Kleingärtner leiden unter Eis und Schnee

Margot Dehn und Horst Fischer hoffen, dass der Frühling bald Einzug hält.

MEINERZHAGEN ▪ Eigentlich arbeiten Margot Dehn, Horst Fischer und Manfred Menzel lieber im Garten, als zu Hause zu sitzen. Alle drei sind Rentner und teilen ein gemeinsames Hobby: Sie sind Mitglieder des Kleingärtnervereines Meinhardus, dessen 40 Parzellen in der Schlenke liegen.

Selbst hartgesottene Naturliebhaber wie der 83-jährige Horst Fischer haben angesichts des Dauerfrostes und Schneeauflage auf den Beeten allerdings schon ein wenig resigniert: „Momentan geht nichts“, zuckt auch die Vorsitzende Margot Dehn mit den Schultern.

Wie viele Hobbygärtner des Vereines besitzt Horst Fischer neben dem schmucken Gartenhäuschen auch ein Gewächshaus. Zumindest hier sollte der Frühling im März eigentlich Einzug halten. Von frischem Grün ist aber auch an diesem geschützten Ort noch nichts zu sehen. Fischer ist mit seinen Pflanzkisten voller Astern und Tomaten vor einigen Tagen sogar aus dem gläsernen „Wintergarten“ nach Hause umgezogen. „Zu kalt“ war es den Pflänzchen im Gewächshaus. Wo sich sonst auch im März zarte Triebe der Sonne entgegenrecken, wartet jetzt stattdessen eine ganze Armee von Gartenzwergen auf den Frühling. Draußen, vor den Scheiben, ist es selbst diesen hartgesottenen Gesellen zu ungemütlich.

„Erbsen, Möhren, Salat, Kartoffeln.“ Diese schmackhaften „Sorten“ hat Horst Fischer in zurückliegenden Jahren auch im März gesät und gepflanzt. Der lange, strenge Winter lässt das diesmal nicht zu. „Das ist doch nicht normal. Das Wetter hat uns wirklich zurückgeworfen“, ist auch Fischer den Winter gründlich leid. Ändern kann er daran aber nichts – und so macht er das Beste aus der Situation. Gestern Morgen beispielsweise traf er sich mit Gärtner-Kollege Manfred Menzel auf ein Pläuschchen – natürlich im gemütlichen Gartenhaus.

Kummer sind die Kleingärtner in diesen frostigen und stürmischen Tagen gewohnt. Nicht nur, dass Schnee und Eis die Arbeiten blockieren, Orkantief „Xynthia“ richtete auch in der Schlenke Schäden an. „Vor allen Dingen Gewächshäuser hat der Sturm zerstört“, erläutert Margot Dehn. Sie selbst blieb zwar verschont, viele andere Glashäuschen wurden aber übel zugerichtet. Und auch Flechtzäune pustete „Xynthia“ einfach um. An Frühjahrsputz ist hingegen noch nicht zu denken, jedenfalls nicht auf den zwischen 350 und 400 Quadratmeter großen Parzellen. „Jetzt brauchen wir dringend Regen und wärmere Temperaturen“, hofft Horst Fischer auf eine baldige Wetterbesserung. Er will gerüchteweise gehört haben, dass der strenge Winter in diesem Jahr unmittelbar in einen warmen Frühling übergeht. Dann würde auch die Kleingartenanlage quasi über Nacht wieder zum Leben erwachen.

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