Schausteller und Stadt planen zweigleisig

Kirmes in Corona-Zeiten? Das planen Schausteller und Stadt

Kirmes Meinerzhagen - Corona - Lockdown
+
Schausteller Heiner Aufermann (hier neben Bürgermeister Jan Nesselrath) hat die Hoffnung auf Kirmes-Veranstaltungen in diesem Jahr in Meinerzhagen nicht aufgegeben.

Schon seit etwa vier Jahrzehnten kommt Schausteller Heiner Aufermann nach Meinerzhagen. Für ihn sind die Kirmes-Termine in der Volmestadt stets auch eine Gelegenheit, alte Freunde zu treffen. Ob zu Pfingsten oder im Herbst – Meinerzhagen ist dem Wittener ans Herz gewachsen.

Meinerzhagen - Und in der (Corona-)Not hat sich gezeigt, dass diese enge Beziehung auch in schweren Zeiten trägt: „Ob Bürgermeister, Ordnungsamt oder Stadtmarketing – sie alle kämpfen für uns Schausteller, setzen sich für uns ein und machen möglich, was geht“, sagt Aufermann.

Kirmes-Planungen trotz Pandemie

Was in diesem Jahr geht, kann allerdings niemand sagen. In Zeiten, in denen die Vorbereitungen für die Pfingst- und Herbstkirmes eigentlich auf Hochtouren laufen würden, herrscht Unsicherheit allerorten. Das sieht auch Heiner Aufermann so und trotzdem ist er, ebenso wie Uli Breitung von der Stadt, in die Planungen für die Kirmesveranstaltungen an der Stadthalle eingestiegen. Aufermann: „Irgendwie müssen wir Schausteller doch auch wieder ans Geldverdienen kommen.“

Für Meinerzhagen, so der Wittener, fahre man derzeit zweigleisig: „Einerseits planen wir die Kirmesveranstaltungen ganz normal. Andererseits, wenn sich die Krise weiter hinzieht, könnte es auch sein, dass wir erneut eine Pop-Up-Kirmes auf die Beine stellen, so wie im vergangenen Jahr.“

Kirmes unter Corona-Bedingungen – das gab es bereits im Herbst 2020.

Uli Breitung sieht das ähnlich. Er ist bemüht, alle Weichen zu stellen, damit der Rummel – in welcher Form auch immer – stattfinden kann: „Wir stehen in den Startlöchern. Zumindest die Stammkunden unter den Schaustellern könnten ebenfalls schnell loslegen, wenn das wieder möglich wäre. Um eine Pop-Up-Kirmes zu veranstalten, reichen eigentlich fünf Anrufe. Die Schausteller haben sich auch darauf vorbereitet, sowohl was Pfingsten angeht, als auch den Herbst“, berichtet Breitung.

Ob Bürgermeister, Ordnungsamt oder Stadtmarketing – sie alle kämpfen für uns Schausteller, setzen sich für uns ein und machen möglich, was geht.

Heiner Aufermann, Schausteller

Er weiß ebenfalls um die Not der Kirmes-Beschicker: „Die Weihnachtsmärkte hätten den Schaustellern in dieser Not helfen können – aber auch die wurden bekanntlich abgesagt. Man merkt auch, dass die Bewerbungen für einen Standplatz auf der Kirmes dünner werden. Früher ging davon eine ganze Flut bei uns ein, das ist jetzt anders. Betriebe ohne Rücklagen haben es schwer, teilweise gibt es die gar nicht mehr.“

Die Ungewissheit ist das Schlimmste

Auch Heiner Aufermann hat festgestellt, dass es für einige Kollegen eng wird. Sollte sich die Pandemie mit ihren unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen weiter hinziehen, befürchtet er das Schlimmste: „Die Ungewissheit macht uns am meisten zu schaffen. Einige von uns haben keinen Anspruch auf Unterstützung, da wird es dann besonders bitter“, sagt er. Diese Kollegen melden sich laut Aufermann häufig arbeitslos. „Aber auch da dauert es, bis Geld fließt. Einige werden das alles nicht überstehen“, fürchtet der Schausteller.

Und noch ein Problem sieht der Wittener auf einige Kollegen zukommen: „Weil sie für ihre Fahrgeschäfte keine Unterstell-Möglichkeit in einer Halle mehr bekommen haben, müssen sie ihre Anlagen draußen abstellen. Seit etwa eineinhalb Jahren ist das so – und dadurch werden die Fahrgeschäfte nicht besser.“ Trotz aller Widrigkeiten hat Heiner Aufermann aber Verständnis für die Maßnahmen, die dem Schutz von Schaustellern und Kirmes-Besuchern gleichermaßen dienen: „Die Gesundheit geht schließlich vor.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare