Knöllchen lassen die Stadtkasse klingeln

+
Am Rottland sind immer wieder abgestellte Lastwagen(-Anhänger) zu finden. Regelmäßige Kontrollen minimieren jedoch die Zahl der Parksünder.

Meinerzhagen - Falschparken wurde in Meinerzhagen im vergangenen Jahr deutlich seltener bestraft als noch 2013: Die patrouillierenden Verwaltungsmitarbeiterinnen klemmten 2014 insgesamt 3134 Knöllchen hinter die Scheibenwischer – und damit fast ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

Das teilte das Bürgerbüro auf Anfrage der MZ. Von Januar bis Dezember 2013 wurden noch 3894 Verwarngelder ausgestellt – doch liege das wohl kaum am disziplinierteren Verhalten der Verkehrsteilnehmer, wie Martina Herrmann vom Sachgebiet Öffentliche Sicherheit meint. „Es lag sicher eher daran, dass wir nicht so oft rauskamen, etwa wegen der Wahlen.“ Denn Herrmann ist wie ihre beiden Kolleginnen Anja Rosenau und Astrid Schneider nicht ausschließlich mit der Kontrolle des Parkraums beschäftigt. Grundsätzlich verbringen alle drei insgesamt 35 Wochenstunden „auf der Straße“ – wenn sie nicht durch andere Aufgaben gebunden sind.

Dass sich die Kontrolle für die Stadtkasse durchaus lohnt, zeigt ein Blick auf die Bilanz 2014: Insgesamt 58 260 Euro an Verwarngeldern sprach die Stadt aus. Bemerkenswerterweise sind das trotz des Knöllchen-Rückgangs nur 4,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Unklar ist, ob das an den schwerwiegenderen und damit teureren Verstößen oder an anfallenden Mahngebühren lag. Fest steht jedoch, dass längst nicht alle fälligen Beträge bereits auf dem Konto der Stadt eingegangen sind: 5460 Euro sind noch offen und befinden sich entsprechend in der Pfändung.

Manche Autofahrer können nicht, andere wollen ganz bewusst nicht zahlen, weiß Martina Herrmann aus Erfahrung. Und die Gruppe jener Parksünder, die aus Prinzip nichts Unrechtes in ihrem Verhalten erkennen wollen, würden wohl auch bei höheren Verwarngeldern auf Behindertenparkplätzen parken oder die zulässige Höchstparkdauer überschreiten. Entsprechend pessimistisch ist Herrmann auch hinsichtlich eines Vorstoßes der Grünen im Bundestag, die eine Erhöhung der Strafen fordern (die MZ berichtete gestern auf der Titelseite). „Diesen Leuten ist es egal, ob sie 15 oder 30 Euro zahlen müssen.“

Doch nicht alle Verkehrsteilnehmer sind derart gleichgültig. „Sobald wir einmal intensiv an einer Straße kontrolliert haben, nimmt die Zahl der Falschparker dort für die nächsten Wochen rapide ab“, freut sich Martina Herrmann etwa über Erfolge Am Rottland.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare