Corona: Kita vorsichtshalber „dicht“

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Der Kindergarten Otto-Fuchs-Straße blieb am Mittwoch vorsichtshalber geschlossen. Donnerstag soll die Einrichtung aber wieder öffnen.

Meinerzhagen - In Meinerzhagen besteht seit Dienstagabend laut Stadt „die Unsicherheit, ob ein Corona-Fall aufgetreten sein könnte“.

Dies habe zur Folge, dass der Träger des evangelischen Kindergartens Otto-Fuchs-Straße sich für eine kurzfristige Schließung der Einrichtung am Mittwoch entschieden habe, heißt es weiter.

Die Lage: Eine Mitarbeiterin des evangelischen Kindergartens hatte Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person aus dem Oberbergischen Kreis. Für sie gelten damit besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die Mitarbeiterin steht unter häuslicher Quarantäne. Im Oberbergischen Kreis sind bislang zwei Coronavirus-Fälle bestätigt – bei einer Frau aus Lindlar und einem Mann aus Reichshof. Stand Mittwochnachmittag sind seit Dienstag keine weiteren positiven Befunde auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 (neuartiges Coronavirus) beim Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises eingegangen. Es stehen jedoch noch mehrere Testergebnisse aus. Aktuell befinden sich rund 130 Personen, die Kontakt zu den Infizierten hatten, unter Beobachtung des Gesundheitsamtes, darunter befindet sich auch die Mitarbeiterin der Kita in Meinerzhagen.

Dirk Cechelius ist Geschäftsführer des Trägerverbundes für Tageseinrichtungen im evangelischen Kirchenkreis. Er teilte auf Anfrage am Mittwoch mit, dass die betroffene Kindergarten-Mitarbeiterin bisher keine Symptome zeige. Nach Rücksprache mit den Gesundheitsbehörden sei man zu dem Entschluss gekommen, den Kindergarten am  Donnerstag wieder zu öffnen. Die Quarantäne sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Cechelius.

Die Stadt Meinerzhagen warnt in diesem Zusammenhang vor Panik: Laut der zuständigen Stelle des Märkischen Kreises habe sich in diesem Fall weder ein bestätigter Fall noch ein Verdachtsfall ergeben. Es bestehe daher keinerlei Grund zur Besorgnis und, in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts, ebenso wenig ein unmittelbarer Anlass zur Schließung von Einrichtungen. 

So schlimm die Situation für Betroffene auch ist: Schulen und Kindergärten können bei Verdacht auf eine Corona-Infektion geschlossen werden. Bei Feuer- und Rettungswachen sieht das anders aus. Und deshalb fällt eine Veranstaltung der Feuerwehr, die am 22. März stattfinden sollte, jetzt aus Sicherheitsgründen aus. Wehrleiter Thomas Decker wird sein Amt an Christian Bösinghaus abgeben. Aus diesem Anlass war am 22. März eine Großveranstaltung in der Halle Rinkscheid geplant, an der Hunderte von Feuerwehrleuten teilgenommen hätten. Wäre im Nachhinein ein Beteiligter als tatsächlich Infizierter bestätigt worden, hätte allen Einsatzkräfte, die Kontakt mit der Person hatten, eine 14-tägige Quarantäne gedroht. Meinerzhagen einen halben Monat ohne Feuerwehr? Undenkbar! „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die Veranstaltung abzusagen. Wir haben mit ungefähr 300 Gästen in Rinkscheid gerechnet. Mit dabei wären nicht nur unsere eigenen Wehrleute gewesen, sondern auch Abordnungen aus den benachbarten Städten und Kreisen. Das Risiko war einfach zu groß, deshalb fällt das Treffen nun aus“, erläuterte Stadtbrandinspektor Thomas Decker. 

Dass „Corona“ auch vor Einsatzkräften im Rettungsdienst nicht Halt macht, zeigt ein aktueller Fall aus Wittgenstein: Wie die Siegener Zeitung berichtet, hatte eine Mitarbeiterin der Rettungswache Erndtebrück-Womelsdorf Kontakt zu einer Person, die sich mit dem Coronavirus infiziert hat. „Die Frau wohnt in einem Nachbarkreis. Da sie inzwischen auch Symptome einer Grippe zeigt, wurde sie vom dortigen Gesundheitsamt zuhause unter Quarantäne gestellt. Das teilte die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein am Dienstagabend mit“, heißt es in dem Bericht. 

Inzwischen wurden deutschlandweit Veranstaltungen abgesagt, um das Risiko der Ansteckung mit dem Virus so klein wie möglich zu halten. Beim KuK-Verein beobachtet man die Lage sehr genau. „Momentan gibt es für uns in Meinerzhagen aber noch keinen Anlass, geplante Veranstaltungen abzusagen“, teilte Vorsitzender Karl-Heinz Kraus gestern mit. Also wird am Donnerstag ab 16 Uhr auch das Kindertheater „Der Zauberer von Oz“ in der Stadthalle stattfinden. Dasselbe gilt für die Veranstaltung „Local Artists – Könner von hier“ am Samstag ab 19 Uhr, ebenfalls in der Stadthalle.

Im KuK-Vorstand habe man noch nicht darüber diskutiert, ob Absagen in Erwägung gezogen werden sollen. Man gehe mit der Situation eher pragmatisch um, sagt der Vorsitzende und er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die aktuelle Lage im Märkischen Kreis. In Lüdenscheid habe sich die Situation vorerst entspannt und auch der Verdachtsfall in Altena habe sich nicht bestätigt. „Daher gibt es für uns noch keinen Anlass, Absagen in Erwägung zu ziehen“, sagt Kraus. 

Etwa 500 Zuschauer sehen sich die Oberliga-Meisterschaftsspiele des RSV Meinerzhagen im Durchschnitt an. Viele Menschen auf engem Raum – wurde seitens der Stadt angesichts dieses Szenarios überlegt, Heimspiele an der Oststraße wegen der möglichen Ausbreitung des Corona-Virus auf den Prüfstand zu stellen? Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz von der Stadt Meinerzhagen winkt ab: „Am Wochenende spielt der RSV ohnehin auswärts. Wir beurteilen die Lage generell von Veranstaltung zu Veranstaltung. Wenn es Verdachtsfälle in unserer Stadt geben würde, müssten wir die Situation mit dem Veranstalter besprechen und ich bin sicher, dass wir zu einer einvernehmlichen Lösung kommen würden.“

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