Kirchenkonzert mit Chören und Solisten

Beim großen Finale traten alle beteiligten Chöre und Solisten gemeinsam auf.

VALBERT ▪ Das war Werbung für die Chormusik.

Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit Menschen für den Chorgesang zu begeistern und neue Mitglieder zu werben, als ein Konzert, wie es der gemischte Chor „Westfalia“ Valbert am Samstag in der evangelischen Kirche in Valbert präsentierte. Der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Erhard Pierlings, hatte nicht zuviel versprochen, als er bei der Begrüßung der zahlreichen Zuhörer, die in das Valberter Gotteshaus gekommen waren, ein „Kirchenkonzert auf hohem Niveau“ ankündigte.

Pierlings überreichte die Reproduktion eines Blattes, das in einer Publikation zu einem Valberter Sängerwettbewerb im Jahre 1927 erschienen war, mit dem für passionierte Chorsänger überaus geeigneten Spruch: „Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede“.

Das Kirchenkonzert stand unter dem Motto „Lobt den Herrn der Welt“, und mit dem gleichnamigen Lied eröffnete „Westfalia“ auch den Liederreigen, um gleich anschließend „Halleluja“ zu jubilieren.

Zwei Solisten setzen danach Akzente. Hans Albert Demer trug mit seiner ausdrucksstarken Bassstimme „Die Himmel rühmen“ von Beethoven und das „Largo“ von Händel vor. Der Sänger belegte nach einem privaten Gesangsstudium bei Solistenwettbewerben in England und in der „Alten Oper“ in Frankfurt, an dem sich 300 Mitbewerber beteiligten, jeweils den ersten Platz. Er gastierte bereits im In- und Ausland und ist durch Fernsehsendungen wie die Sonntagskonzerte des ZDF bekannt. Mehr als zwei Jahrzehnte war er ein sehr geschätzter Solist der „Mainzer Hofsänger“. Im weiteren Verlauf des Konzerts war Demer auch mit einigen Spirituals zu hören, darunter „Swing low“ und „This little light of mine“, sowie gemeinsam mit der Sopranistin Eva Pick bei dem Lied „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ vom Humperdinck. Begleitet wurde er von Gerold Beck am Klavier.

Eva Pick, die momentan beim Valberter Chor eine musikalische Heimat gefunden hat, singt bereits seit ihrer Zeit im Jugendchor St. Matthäus in Altena. Weitere Stationen auf ihrem Werdegang waren der Hans-Günter-Höller-Chor, das Platinorchester von Michael Nathen, der Extrachor der Wuppertaler Bühnen sowie der Theaterchor Gummersbach. Sie lässt ihre Stimme im Bergischen Gesangsinstitut ausbilden. Auch sie war bereits als Solistin im In- und Ausland zu hören. Am Samstag trug sie „Ave verum corpus“ von Mozart und „Panis angelicus“ von Franck vor.

Weitere Liedbeiträge hatten der Männerchor Werdohl 1847/1891 und der Lüdenscheider MGV 1855 vorbereitet. Gefühlvoll vorgetragen das „Sanctus“ und inniglich flehend „O Herr gib Frieden“ neben weiteren Beiträgen. Gemeinsam sangen beide Chöre „Ich bete an die Macht der Liebe“. Das Kernstück des Kirchenkonzerts lieferte wieder die Valberter „Westfalia“. Im „Vater unser“ priesen sie die Kraft des Gebets. Eva Pick und Ilona Lewandowski traten bei „Pia Jesu“ als Solistinnen aus der Chorreihe, die sich anschließend wieder zum bekannten Ohrwurm „Down by the Riverside“ schloss.

Bei „Sancta Maria“ bündelten alle Chöre ihre Stimmgewalt. Doch damit nicht genug: Der Höhepunkt des Konzertes war zweifelsfrei „Jerusalem“, eine Friedensphantasie, zu der alle Mitwirkenden ihre Stimmen vereinigten, und die die Zuhörer spontan von ihren Sitzen aufstehen und begeistert applaudieren ließ. Lautstark wurde als Zugabe eine Wiederholung gefordert, die gern gewährt wurde.

Die Höhe der Ehrengabe, die der Bürgermeister mitgebracht hatte, solle nach dem Applaus bemessen werden, hatte Pierlings bei seinem Grußwort leichtfertig versprochen. Daran gemessen musste er „wohl tief in die Tasche greifen“.

Der besondere Dank der Sänger galt nach dem Konzert der strahlenden Chordirektorin Astrid Höller-Hewitt, die die musikalische Gesamtleitung übernommen hatte. Segensworte von Pastor Winterhoff und ein gemeinsames Lied der Sänger mit ihrem Publikum rundeten den etwa zweistündigen Musikgenuss ab. ▪ luka

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare