Chaos im Schülerverkehr? „Müssen Eltern erziehen“

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Breiter Platz vor dem Bushäuschen und schmale Straße. Das bemängelte ein Anlieger. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Eltern, die ihre Kinder morgens zur Schule bringen, tun das, um ihrem Nachwuchs den bestmöglichen Service zu bieten. Da inzwischen allerdings viele Kinder in sämtlichen Schulen der Stadt diesen „Fahrdienst“ genießen, kommt es morgens und mittags bei der An- und Abfahrt oft zu chaotischen Szenen.

So auch im Bereich „Auf der Wahr“, wo Anwohner der Königsberger Straße besonders nach dem Bau der neuen Bushäuschen und der damit verbundenen Änderungen im Straßenverlauf von großen Verkehrsbehinderungen berichten. In der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses waren gleich zwei Anlieger persönlich erschienen, um in der „Stunde der Öffentlichkeit“ auf die Probleme hinzuweisen. Im Kern ging es um den Bereich der Bushaltestelle. Dort, so ein Bürger, sei der Platz vor dem Bushäuschen nach dem Umbau 6,55 Meter breit und mit einem hohen Bordstein von der Fahrbahn getrennt. Die Busse halten vor dieser großzügig bemessenen Fläche auf der Fahrbahn. Der frühere Bürgersteig auf der Haltestellen-Seite verschwand, er ging ebenfalls in den 6,55 Meter breiten Platz über. Die Folge: Wo jetzt die Busse halten, ist die Fahrbahn noch 4,90 Meter breit. Wollen Autos dort an den stehenden Bussen vorbeifahren, wird es eng. „Oft wird dann über den Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Seite ausgewichen“, berichtete ein Anwohner. „Warum wurde der hohe Bordstein an der Haltestelle nicht ein wenig zurückversetzt?“, wollte ein Anlieger von der Verwaltung wissen.

Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck verwies in seiner Antwort darauf, dass bauliche Änderungen jetzt nicht mehr vorgenommen werden könnten, auch weil Zuschüsse für die Maßnahme geflossen seien: „Wir können jetzt nicht mehr zurückbauen.“ Außerdem, so Tischbiereck, sollen noch Poller eingebaut werden, damit der gegenüberliegende Bürgersteig nicht mehr befahren werden kann.

„Ich habe jeden Tag Angst um die Schüler“, fasste eine Meinerzhagenerin ihre Bedenken gegen den Verkehr auf der Königsberger Straße zusammen und verwies damit auf generelle Probleme in diesem Bereich. Es werde zu schnell gefahren, außerdem sei sogar zu beobachten, dass zum Ein- und Aussteigen häufig in der dritten Reihe geparkt werde. „Wir müssen die Eltern dazu bringen, gar nicht mehr in die Königsberger Straße einzufahren“, lautete ihre Bitte. Außerdem sei ein Verbot nötig, das das Befahren der letzten Stichstraße verhindere. Diskutiert wurde im Ausschuss ebenfalls ein „Anlieger frei“-Schild und ein zeitlich befristetes Halteverbot für die gesamte Straße.

Dass durch Schilder eine Besserung eintritt – daran mochte jedoch am Dienstag kaum jemand so recht glauben. „Selbst der Schulleiter Brenn hat uns gesagt, dass jedes Schild den Vögeln wohl nur als Sitzplatz diene“, erläuterte Tischbiereck. Und auch Ausschussvorsitzender Rainer Schmidt mochte an eine Verbesserung durch solche Maßnahmen nicht glauben: „Ich habe an der Goethestraße Eltern beobachtet, die mit ihren Autos unter solchen Schildern stehen und auf ihre Kinder warten.“

Was also tun? „Man muss die Eltern erziehen“, brachte es Jürgen Tischbiereck auf den Punkt. Dass das nicht ganz einfach ist, darin waren sich Ausschuss und Verwaltung einig. Hans-Gerd Turck (CDU) forderte in diesem Zusammenhang sogar mehr Polizeipräsenz auf der Königsberger Straße. Rainer Schmidt gab am Ende die Richtung vor: „Wir müssen jetzt abwarten, was weitere Maßnahmen bringen. Eines ist aber klar: Einen goldenen Weg wird es wegen der Örtlichkeiten auf der Königsberger Straße wohl kaum geben.“ ▪ beil

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