Klima-Demos

Fridays for Future: Meinerzhagener Gymnasiasten wollen weiter kämpfen

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Demonstrierten schon zweimal bei „Fridays for Future“ in Köln: Emma Neunz (rechts) und Charlotte Lück (links).

Meinerzhagen - Desinteresse am Evangelischen Gymnasium (EGM) in Sachen Klimawandel? Das können die Oberstufenschülerinnen Charlotte Lück (17) und Emma Neunz (16) ganz und gar nicht bestätigen. 

Die beiden Schülerinnen beteiligten sich sogar schon zweimal an Kölner Demos in Rahmen der „Fridays for Future“ – und das gemeinsam mit anderen EGM-Schülern und während der Schulzeit. 

Rückblick: Am Freitag, 15. März, veröffentlichten wir einen Text mit dem Titel „Klima-Demos – Kein großes Interesse“. Darin wurde die offizielle Haltung des EGM-Schulleiters wiedergegeben. Sven Dombrowski verwies darauf, dass er die Schüler freitags anlässlich der von der Schwedin Greta Thunberg weltweit ausgelösten Klima-Demonstrationen nicht freistellen kann. Ein Erlass des Schulministeriums verbietet das.

Engagement herunterfahren 

Dafür haben sogar Charlotte Lück und Emma Neunz Verständnis. Aber sie sagen auch: „Wir waren am 15. März trotzdem in Köln und haben deshalb Fehlstunden kassiert. Insgesamt waren fünf EGM-Schüler dabei. Und eine Woche später waren es sogar 15 EGM-Schüler, die in Köln mitgemacht haben. Dennoch haben wir jetzt nicht das Gefühl, deshalb bei unserer Schulleitung unten durch zu sein.“

Die beiden jungen Frauen wollen in Zukunft weiter kämpfen und erreichen, dass in Sachen Klimawandel ein Umdenken einsetzt. Ihr Engagement werden sie aber vorerst dennoch herunterfahren. Und das hat einen einfachen Grund: „Wir befinden uns in der Klausurphase. Bis zu den Osterferien werden wir uns nicht mehr an Demos beteiligen. 

Aber wir wollen das Thema auf keinen Fall begraben. Im Mai ist eine Großdemo in Köln geplant. Dann werden wir wieder dabei sein“, plant Charlotte Lück.

"Sonst wird uns niemand zuhören"

Und wie ist die Stimmung in der Schülerschaft des EGM generell? Findet Greta Thunbergs Initiative breite Unterstützung am Bamberg? „Im Leistungskurs Sozialwissenschaften haben wir natürlich darüber diskutiert. Die Mehrheitsmeinung scheint tatsächlich die zu sein, dass die Teilnahme an Demos während des Unterrichts nicht vertretbar ist“, schildert Emma Neunz. 

Sie selbst und Charlotte Lück hoffen allerdings, dass ihr Beispiel andere Schüler anregt, mit nach Köln zu fahren. „Denn dass das ganze EGM unengagiert ist und unpolitisch – das stimmt einfach nicht“, sagen sie und fügen hinzu: „Es gibt bestimmt viele, die mitmachen würden. In Köln haben wir ganze Klassen getroffen, die geschlossen demonstriert haben.“ 

In einer Stellungnahme, die sich konkret auf den Bericht vom 15. März bezieht, schreibt Charlotte Lück unter anderem: „Wir fühlen uns dazu gezwungen, in der Schulzeit zu demonstrieren, da uns sonst nicht zugehört wird. Seit Jahren beschweren sich gerade junge Menschen über den Klimawandel. 

Doch es wurden so wenige Taten vollbracht, dass es leider so weit kommen musste. Es ist mehr als nur eine Mahnung, wie Angela Merkel in ihrem Kommentar zu Fridays for future sagt. Nein, es ist eine inständige Bitte, ein Flehen. In den nächsten Monaten wird wieder international gestreikt und wir hoffen, dass dann mehr Schüler/innen von unserer Schule mit uns in Köln demonstrieren und Flagge zeigen, da es ein Thema ist, das uns alle betrifft. Wir wollen Taten! Wir brauchen Taten!“

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