Komfort spielt eine untergeordnete Rolle

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Die vier Schülersprecher sahen sich in der Jugendherberge um. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Das dürfte Melanie Jaeger und Jürgen Sieben von der Jugendherberge an der Bergstraße gefreut haben: Das „Testurteil“ der vier Schülersprecher über ihre Einrichtung fiel positiv aus.

Marco Kewitsch, Melissa Ley (beide vom Evangelischen Gymnasium) und Dennis Schmidt und Kevin Birt (von der Hauptschule) waren nach der Besichtigung der Einrichtung positiv gestimmt. „Ja, das könnten wir uns vorstellen, hier eine Freizeit zu verbringen.“

Jugendherbergen und ähnliche Einrichtungen wie beispielsweise das Haus am Ebbehang in Valbert leben von ihrer Attraktivität. Die Betreiber sind bemüht, ihren Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Dabei sind sie allerdings an die Gegebenheiten vor Ort gebunden – und die sind halt geprägt durch Mehrbettzimmer, die gerade in ländlichen Häusern selten Hotel-Standard haben. Doch das ist auch nicht unbedingt Ziel der Jugendherbergen. „Zwar gibt es gerade in Jugendgästehäusern in Großstädten schon gehobenen Standard wie Flachbildfernseher in den Zimmern, hier haben wir das aber noch nicht“, erläuterte die Assistentin der Geschäftsleitung, Melanie Jaeger, ihren vier Gästen bei einem Ortstermin.

Schulklassen – hauptsächlich von dieser Kundschaft lebt das Haus an der Bergstraße. „Und auf Klassenfahrten zählt nicht unbedingt der Komfort“, meint Melissa Ley. Und Marco Kewitsch fügt hinzu: „Es muss kein Hotel-Standard sein.“

Jugendliche sind Individualisten, die von Hause aus verwöhnt sind. Ohne eigenen Fernseher, Game-Konsole und Medienberieselung wissen sie nichts mit sich anzufangen. Diesem weit verbreiteten Vorurteil wird von allen vier Schülersprechern energisch widersprochen. „Wenn man auf Klassenfahrt geht, weiß man doch, was auf einem zukommt. Da zählt doch das Gemeinschaftserlebnis“, sind sich auch Dennis Schmidt und Kevin Birt einig. „Und ob man da in einem Zwei- oder Sechsbettzimmer übernachtet, ist doch nicht so wichtig. Man ist zusammen in der Clique und hat Spaß“, meinen sie. Und überhaupt, da sind sich die vier Meinerzhagener Schülersprecher wieder einig, ist es doch das Programm, das eine Klassenfahrt ausmacht.

Da stimmen auch Melanie Jaeger und Jürgen Sieben zu. Und genau deshalb versuchen beide, ihre Gäste mit interessanten Angeboten zu ködern. Discgolf-Anlage für Jedermann, Bolzplatz, Grillplatz, Disco-Raum, Tischtennis, Kicker und eine gute Küche, damit wollen sie in Meinerzhagen „punkten“. Bei den Schülersprechern jedenfalls kam das gut an: „Man weiß als Meinerzhagener eigentlich gar nicht, wie es in der Jugendherberge aussieht und was es dort für Angebote gibt“, waren sich die vier Schüler nach der Besichtigung einig.

Wenn das Programm einer Klassenfahrt also von besonderer Bedeutung ist, wer ist dafür eigentlich zuständig? „Häufig nicht die begleitenden Lehrer. Bei uns im Haus werden oft externe Kräfte gebucht, die dann verschiedene Aktionen mit den Schülern machen“, erläutert Melanie Jaeger. Sie bricht außerdem eine Lanze für „standortnahe“ Klassenfahrten: „Es muss doch wirklich nicht immer Italien oder eine Skifreizeit in den Alpen sein. In Winterberg ist es doch auch sehr schön.“

Der 16 Jahre alte Marco Kewitsch, die 17-Jährige Melissa Ley und ihre 16- beziehungsweise 15 Jahre alten Hauptschul-Kollegen Denis Schmidt und Kevin Birt jedenfalls waren überrascht, was Jugendherbergen wie die Meinerzhagener – die sie zuvor nie betreten hatten – zu bieten haben. Das Gemeinschaftserlebnis bei Klassenfahrten scheint den Game-Boy immer noch „auszustechen“. ▪ beil

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