Es geht um die Zukunft der Knochenmühle

+
Der „Überlassungsvertrag“ zwischen dem Eigentümer und der Stadt wurde um drei Jahre verlängert.

Mühlhofe - Meinerzhagen ist mit Museen nicht gerade reich gesegnet. Am ehesten würde die Knochenmühle in Mühlhofe diese Bezeichnung verdienen. Das Gebäude – samt benachbarter Scheune und den wasserwirtschaftlichen Anlagen – steht unter Denkmalschutz.

Von Jürgen Beil

Lange Jahre haben der ehemalige Ortsvorsteher Fred Oehm und andere heimatverbundene Bürger Exponate zusammengetragen, die jetzt in Mühle und Scheune von der Öffentlichkeit bestaunt werden können. Und mit der dem Heimatverein angeschlossenen IG Knochenmühle existiert nach wie vor ein Zusammenschluss, der sich um das technische Denkmal und die vielen Exponate aus der Heimatgeschichte kümmert.

Weil sich das Gebäudeensemble allerdings in Privatbesitz befindet, können Heimatvereins-Vorsitzender Christian Voswinkel und seine „Mitstreiter“ dort keineswegs nach Belieben schalten und walten. Ein Vertrag zwischen der Stadt Meinerzhagen und den Eigentümern der Mühle ist Grundlage dafür, dass der Heimatverein die Gebäude überhaupt nutzen darf. Eben dieser Kontrakt wurde jetzt auch wieder verlängert – allerdings nur um drei Jahre und nicht mehr – wie davor – mit zehnjähriger Laufzeit. Herbert Weidauer, dem die Knochenmühle gehört, hätte aber nichts dagegen, die jetzige Nutzung als kleines Museum auch länger zu ermöglichen. Im Gespräch mit der MZ erläuterte er, dass ihm eine kürzere Laufzeit dennoch lieber sei: „Wer weiß, was bis dahin passiert.“ Grundsätzlich – und das betonte Weidauer ausdrücklich – sei er mit der derzeitigen Nutzung aber zufrieden. „Die Mühle soll auf jeden Fall für die Allgemeinheit erhalten bleiben. Es sollte auch ein neues Konzept entwickelt werden – Konkretes dazu habe ich aber noch nicht erfahren. Wenn das alles in vernünftige Bahnen gelenkt wird, wäre das zu begrüßen und ich wäre unter Umständen auch bereit, die Mühle über einen längeren Zeitraum dafür zur Verfügung zu stellen.“

Die Museumsscheune neben der eigentlichen Knochenmühle beherbergt eine Sammlung von teils historischen Gegenständen, viele aus der Landwirtschaft. Sogar eine alte Schusterwerkstatt ist komplett aufgebaut. Herbert Weidauer hat hier aber inzwischen etwa ein Drittel der Ausstellungsfläche im Eingangsbereich für private Zwecke abgetrennt. Der Rest soll weiter seine Bestimmung als Ausstellungsraum erfüllen. Christian Voswinkel, der den neuen „Überlassungsvertrag“ nach eigener Aussage noch nicht gesehen hat, sieht sich nun in einer Zwickmühle. „Was in drei Jahren passieren wird, weiß ich nicht. Ich bin nicht bereit, jetzt in die Hände zu spucken und großen Aufwand zu betreiben, weil ich mir natürlich auch die Frage stelle, was danach noch möglich ist.“ Dass die Exponate allerdings geordnet werden müssen, steht für ihn außer Frage. „Da müssen wir ran.“

Meinerzhagen hat kein Museum, auch deshalb liegt die Knochenmühle samt Scheune Voswinkel sehr am Herzen. Ob es allerdings für Dauerausstellungen immer die Knochenmühle sein muss, stellte der Heimatvereins-Vorsitzende im Gespräch mit der MZ in Frage. Man habe auch schon überlegt, welche Gebäude sich für ein Museum eignen würden. Zu einem endgültigen Ergebnis sei man aber noch nicht gekommen. „Eine solche Einrichtung an einem zentralen Standort in Meinerzhagen wäre schon toll“, träumt Christian Voswinkel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare