanänderung notwendig. 

Laut aktuellem Bebauungsplan ist dort nämlich bislang nur eine Nutzung für kirchliche Zwecke erlaubt. Im Flächennutzungsplan ist außerdem von einem „Sondergebiet Tagungsstätte“ die Rede. Eine kommerzielle Nutzung war zu Zeiten des Baus nicht vorgesehen und muss nun nachträglich im Bebauungsplan verankert werden.

Planänderung auf formellem Weg

Derzeit befindet sich die Planänderung auf dem formellen Weg. Allerdings könne sich dieser Prozess bis zu zwei Jahre lang hinziehen, erklärte Rothaar. „Wir haben den neuen Eigentümer im Vorfeld über diese Notwendigkeit informiert. Er wusste also Bescheid und ist natürlich ein gewisses Risiko eingegangen“, sagt der Fachbereichsleiter, der die derzeitige Nutzung aber für unproblematisch hält. Faktisch ändere sich an der Art der Gebäudenutzung schließlich nichts. 

Änderungen im oder am Gebäude, um einen kommerziellen Beherbergungs- und Gastronomiebetrieb weiter zu entwickeln, sind bis zur Bebauungs- und Flächennutzungsplanänderung allerdings nicht möglich. 

Unterdessen läuft der Betrieb an der Nordhelle wie gewohnt weiter. Derzeit nehmen nach Informationen aus dem Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg noch zahlreiche Kirchengemeinden ihre Buchungen für das neue Landhaus wahr, sodass das Haus durchaus für Übernachtungen genutzt wird. 

Seit einigen Wochen ist eine Buchung der Unterkunft am Koppenkopf auch über Online-Portale wie booking.com oder hrs möglich. Dort schwanken die Preise für eine Übernachtung mit zwei Personen im Doppelzimmer zwischen 69 und 157 Euro.

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