Kirchenarchiv in Bielefeld geordnet

Diplom-Archivarin Anna Warkentin und Karl-Heinz Bartsch mit einem Schriftstück aus dem Archiv. ▪

MEINERZHAGEN ▪ 737 Verzeichnungseinheiten, bestehend aus Urkunden, Kirchenbüchern, Akten, Amtsbüchern, Bauzeichnungen und Sammlungsgut hat das Archiv der evangelischen Kirchengemeinde in Meinerzhagen vorweisen.

Die Sammlung hat eine große Bedeutung für die Identität einer Kirchengemeinde. Um ihr wertvolles Schriftgut zu sichern, nutzte die Kirchengemeinde den Service des Landeskirchlichen Archives der evangelischen Kirche von Westfalen, um die Stücke in Bielefeld inhaltlich und zeitlich ordnen zu lassen und sie systematisch in einem „Findbuch“ aufzulisten. Außerdem sind die Inhalte in einer elektronischen Datenbank hinterlegt, auf die in Zukunft auch online der Zugriff möglich sein wird. Nun ist der Bestand des Archivs mit 103 Kartons gut sortiert, in „konservierenden Materialien“ wieder in Meinerzhagen angekommen und im Archiv sicher verwahrt.

Der Bestand gibt sehr wichtige Hinweise zur historischen Geschichte der Kirchengemeinde und der Stadt Meinerzhagen, denn das Archiv erstreckt sich über den Zeitraum von 1392 bis 2008, wobei es sich bei dem ältesten Schriftstück um eine Urkunde handelt.

Das älteste Kirchenbuch ist dabei besonders hervorzuheben: Es enthält neben Daten über Taufen, Trauungen und Beerdigungen zwischen 1662 und 1698 auch Aufzeichnungen über den religiösen Stand der Kirchengemeinde (Status Ecclesiae Meinertzhagensis). Aber auch die Chronik des Pastors Johann Adam Sohn gehört seid Mitte der 1960er Jahre zu einem sehr wichtigen Bestandteil des Archivs. In der Zeit von 1500 bis 1868 sind dort Ortsgeschichten, aber auch Angaben über ein Marienbild, Altäre und einzelne Wallfahrtprozessionen zu finden. Auch der Tod des dänischen Prinzen Christian Ulrich von Güldenlöwe, der im Jahr 1640 auf dem Meinerzhagener Kirchplatz erschossen wurde, ist in der Sohn'schen Chronik verzeichnet.

Bereichert wird die Sammlung außerdem durch weitere Fotos, Plakate, Zeitungsausschnitte und Druckschriften. Und auch die Baugeschichte der Jesus-Christus-Kirche ist seit 1764 archiviert.

Seit 21 Jahren wird das Archiv mit den ältesten Beständen der Stadt von Karl-Heinz Bartsch betreut, der sich mit großem Verantwortungsgefühl um die Sicherung und Aufarbeitung der geschichtlichen Quellen kümmert. Dank seines Engagements sind im Bereich der Familienforschung Taufen, Trauungen und Sterbefälle ab 1662 digital abrufbar. Seit dem Jahr 2000 ist auch die evangelische Kirchengemeinde Kierspe bei der Instandhaltung des Archiv tätig. ▪ ap

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