Im Gespräch mit City-Lichtspiele-Betreiber Heinz Theiß

Kino-Leinwand in der Stadthalle bleibt dunkel - und wie geht es ab 2022 weiter?

+
Diese Verhältnisse vor dem Kino möchte Heinz Theiß seinen Besuchern nicht weiter zumuten.

Meinerzhagen - Eine Region ohne Kino – was für Meinerzhagener früher undenkbar war, könnte jetzt Realität werden. Zumindest eines steht schon fest: In den kommenden etwa zweieinhalb Jahren wird es in der größten Stadt „oben an der Volme“ keine Kino-Vorführungen für die Allgemeinheit mehr geben.

Heinz Theiß ist (immer noch) Betreiber der City-Lichtspiele in der Stadthalle. Dort werden schon seit Monaten keine Filme mehr gezeigt. Und daran wird sich in naher Zukunft nichts ändern. Bis nach dem (geplanten) Umbau der Stadthalle will Theiß die Räume der Lichtspiele auch nicht mehr nutzen. 

Zwei Ausnahmen sind allerdings eingeplant: „Am 22. September nutzt eine Puppenbühne den Raum ab 15.30 Uhr für eine Vorstellung. Und zum Weltspartag zeigt die Sparkasse am 1. und 3. November hier jeweils einen Kinderfilm“, informiert Theiß. 

Der „normale“ Kino-Gänger hingegen wird leer ausgehen. Und Heinz Theiß erläutert auch warum: „Momentan werden wir die Räume im Untergeschoss der Stadthalle nicht mehr nutzen. Das könnte ich meinen Gästen auch gar nicht mehr zumuten. 

Unschöner Vorfall nach dem letzten Film

Die Kino-Fenster im Durchgang und die Wände sind beschmiert, es sieht wirklich nicht gut aus dort. Und bei der letzten Vorstellung, die ebenfalls schon eine ganze Zeit zurückliegt, wurden nach dem Film einige unserer Besucher draußen vor den Lichtspielen von Unbekannten attackiert. 

Sie wurden bespuckt und vor den Füßen einer Frau wurde eine Flasche zerschlagen. Das alles ist nach dem Film so etwa gegen 22 Uhr passiert.“ 

Die Konsequenz für den Kino-Betreiber: Abgesehen von den Sondervorstellungen wird bei ihm kein Film mehr über die Kino-Leinwand flimmern. Das bedeutet vorerst also auch das „Aus“ für die Filmkunst-Montage. 

City-Lichtspiele werden komplett entkernt

„Etwa ab Mitte kommenden Jahres soll dann die Sanierung der Stadthalle erfolgen. Ich rechne damit, dass das bis 2022 dauern wird. Und auch in dieser Zeit wird es natürlich keine Vorführungen geben können. Mir wurde mitgeteilt, dass die City-Lichtspiele komplett entkernt werden“, erläutert Theiß.

Kann es vielleicht sogar sein, dass die Kino-Ära in Meinerzhagen ganz endet? Darauf kann Heinz Theiß momentan noch keine Antwort geben. Zumindest soll in der „runderneuerten“ Stadthalle noch einmal ein Versuch gestartet werden, allerdings nicht mehr in einem eigenen, abgetrennten Kino. 

Drei Alternativen für die Zukunft

Theiß will ausprobieren, ob sich ein städtischer Vorschlag umsetzen lässt: „Wir haben demnach dann wohl drei Alternativen: Zum einen soll es möglich sein, für Kino-Vorführungen den großen Stadthallen-Saal zu nutzen. Und auch im Foyer oder einem benachbarten Raum könnten Filme gezeigt werden. Die Auswahl der Räumlichkeit hängt vom jeweiligen Film und dem Publikum ab“, beschreibt Theiß, wie es weitergehen könnte.

Diese Kino-Varianten beinhalten allerdings einige Unwägbarkeiten: „Das wäre schon mit einem gewissen Aufwand verbunden. Der Projektor müsste wohl regelmäßig auf- und abgebaut werden. Das würde auch für die die Leinwand gelten“, erläutert der Kino-Betreiber. 

Neubau an anderer Stelle? Viel zu teuer

Dass er aber in recht ferner Zukunft noch einen Versuch unternehmen wird, das Kino in Meinerzhagen weiter „am Leben“ zu halten, habe er der Stadt bereits versprochen. Bis weit ins Jahr 2022 hinein bleibt die Leinwand jetzt aber erst einmal dunkel, wenn nicht Unvorhergesehenes passiert.

Ein neues Kino an einem anderen Ort in Meinerzhagen zu eröffnen, das schließt Heinz Theiß übrigens komplett aus: „Da gibt es zu viele Vorschriften, beispielsweise in Sachen Brandschutz, die wir einhalten müssten. Ein Umbau wäre schlicht und ergreifend viel zu teuer.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare