13 Kinder verunglückten auf den heimischen Straßen

Ein schwerer Unfall ereignete sich im vergangenen Jahr im September an der Zufahrt zum Obi-Baumarkt. Drei zum Teil Schwerverletzte und hoher Sachschaden waren die traurige Bilanz. ▪ Archivfoto: vom Hofe

MEINERZHAGEN ▪ 13 Kinder verunglückten im vergangenen Jahr im Straßenverkehr – davon sechs in Meinerzhagen, sieben in Kierspe. Die Zunahme um 44,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr bereitet der Polizei Sorge, wie bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2011 Hauptkommissar Michael Stumpe als Leiter der Polizeiwache Meinerzhagen betonte.

Die Bemühungen im Bereich der Verkehrserziehung bei Kindern bereits ab dem Vorschulalter sollen daher fortgesetzt und womöglich noch intensiviert werden.

Neben den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Kindern, wobei es siebenmal mit leichten, einmal aber auch mit schweren Verletzungen abging, waren im vergangenen Jahr auch drei Schulwegunfälle zu verzeichnen. Dabei hatten zwei Kinder leichte, ein Kind schwere Verletzungen erlitten. Eine auffällige Zunahme gab es auch bei Verkehrsunfällen mit Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, nämlich um 55,5 Prozent auf 14 betroffene Jugendliche. Bei der Personengruppe der jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahren) stieg die Zahl der Verunglückten von 26 auf 35, davon 20 in Meinerzhagen und 15 in Kierspe. Das ist eine Zunahme um 34,6 Prozent. Geringer betroffenen waren diesmal Senioren (65 Jahre und älter): Im vergangenen Jahr verunglückten insgesamt neun Senioren, einer weniger als im Vorjahr.

Wie bereits aktuell berichtet, ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der beiden Volmestädte insgesamt um 8,92 Prozent zurück gegangen. Das ist deutlich besser als im gesamten Land, wo es einen Rückgang um nur 0,8 Prozent gab.

Wie im Land war aber leider auch im Zuständigkeitsbereich der Polizeiwache Meinerzhagen eine deutliche Steigerung der Unfälle mit verletzten Personen und schwerem Sachschaden festzustellen. 27 Verkehrsteilnehmer hatten schwere Verletzungen erlitten, das sind 12,5 Prozent mehr als 2010. 120 Verkehrsteilnehmer hatten leichte Verletzungen davongetragen, eine Zunahme um 33 Prozent.

Bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Kradfahrern war eine Zunahme um gleich 70 Prozent festzustellen: 17 Motorradfahrer verunglückten, davon 12 im Bereich Meinerzhagen, fünf auf Kiersper Gebiet. Und es waren diesmal zwei Verkehrstote zu beklagen – gegenüber 2010 eine Verdoppelung. In beiden Fällen waren im Bereich der Aggerkurven im Verlauf der L 323 junge Motorradfahrer die Opfer.

Dass auf dem kurvigen Straßenabschnitt, wo es Geschwindigkeitsbegrenzungen und zusätzliche Sicherungsmaßnahmen gibt, offenbar generell zu schnell gefahren wird – nicht nur von Motorradfahrern – zeigte am vergangenen Samstag eine Geschwindigkeitsmessung der Polizei. Der Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde hatte hier innerhalb der Tempo-40-Strecke in Höhe des Abzweigs nach Heed eine neue Messstrecke eingerichtet. Hauptkommissar Claus Croce war selbst einigermaßen überrascht über das auffällige Messergebnis: Von 63 Fahrzeugen, die die Messstelle passierten, waren 44 zu schnell, elf davon sogar deutlich über dem Limit, so dass Anzeigen fällig wurden.

Als Konsequenz soll an dieser Stelle, wie auch im übrigen Stadtgebiet von Meinerzhagen, weiter und noch häufiger kontrolliert werden.

Die Zahl der Unfälle mit verletzten Personen erhöhte sich 2011 um zehn Prozent auf insgesamt 22, die der Unfälle mit leicht verletzten Personen sogar um 40 Prozent auf 91.

Bei den Unfällen mit schwerem Sachschaden ist eine Zunahme um 14,3 Prozent auf 48 zu verzeichnen.

146 Unfälle konnten den von der Polizei besonders erfassten Hauptunfallursachen zugeordnet werden: In 32 Fällen lag überhöhte Geschwindigkeit vor. Alkohol war bei 19 Fällen im Spiel. Fehler beim Abbiegen und Wenden in 41 Fällen und Missachtung von Vorfahrt/Vorrang in 40 Fällen führten zu 40 Unfällen. Fünfmal war nicht ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten worden. Fehler beim Überholen verursachten drei Unfälle, falsches Verhalten gegenüber Fußgängern sechs Unfälle.

Im abgelaufenen Jahr beschäftigten 233 Verkehrsunfallfluchten die heimische Polizei, 22 weniger als 2010. Die Aufklärungsquote betrug für Meinerzhagen 38 Prozent, für Kierspe 46 Prozent. ▪ -fe

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