St. Martin und Corona

Martinszüge diesmal im Verborgenen

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Trotz der Corona-Pandemie und steigender Infektionszahlen sollen die heimischen Kindergartenkinder auch in diesem Jahr Martinsfeste feiern dürfen. Die werden sich allerdings sehr von den am 11. November sonst üblichen Veranstaltungen unterscheiden.

Meinerzhagen – Martins-Umzüge im November – das gehört in Meinerzhagen seit vielen Jahrzehnten zum Stadtbild.

Eltern und Kinder freuen sich gleichermaßen auf diese Feiern, mit denen die Vorweihnachtszeit eingeläutet wird. In diesem Jahr allerdings ist alles anders. St. Martin wird seinen Mantel höchstens in kleiner Runde in den einzelnen Gruppen teilen – und das nur unter den Augen von Kindern und Erzieherinnen. Das ist an diesem Tag in der Volmestadt geplant:

Awo-Kita Rappelkiste, Zum Eickenhahn 

Sabine Fernholz ist ein wenig traurig, sieht aber die Notwendigkeit, auf den großen Umzug zu verzichten: „Wir feiern am 11. November in kleinen Gruppen intern. Schließlich sollen die Kinder sich auch freuen und etwas Schönes erleben.“ Seit 29 Jahren gehört der Martins-Umzug über die Kohlbergstraße und den Immecker Grund zum Kita-Programm. Corona hat diesmal etwas dagegen.

Evangelische Kita, Otto-Fuchs-Straße

Inge Stiewe ist Erzieherin in der Einrichtung, und sie und ihre Kolleginnen haben mit den Kindern in den vergangenen Wochen Laternen aus Plastikflaschen gebastelt. „So sind Elefanten, Mäuse und Raketen entstanden, die im Kindergarten zu Martins-Musik vom Band durch die Einrichtung getragen werden“, informiert sie. Auch hier dürfen die Eltern diesmal nicht mit von der Partie sein, gefeiert wird gruppenweise und an drei verschiedenen Tagen. Außerdem gibt es für alle ein gemeinsames Frühstück.

Katholische Kita St. Martin, Birkeshöh

„Normal ist anders“, sagt Frederike Scharnholz von der Kita St. Martin. Doch trotz der Corona-Pandemie möchten sie und ihre Kolleginnen „ihren“ Kindern einen schönen Tag bereiten. Das geschieht in dieser Einrichtung bereits am 10. November im Rahmen eines kleinen Festes. Gefeiert wird auch hier nur getrennt in den einzelnen Gruppen und ohne Eltern. Nachmittags wird nur für die Kinder eine kleine Andacht gehalten und auf den Brauch des Teilens hingewiesen. Laternen wurden gebastelt, die gehören einfach zu dem geplanten Lichterfest. Beim Spaziergang um die Kita werden sie „ausgeführt“. Außerdem wurden Brezeln bestellt, die dann gemeinsam verzehrt werden. „Alles ist eben diesmal anders – und das merken natürlich auch die Kinder“, hat Frederike Scharnolz festgestellt. Vor der Kita, „am Törchen“, können die Eltern ihren Nachwuchs nach der Feier dann wieder abholen. 

DRK-Kita Korallenriff, Am Schulplatz

„Es geht in diesen Zeiten ohnehin schon so vieles verloren. Nicht auch das noch.“ Martina Scharnholz von der DRK-Kita Korallenriff hat sich mit ihren Kolleginnen also einiges ausgedacht, woran die Kinder beim Martinsfest Freude haben werden: „Wir haben Lichter gebastelt, und gefeiert wird – ohne Eltern – in kleinen Gruppen.“ Auch in dieser Einrichtung gibt es für jedes Kind eine Brezel, es wird gemeinsam gefrühstückt. „Und außerdem haben die Kinder kleine Vorführungen einstudiert wie ein Schattenspiel und den Lichtertanz“, fügt Martina Scharnholz hinzu. 

Evangelische Kita, Hochstraße

Hier wird das Martinsfest am 13. November stattfinden. Einrichtungsleiterin Tanja Mißbach und ihre Kolleginnen werden an diesem Tag das Martinsspiel aufführen. „Anschließend geht es auf das Außengelände, wo Lieder gesungen werden“, erläutert sie. Besonders stimmungsvoll der nächste Programmpunkt: Die Kinder ziehen mit ihren Laternen durch die abgedunkelte Kita. Auch für kindgerechte Speisen und Getränke wird gesorgt, es gibt Brötchen, Brezeln, Kinderpunsch und Kakao. Trotz allem findet Tanja Mißbach: „In Zeiten von Corona bleibt ein bitterer Beigeschmack. Aber wir versuchen, es den Kindern an diesem Tag so schön wie möglich zu machen. Nichts anderes zählt schließlich.“

Kath. Kita St. Christophorus, Valbert

Im Ebbedorf werden Kinder und Erzieherinnen am 11. November eine Andacht in der benachbarten katholischen Kirche besuchen – dabei handelt es sich um eine geschlossene Veranstaltung. Natürlich wurden auch hier Laternen gebastelt. „Mit den Kindern werden wir über den Platz laufen. Und da wir nur eine zweigruppige Einrichtung sind, machen wir das zusammen“, erläutert Leiterin Nicole Halfmann. Um auch den Valberter Kindern zu zeigen, dass dieser Tag ein ganz besonderer ist, gibt es außerdem Brezeln.

Ev. Kita Valbert, In den Bäumen

Etwas ganz Besonderes hat sich auch das Team um Einrichtungsleiterin Simona Busch-Brock einfallen lassen: In drei Gruppen aufgeteilt, erwartet die kleinen Besucher der Kita im Ebbedorf am 5., 11., beziehungsweise 12. November ein Programm, das für die einzelnen Gruppen an den verschiedenen Tagen gleich ablaufen soll. Zunächst werden morgens Martinsbrezeln gebacken. Das weitere Programm steht noch nicht endgültig fest. Auf jeden Fall, so Simona Busch-Brock, soll die Geschichte von St. Martin an diesem ganz besonderen Tag eine Rolle spielen. So oder so – ein kleiner Umzug auf dem Gelände des Kindergartens soll dann ebenfalls stattfinden. Die Planungen dazu laufen noch.

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