Meinerzhagener Kirchen für Weihnachten vorbereitet

+
Eine Gruppe freiwilliger Helfer packte an und in der Jesus-Christus-Kirche kräftig zu, um die 5,50 Meter hohe Edeltanne an ihren Platz zu transportieren.

Meinerzhagen - Geschmückte Weihnachtsbäume von gewaltigem Ausmaß. Krippen, die liebevoll aufgebaut für festliche Stimmung sorgen. Und eine Gemeinde, in der sich Hunderte auf die Weihnachtsgottesdienste freuen. Kaum etwas ist so beständig wie die alten Bräuche, die zum Fest der Feste auch in Meinerzhagen gepflegt werden.

Um für die einzigartige Stimmung zu sorgen, die am Christfest in den heimischen Gotteshäusern herrscht, sind viele Menschen seit Tagen emsig am Werk. Beispielsweise in St. Martin, wo Küster Bruno Silberbach die Krippe aufgebaut hat. Die stammt aus Tschagguns im österreichischen Vorarlberg und wurde Ende der 70er-Jahre vom damaligen und inzwischen verstorbenen Pastor Josef Bentfeld angeschafft.

Zumindest der Hirte aus dem Figurenensemble hat dabei eine bewegte Geschichte hinter sich, wurde er doch einst Opfer eines „Kidnappers“. Der inzwischen pensionierte Küster Reinhard Thomalla erinnert sich: „Vor langer, langer Zeit habe ich einmal bemerkt, dass die Figur weg war. Tage später habe ich sie im Schaufenster eines Antiquitätengeschäftes entdeckt, wo sie zum Verkauf angeboten wurde.“ 

Hirte "befreit", Dieb dingfest gemacht

Thomalla reagierte schnell: Er verständigte die Kripo, die Beamten „befreiten“ den Hirten – und der Dieb, der sogar angekündigt hatte noch mehr Figuren besorgen zu können, wurde ebenfalls dingfest gemacht. Und so erlebte der hölzerne Schäfer das Weihnachtsfest in Freiheit im Kreise seiner Gemeinde.

In der kleinen Kapelle in Grotewiese begannen die Arbeiten zur Ausgestaltung des Innenraumes bereits am Montag um 10 Uhr. Wie in jedem Jahr trafen sich die Mitglieder des Helferkreises, um das Gotteshaus zu schmücken.

Weit über die Grenzen bekannte Krippenlandschaft

Im Mittelpunkt der Arbeit: der große Weihnachtsbaum und die weit über die Grenzen von Grotewiese bekannte Krippenlandschaft. Während sich ein Teil der Helfer dem knapp sechs Meter hohen Tannenbaum im Altarraum widmete oder sich mit dem „allgemeinen“ Schmuck in der Kapelle beschäftigte, kümmerte sich der andere Teil der Gruppe um den Aufbau der Krippe. 

Dabei hatten die Teilnehmer an der Aktion mit der Ausgestaltung mit Holz, Stroh und Moos, über das Aufstellen der Figuren bis zur Installation der Beleuchtung viel zu tun. Nach etwa sechs Stunden gemeinsamer Anstrengung war die Arbeit erledigt. 

Auch Kamele, Schnecken und Igel aus Lindenholz

Für die Besucher der Kapelle Grotewiese ist die Krippenlandschaft nun bis zum 2. Februar 2016 (Mariä Lichtmess) mit Ochs und Esel, Schafen und den Kamelen, aber auch mit einem Hütehund, Schnecken, Igeln und vielen weiteren Tieren, zu sehen. 

Die Krippenfiguren wurden allesamt von Conrad Prinoth in St. Ulrich im Grödnertal aus Lindenholz geschnitzt und mit erdigen Farben bemalt. Wer sich die Krippe in aller Ruhe anschauen möchte, kann dies tagsüber von 9 bis 19 Uhr in der für Besucher geöffneten Kapelle tun.

5,50 Meter großes Prachtexemplar steht bis zum 6. Januar

Ein großer Weihnachtsbaum beschäftigte am Dienstagnachmittag eine Gruppe von Männern an und in der Jesus-Christus-Kirche. Die 5,50 Meter hohe Edeltanne schmückt jetzt das Meinerzhagener Wahrzeichen. Sie stammt aus einem Garten an der Lortzingstraße und wurde gespendet von einem Angehörigen der evangelischen Kirchengemeinde.

Mit der Hilfe des Krans auf einem Firmenwagen von Kirchmeister Christof Sönchen bugsierten die Männer den schweren Baum bis zum Haupteingang, ab dort war Handarbeit angesagt. Gemeinsam wurde die Tanne mit Muskelkraft bis vor den Altar gezogen. 

Der noch liegende Baum wurde geschmückt, erst dann konnte das Prachtexemplar hochgezogen werden – auch das ein hartes Stück Arbeit. Etwa drei Stunden dauert die Prozedur alljährlich – so auch am Dienstag. Stehenbleiben soll der Baum bis zum Fest Epiphanias am 6. Januar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare